NW #57 - Die Stadt der Blinden - Folge 7
Shownotes
In der vorliegenden Episode beenden wir José Saramagos „Die Stadt der Blinden“ und reden über die Seiten 359-399.
Ein letztes Mal begleiten wir die Frau des Arztes (sowie ihre “Kinder“) in José Saramagos „Die Stadt der Blinden“. Zunächst steht ein Trip in die Vergangenheit an. Wir besuchen die Praxis des Augenarztes und erneut die Wohnung der Frau mit Brille. Vor letzterer bietet sich uns ein schrecklicher Anblick, der unseren Figuren (bzw. seien wir ehrlich: hauptsächlich der Frau des Arztes) einiges abverlangt. Danach folgt ein Ausflug zum Supermarkt, doch auch dieser gerät recht unbekömmlich. Eine schreckliche Konfrontation mit Vergangenheit und Gegenwart. Aber naja… vielleicht spendet ja ein Aufenthalt im Gotteshaus Trost. Hier wurden noch alle Sünden vergeben. Stellt sich zum Ende nur noch eine Frage: Werden unsere Freunde wieder sehen können oder verbleiben sie in der Hölle des weißen Meeres? Findet es heraus!
Viel Spaß beim Lesen und Zuhören! In der nächsten Episode besprechen wir die Kurzgeschichte „Vergessenheit“ von David Foster Wallace.
Saramago, J. (1995). Die Stadt der Blinden. (19. Auflage, S. 358-399). Rowohlt Taschenbuch Verlag.
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Timecodes: 00:00:00 - Begrüßung 00:01:21 - Recap 00:04:09 - Handlung 00:08:48 - Diskussion 01:20:55 - Verabschiedung
Transkript anzeigen
00:00:09: Herzlich willkommen zu Nachwort dem Literatur Podcast, eurem Literatur-Podcast.
00:00:13: Mein Name ist Oliver Hahn und bei mir ist wie immer Lukas Gröning.
00:00:16: Hallo Lukas!
00:00:18: Wir haben die Stadt der Blinden durchgelesen.
00:00:21: wir besprechen heute die letzten vierzig Seiten des ganzen Buches.
00:00:25: Wir befinden uns global gesehen in der Nachwurt Folge siebenundfünfzig und das ist die Folge Sieben von statt der blinden.
00:00:35: also wir haben einen ganzen Ritt jetzt hinter uns mehrere Wochen In unserem Tempo alles besprochen in die Tiefe und so weiter.
00:00:42: Ihr wisst ja, ihr wart ja immer dabei!
00:00:44: Und heute soll es um das Ende gehen.
00:00:47: wir haben mir den letzten Mal schon derb spekuliert wie es soweit ergehen könnte und ob noch den Bösewicht gibt den Lukas den du da irgendwie noch darauf beschworen hast.
00:00:56: aber das werden wir sehen.
00:00:58: alles nach und nach wisst, wie es läuft.
00:01:00: Erst holt uns Luke als erst mal auch rein was ist bis jetzt passiert?
00:01:04: und dann gebe ich euch eine Zusammenfassung über das was wir gelesen haben und dann besprechen wir das.
00:01:09: Genau man muss dazu noch sagen Wir haben die deutsche Übersetzung von Ray Güde-Mertin gelesen aus dem Roval Taschenbuch Verlag Und Olli hat schon gesagt genau das Ende also die Seiten drehundertneunfünfzig bis dreihundert neunneunzehn in dieser Ausgabe.
00:01:21: Wir fangen erstmal mit einem Recap an Was ist bisher in diesem ganzen Buch eigentlich passiert?
00:01:26: Und zwar starten wir im Alltag, mitten im gewöhnlichen Alltag erblindet ein Mann plötzlich auf rätselhafte Weise.
00:01:32: Während er in einer roten Ampel wartet verschwindet seine Sicht nicht in Dunkelheit sondern wird von einem grellen Weiß ersetzt.
00:01:40: Ein scheinbar hilfsbereiter Fremder bringt ihn nach Hause stielt jedoch anschließend sein Auto.
00:01:46: auch der Augenarzt kann keine medizinische Ursache feststellen.
00:01:49: die Augen des Mannes sind vollkommen gesund.
00:01:52: schon bald treten weitere Fälle auf mehrere Patienten aus dem Wartezimmer des Arztes und immer mehr Menschen erblinden ebenfalls.
00:02:01: Die rätselhafte Krankheit breitet sich unauffaltsam aus.
00:02:06: Um die Epidemie einzudämmen, sperren die Behörden die Infizierten in ein verlassenes Sanatorium und stellen sie unter Quarantäne.
00:02:13: Unter ihnen befindet sich auch der Augenarzt und seine Frau, die nach wie vor sehen kann aber ihre Fähigkeit bewusst verschweigt um ihren Mann nicht alleinlassen zu müssen!
00:02:22: Mit der wachsenden Zahl der Erkrankten verschlechtern sich die Lebensbedingungen zunehmend.
00:02:27: Über Füllung, Schmutz und Angst bestimmen den Alltag während bewaffnete Wachposten jeden Fluchtversuch mit dem Tode bedrohen.
00:02:34: Als Soldaten mehrere Insassen erschießen wird die Lage endgültig von Gewalt und Hoffnungslosigkeit geprägt.
00:02:41: Schließlich übernimmt eine brutale Gruppe die Kontrolle über die Essensration.
00:02:45: Zunächst verlangt sie den gesamten Besitz der übrigen Insassen.
00:02:48: später übt sie sexuelle Gewalt auf die Frauen des Sanatorium aus.
00:02:52: Die Frau des Arztes tötet schließlich den Anführer der Gruppe und löst damit eine Eskalation aus, die im Brand des Sanatoriums endet.
00:03:02: Nach ihrer Flucht entdecken die Überlebenden das die Außenwelt kaum besser aussieht als ihre Gefangenschaft.
00:03:08: Überall ihren blinden Menschen durch.
00:03:10: Straßen, Müll- und Exkremente bedecken die Stadt – und Gewalt ist allgegenwärtig!
00:03:18: Nach und nach klappert unsere Gruppe, bestehend aus dem Arzt seiner Frau, dem sogenannten ersten Blinden dessen Frau eine jungen Frau mit Brille einem alten Mann mit Augenklappe und einem kleinen Jungen verschiedener Orte der Vergangenheit ab.
00:03:32: Nachdem unsere Gang in der Wohnung der Frau mit brille auf eine verwahrlose ältere Dame getroffen ist findet sie ein neuer Heimat in der Behausung des Arztes und seiner Frau.
00:03:41: Darüber hinaus führt uns der Roman in die Wohnung des ersten Blinden.
00:03:44: Dort, wo alles seinen Anfang nahmen hat sich inzwischen ein erblendeter Schriftsteller mit seiner Familie eingenistet was nur am Anfang etwas kritisch beäugt wird.
00:03:54: Ist also nicht so schlimm?
00:03:55: Die Gruppe geht zurück in ihre neue Bleibe, die Frau des Arztes liest es abends aus einem Bücher vor und unsere Gemeinschaft lebt bis ans Ende ihrer Tage glücklich zufrieden oder Olli?
00:04:06: Na ja, so ist es leider nicht ganz.
00:04:08: Also wir haben gelesen Seite dreihundert-neunfünfzig bis dreihundert neunneunzig dem Ende des Buches.
00:04:17: Der moralische Zustand der Gruppe bekommt immer mehr Risse denn das Anhalten der Blindheit erscheint ausweglos.
00:04:24: Alles wird nur noch durch die Sehende zusammengehalten Die Zusehens unter den Druck einzubrechen droht.
00:04:31: Sie besuchen die Praxis des Augenarztes, der gedanklich kurz in sein altes Leben eintaucht und einem was wäre doch wenn hinterher trauert.
00:04:40: Auf dem Weg zur Wohnung der jungen Frau mit Sonnenbrille kommen sie an einen Platz vorbei, an dem sich zahlreiche Blinde versammelt haben und einem anderen blinden Zuhören, der ausschließlich über den Drohendenuntergang redet aber nicht über die Möglichkeiten, sich zu organisieren – und die Zeit wird knapp!
00:04:59: Wieder an der Wohnung der Frau mit Sonnenbrille finden sie die Alte, die Hexe tot vor dem Haus liegen.
00:05:05: Mit den Schlüssen zur Wohnung der Frauen in den Händen.
00:05:09: Weil Sie es schlicht und ergreifend nicht mit Ihrem Gewissen vereinbaren können bringen Sie die Leiche der alten Frau in den Hinterhof um sie dort zu begraben.
00:05:18: Auf die Geräusche des Grabens hin erscheinen zahlreiche Blinde aus den Wohnhäusern auf ihren Balkons.
00:05:25: Trotz dieser guten Tat lässt sich die Gruppe weiter hängen und die Frau des Arztes sagt, wichtig wäre es für die, die am Leben sind aus sich selbst heraus wiederzukommen.
00:05:36: Aber sie tun es nicht!
00:05:38: Bevor Sie die Wohnung der jungen Frau verlassen hinterlässt sie noch eine Strähne ihres Haares an der Tür klinke für den Fall ihrer Eltern kehren zurück und könnten dann dadurch erkennen ihre Tochter sei noch am Leben.
00:05:52: An diesem Abend erklären sich der Alte mit der Augenklappe und die Frau mit der Sonnenbrille ihre Liebe, und geben sich das Versprechen von nun an zusammenleben zu wollen.
00:06:02: Und nun wissen wir auch dass die junge Frau dem Alten den Rücken gewaschen hat.
00:06:07: Da nun das Essen wieder knapp wird beschließt die Sehende mit ihrem Mann zurück zum Supermarkt zu gehen um die restlichen Nahrungsmittel aus dem Lager im Keller zu holen.
00:06:17: Mittlerweile werden die Tage immer wärmer Die vermüllte Stadt beginnt zu stinken und das Risiko auf Krankheiten steigt weiter.
00:06:26: Auf dem Weg dorthin kommen sie an einen Platz vorbei, an dem sich zahlreiche Blinde versammelt haben und einem anderen blinden Zuhören der ausschließlich über Möglichkeiten und Formen von Organisationen predigt.
00:06:39: Der Supermarkt scheint wie ausgestorben zu sein und nachdem die sehende wenige Meter in die Dunkelheit des Kellers geht wird ganz schnell klar dass dieser zum Blindengrab geworden war.
00:06:50: Die streunenden Blinden scheinen das Lager und den Weg hineingefunden zu haben, doch sind nicht wieder herausgekommen.
00:06:56: Daher starben sich nun die Leichen am Ende des tiefschwarzen Kellers und faulen Atem blockierend vor sich hin.
00:07:03: Die Sehende ist mit ihren Kräften am Ende so dass sie ihr Mann in eine nahegelegene Kirche bringt damit sie sich dort ausruhen kann, in der Sie gerade so einen Platz bekommen weil sie mit geflüchteten Blinden nur so überfüllt
00:07:15: ist.".
00:07:16: Wieder bei Kräften erkennt die Frau, dass bei allen heiligen Bildern Statuen und Ikonographien die Augen der Personen entweder mit Tüchern bedeckt oder mit weißem Pinsel übermalt worden sind.
00:07:29: Diese Beobachtungen gibt sie ihrem Mann.
00:07:31: weiter wird von einigen Blinden mitgehört und führt zu einer Massenpanik in der die Blindenheitsüberkopf aus der Kirche flüchten.
00:07:39: Das gibt ihr Sehnen die Gelegenheit einige Vorräte einzupacken um zum Unterschlupft zurückzukehren.
00:07:45: In Anbetracht, der sich verschlechternden Situation in der Stadt überlegt die Gruppe aufs Land zu ziehen um sich dort verlässlicher ernähren zu können.
00:07:53: Doch bevor es dazu kommt erlangt der erste Blinde sein Augenlicht zurück danach die junge Frau mit der Sonnenbrille dann der Augenarzt.
00:08:02: nach und nach setzt das Sehen auch bei den Menschen im Haus und in der Statt ein.
00:08:08: sofort beschließen der erste blinde und dessen frau in ihre Wohnung zurückzukehren Ebenso die junge Frau mit Sonnenbrille und der alte, Mit der Augenklappe.
00:08:20: Und ich lese den allerletzten Absatz des ganzen Buches.
00:08:26: Die Frau des Arztes stand auf und ging zum Fenster.
00:08:29: Sie sah hinunter auf die mit Müll bedeckte Straße Auf die Menschen, die riefen und sangen Denn hob sie den Kopf zum Himmel und sah alles weiß.
00:08:38: Jetzt bin ich an der Reihe, dachte sie.
00:08:41: Die plötzliche Angst ließ sie dem Blick senken.
00:08:44: Die Stadt dort unten war noch immer da.
00:08:49: Und damit haben wir die Stadt der Blinden durchgelesen!
00:08:52: Ja und es gab keinen Bösewicht, das ist mir also schön in Schwarzen Peter mal hier so untergegeben wird nur nach dem Motto ja der Lukas hat gesagt ja gibt's ja vielleicht noch einen Bösenwichtern hier im Endeffekt?
00:09:02: Das ist ja Quatsch liebe Kinder, was hat er sich denn dabei gesagt?
00:09:06: Ist ja auch nicht so dass wir das jetzt nachhören könnten aber... Der große Reveal von irgendeinem...
00:09:13: ich hätte echt gedacht, dass das eine größere Rolle spielt mit diesem offensichtlich einen sexuellen Verlangen, was wir in der letzten Folge bei dem alten Mann festgestellt hatten.
00:09:20: Aber ich meine hat's ja auch aber eher auf einer gesunden Art und Weise sage ich mal.
00:09:24: Hat sich das dann zu einem Ende hin bewegt?
00:09:26: Ja genau!
00:09:27: Also
00:09:28: die Gruppe ist nicht in der Hinsicht moralisch zu zerfallen.
00:09:30: dann plötzlich?
00:09:31: Richtig, genau.
00:09:32: Was sicher auch angedeutet hat also dass sozusagen das Böse auch in der Gruppe selbst stecken könnte und so weiter.
00:09:38: Das ist nicht passiert Genau, wie fannst du das jetzt so hier?
00:09:41: Also wir können ja vielleicht erstmal über diesen Absatz und unsere generellen Gefühle, sag ich mal unseren Eindruck beim direkten Lesen sozusagen sprechen.
00:09:49: Ich habe zum Schluss... ich glaube die Genervtheit der Sehenden, der Frau des Arztes irgendwie aufgenommen.
00:09:59: weil ich dann zwischendurch auch ein bisschen angenerft war, dachte ich, ich weiß aber nicht mit welchem Ziel, ob das jetzt zu lange... da komme ich zum Punkt oder so.
00:10:10: Oder war das einfach nur ein Allgemeines, jetzt muss die schon wieder los und die lassen sich aber auch alle hängen?
00:10:17: Oh ja ich verstehe es!
00:10:19: Jetzt muss sie da wieder und ja musste irgendwie nur coachen und da die Leute durchführen und wieder Essen holen weil wir jetzt wieder nichts haben.
00:10:27: Also irgendwie verlassen sich dann auch alle so irgendwie auf Sie.
00:10:29: Klar haben Sie bis jetzt auch immer gemacht und Sie hat auch immer gesagt, dass ist jetzt so Ihre Aufgabe, ist ihre Verantwortung... Ja Aber ich hab damit gefühlt mit der Sehnen, dass dir das einfach... Also es war ihr spürbar zu fielen.
00:10:43: Absolut ja!
00:10:44: Mir ging's auf eine ähnliche Art und Weise so nicht, dass ich genervt war oder so aber dass ich gefragt habe wo soll das jetzt eigentlich hinführen?
00:10:51: Weil wir diesen Dauerzustand hatten der immer wieder gekehrt ist.
00:10:54: also irgendwie muss Essen geholt werden die Frau geht was holen usw.
00:10:57: und sofort na gut jetzt diesmal mithilfe aber sagen mal ehrlich das richtig hilfreich.
00:11:04: Und man hat dann so gemerkt, die Seiten wären spürbar weniger.
00:11:08: Es sind jetzt irgendwie nur noch zehn Seiten so.
00:11:10: Wo soll das jetzt im Endeffekt hinführen?
00:11:12: Man hat vielleicht ein bisschen gedacht okay was passiert da jetzt noch?
00:11:16: und ich habe tatsächlich gedacht als wir in der Kirche waren dass es da jetzt vielleicht zu einer Art Überfall in eine Art und Weise kommen könnte der dann am Endeffekts Zu einem Tode der Frau führt weil ich das ja gesagt habe oder so prognostiziert hatte Dass die frau so eine Art Merthührer Tod sterben könnte Und das da als Folge dieses Todes sozusagen, die das Sehen wiederkommt bei den anderen Menschen.
00:11:38: Das ist auch nicht passiert und so ist dieser Kirchenaspekt oder dieses Segment so an uns vorbeigegangen und dann kam das Seen ja aus nichts so völlig plötzlich irgendwie.
00:11:51: Es war auch nicht viel Handlung also Handlungen als solche sondern es waren viele... Ja, nennen wir erstmal philosophische Überlegungen über deren Situation und wie es so weitergehen könnte.
00:12:03: Das hat angefangen.
00:12:04: dann auch also diese Liebesgeständnis zwischen dem Alten und der jungen Frau.
00:12:07: das war ja ewig umständlich bis sie da angefangen haben.
00:12:11: Wo man noch zwischendurch den Faden verliert.
00:12:12: Absolut!
00:12:13: Ja
00:12:14: ganz das wollte ich gerade sagen... Also wir haben ja keine.
00:12:20: Er sagte sie sagte oder ... ... Deklarierung, wo hier nachher Anführungsstriche oben und unten und so weiter.
00:12:29: Sondern das war dieses Gespräch lief quasi flüssig in einem Fließtext nur durch Komma-Tage trennt.
00:12:36: Und jedes Mal wenn jemand anders gesprochen hat dann war das Wort groß geschrieben.
00:12:41: Das war so der Signal.
00:12:42: okay jetzt ist wer anders dran.
00:12:44: aber nach anderthalb zwei Seiten wie das dann so lief Hab ich dann irgendwie gedacht, ich weiß jetzt nicht mehr wer was gesagt hat und musste noch mal in den Anfang des Gesprächs zurückgehen.
00:12:55: Und dann richtig er sie er sie her sie oder nicht so im Zick zack dann irgendwie durch den Text durch.
00:13:01: das alles klar da ist klar gut dass darum geht es dann
00:13:05: man ließ dann manche Sätze Quasi, oder es wird ja so getan hier durch die Kommode als wäre das ein Riesensatz quasi.
00:13:12: Aber man liest dann manche Sätze als zusammenhängt, die doch nicht zusammenhängend sind.
00:13:16: Und daraus ergibt sich auch der Eindruck von einer fehlerhaften Grammatik in einer gewissen Weise irgendwie.
00:13:22: Dass wir den Bezug haben auf einen anderen Halbsatz und wir stellen aber fest, nee eigentlich gehören das gar nicht zusammen sondern das sind zwei verschiedene Sätze.
00:13:30: Ja gerade wenn die dann... Also es lief so ein bisschen hitzig ab am Anfang, bevor die dann zueinandergefunden haben.
00:13:38: Was willst du jetzt eigentlich hier?
00:13:40: Wann bist du jetzt irgendwie so pissig oder so?
00:13:42: Haben den nicht gesagt habe ich jetzt gesagt und dann ist natürlich wichtig zu wissen wer sagt das jetzt gerade?
00:13:47: Sagt der alte zur jungen frau oder sagt sie zu ihm?
00:13:50: Und da hab' ich auch mal gemerkt... Ich kriege gar nichts mehr zusammen.
00:13:54: Am Ende löst sich das so ein Auf, wenn man versteht... Okay!
00:13:57: Die wollen anscheinend beide zusammen sein?
00:13:59: Ja und haben sie ja mal nicht gesagt.
00:14:02: Dann akzeptiert man das so für sich.
00:14:05: Das hat es so eine Versicherung aufgehakt?
00:14:06: oder habe ich den Anruf gehabt zum ersten
00:14:07: Mal.
00:14:07: Ja das war ganz nett weil man kennt das ja irgendwie so zwei Figuren.
00:14:13: Es wäre jetzt so einfach zu sagen du pass mal auf.
00:14:15: Ich finde dich gut.
00:14:17: Ich liebe dich.
00:14:17: Ich würde gerne mit dir zusammen wohnen Und die andere Person sagt dann, ja ich lieb dich auch.
00:14:22: Ich würde gerne mit ihr zusammen wohnen.
00:14:23: Dann reist du im Zettel?
00:14:24: Ja nein vielleicht.
00:14:25: und dann ist sie so...
00:14:25: Ändert!
00:14:27: So läuft es ja nicht.
00:14:28: Es hat bei denen was mit Selbstoffenbarung zu tun.
00:14:33: Gebe ich mich jetzt hin oder verspreche ich unsere Beziehung, die wir hier aufbauen.
00:14:42: Und dieses Hin und Her hatte man am Anfang mit ein bisschen Missverständnissen.
00:14:45: Und wie soll es denn jetzt hier so hingehen?
00:14:47: Was geht's jetzt eigentlich über, worüber redet ihr jetzt eigentlich?
00:14:50: Das war sehr menschlich, muss ich sagen.
00:14:51: Es war sehr nachvollziehbar.
00:14:53: aber anhand dieser... ...dieses Schriftbild ist ein bisschen... Also wie so labyrinthig so ein bisschen.
00:15:02: Ja genau!
00:15:02: ... und da auf dem Bad Zeich ja auch noch was anderes, nämlich vor allem in Bezug... ...auf den alten Mann sag ich mal.
00:15:09: Also
00:15:09: wir sind jetzt ganz kurz schon... Ich hab das jetzt nur als Beispiel gemacht für die philosophischen Sachen?
00:15:14: Ja absolut!
00:15:16: Ja, erzähl.
00:15:18: Wir sind ja dann später bei der Kirche noch und dann geht das ja ewig da nochmal weiter... Und wir haben diese Plätze mit den Blinden die dann auch noch ewig lange Aufzählungen von Sachen wie Organisation stattfinden kann.
00:15:31: oder was war das erste?
00:15:36: Das war gerade am Anfang.
00:15:37: Apokalyptischen Geschichten waren noch so?
00:15:39: Genau, es gab gerade anfangs einen Fabulieren über wie du schon gesagt hast dass wir Organisationen stattfinden können.
00:15:45: also das ist der Arzt quasi in jedem Gebäude eigentlich in jeder Straße irgendwie eine Form von Regierung von einer etablierten Zivilisation sag ich mal.
00:15:53: so wünschte und da geht es ja auch noch darum oder wird darüber philosophiert dass ja auch der menschliche Körper einer Art System ist, was nach bestimmten Regeln funktioniert und quasi diese Blindheit die hier reingetreten ist ein nicht funktionierendes Körpers sozusagen symbolisiert oder dann funktioniert sozusagen der Körper nicht mehr.
00:16:11: Und das System bricht zusammen so in diesem Sinne.
00:16:14: Das ist auch noch eine Überlegung.
00:16:15: also es gibt so eine Analogie zwischen unorganisiert sein und dass das gleichzeitig aber auch zivilisatorischen Untergang bedeutet.
00:16:22: Also wenn ich auf der kleinen Ebene, auf einer psychologischen Ebene oder auf meiner physischen körperlichen Ebene, auf einer biologischen Ebene sozusagen nicht organisiert bin.
00:16:30: Dass das sozusagen Auswirkungen hat wenn es bei allen passiert auf die ganze Zivilisation.
00:16:35: also Blindheit bedeutet hier unorganisiert sein und bedeutet somit auch den Tod von Gesellschaft
00:16:40: Ja.
00:16:42: Und dann war auch noch dieses, das was ich am Anfang gesagt habe die waren irgendwie haben sich so diesen ganzen es ist alles zu schwer und blind halt wie lange dauert die noch.
00:16:52: letztendlich ist da auch egal weil wir alle sterben.
00:16:54: also so dieses lamentieren das war auch ganz viel als wir hatten immer so Punkte von Platz A zu Platz B gegangen irgendwie, haben da eine Kleinigkeit gemacht.
00:17:04: Aber rundrum eingepackt war ganz viel und immer noch dieses Philosophieren darüber was passiert jetzt wenn und überhaupt?
00:17:10: Und wie soll es eigentlich so weitergehen?
00:17:13: Das war ein bisschen gepaart mit dieser Genärftheit die ich von dieser sehenden Frau mit übernommen habe.
00:17:20: Ich bin ja nicht genäher von dem Buch aber das hatte sich dann nochmal gedacht Ja okay!
00:17:27: Wir haben jetzt noch dreißig Seiten, Freunde.
00:17:29: Oder zwanzfünfzig und dazwischen waren es nochmal zwanzig oder so.
00:17:32: Ja ja, jetzt musste ich aber noch mal... Was ist denn das?
00:17:35: Was sieht ihr jetzt noch?
00:17:35: Ich habe jetzt ein flatter, flattererische Seiten noch in der Hand.
00:17:38: Weißt du, so eine Hand voll und die hängen immer noch da und überlegen, naja, wir müssten eigentlich aufs Land gehen!
00:17:44: Das haben wir vor drei Folgen schon gesagt, dass sie eigentlich auf's Land gehen müssen.
00:17:49: Ich glaube, das hat was zu tun mit einem Aspekt, also nämlich später noch etwas sagen wollte, nämlich dieses dass sich dieses Nichtsehen wollen oder nicht sehen können, auch auf unserer Leser-Seite so ein bisschen spiegelt sag ich mal.
00:18:02: Also es geht ja bei diesem Nichtsehen können... also die Frau sagt da ganz viel dazu in dem Buch jetzt gerade auf diesen letzten vierzig Seiten.
00:18:10: das ist nicht um oder sie dort zumindest an, dass es nicht um das physische biologische Sehen geht, um die Fähigkeit zu sehen und den Sinn sozusagen, den wir als Menschen haben sondern eher um das andere durchdringen Führt nicht so richtig aus, was das ist.
00:18:24: Aber man kann ein bisschen da hinein interpretieren und es geht quasi um das Sehen unter die Oberfläche sag ich
00:18:29: mal.
00:18:29: Ja ne?
00:18:30: Und das ist sozusagen auch das, was ich sozusagen in diesem Buch jetzt hier sehen würde dass es nicht darum geht sozusagen Handlung zu erwarten sondern es geht wirklich darum dieses... Ich sage mal im Filmbereich sagt man das Perfumative dazu also sozusagen das was sich sozusagen ab ... unabhängig von einer Handlung abspielt, sozusagen sehen zu können und... ...zu interpretieren sag ich mal.
00:18:50: Hineinzugehen und hineinzulesen usw.
00:18:51: Und die junge Frau mit Sonnenbrille hat es nicht verstanden,... ...weil dir hätte gesagt naja aber ich will doch aber sehen!
00:18:56: Ja so?
00:18:57: Ich würde doch aber sehn das geht doch nicht darum, dass ich nicht sehen möchte.
00:19:00: und dann sagt die Sehende ja ist schon schön, dass du sehen willst aber trotzdem bist du denn immer noch ne blinde weil du's nicht verstanden hast was jetzt hier eigentlich Phase ist.
00:19:10: Aber gut, das war jetzt erstmal nur so mein Grundeindruck.
00:19:13: Wir können ja von vorne
00:19:15: durchgehen?
00:19:15: Genau wir können von vorne anfangen und im Prinzip zahlt es auch schon... Also mein erster Punkt den ich hier habe ziemlich gut darauf ein Was wir jetzt schon so ein bisschen angedeutet oder besprochen haben, nämlich was für diese unterschiedlichen zukunftswünsche bei den verschiedenen Menschen angeht.
00:19:30: Die gehen ja
00:19:30: schon
00:19:31: sehr auseinander beziehungsweise eigentlich geht es nur bei einer Person so richtig weit weg würde ich sagen Bei den anderen ähnelt sich das so ein bischen.
00:19:38: also fangen mit dem Arzt der diese Sehnsucht nach Organisationen hat der sagt okay hier in dem Gebäude in der Straße eigentlich muss alles wieder neu organisiert werden auch im Zustand der Blindheit sozusagen.
00:19:50: er sehen sich noch so eine Art Ordnung nach einer Regierung, nach im Prinzip etwas was vorher schon vorhanden war bevor diese Blindheit eingesetzt hat.
00:19:57: Also dass wieder so eine Ordnung da reinkommt und es gibt aber dann darüber hinaus noch so einzelne Sehnsüchte die auch auf ein Vor der Pandemie Einzahlen.
00:20:07: Das ist nach wie vor, das hat man die letzten Mal auch schon.
00:20:12: Die Sehnsucht der Frau mit Brille nach ihren Eltern will dieses Familienkonstrukt wieder herstellen.
00:20:17: Sie hinterlässt ja dann auch Strähnen ihrer Haare an der Türklinke damit sie Zeichen gibt an die Eltern.
00:20:25: Falls sie wiederkommen ich lebe noch irgendwo hier laufig rum es gibt die Möglichkeit dass wir uns wieder treffen.
00:20:30: Wir haben den Arzt, das hast du auch schon gesagt, der sich nach seinem alten Berufsleben sehnt.
00:20:34: Der in seine Praxis zurückgeht.
00:20:35: Man fragt sich ja während er ... Das sind ja die ersten Worte dieser Passage, die wir jetzt gelesen haben.
00:20:40: Fragt sich hier während des schon... Ja warum willst du da eigentlich hin?
00:20:43: Weil dieses Leben liegt ja hinter dir einfach.
00:20:45: Es hat mich ein bisschen enttäuscht muss ich sagen.
00:20:47: Also enttäuscht nicht vom Buch sondern ich bin ein bisschen von dem Arzt.
00:20:51: Der dann in die gleiche Kerbe schlägt wie alle anderen im Grunde auch außer seiner Frau.
00:20:57: Die sagt naja Freunde also eigentlich Wir müssen jetzt nach vorne gucken, wir müssen uns damit auseinandersetzen.
00:21:04: Und der Arzt war ja in den letzten Seiten recht zurückhaltend und wurde weniger erwähnt, es war wirklich nur Randfigur... ...und hier war ich erstaunt dass der auch noch so dieses achja Ach ja, guck mal da diese Maschinen und so weiter.
00:21:21: Achja, irgendwie stehen sie alle noch aber ich kann es nicht mehr benutzen, es wäre schön wenn und so.
00:21:25: Ich dachte oh nee ey was bist denn du für eine Stütze für deine Frau Mann?
00:21:30: Ja also die die alles trägt!
00:21:33: Das Thema Erinnerung hat man ja auch die letzten Male irgendwann schon mal, also dass wir im Prinzip die einzigen Bilder, die den Menschen noch von der Welt kennen quasi dieser funktionierenden Ordnung sind wenn man so will und darauf berufen sie sich scheinbar emotional.
00:21:45: Würd ich das zumindest lesen?
00:21:46: Ja genau, das ist wie diese Wohnung vom ersten Blinden als Sie da waren und den diesen Effekt hatte.
00:21:52: Also ich erkanne ja niemand wo es halt meine Wohnung, der muss sich jetzt wieder einziehen!
00:21:55: Den ersten Blunden wollte ich gerade erwähnen weil es geht ja dann um den Umzug aufs Land und denen sieht er auch skeptisch war er sehr weit von seiner Wohnung weg.
00:22:02: Stimmt genau.
00:22:04: Also auch da diese Rückkehr zum Alten und auch für uns, ich muss sagen... Das spiegelt sich auf Leserebene irgendwie auch.
00:22:10: Also zumindest ging es mir so, dass man so mit der Arztpraxis hatten wir jetzt nicht so viel zu tun.
00:22:14: aber das ist irgendwie in der letzten Folge dieser Weg in die Wohnung des ersten Blinden wo wir ja auch ein paar Seiten zumindest am Anfang verbracht haben.
00:22:21: Das war irgendwie hatte etwas von einem Heimkommen irgendwie.
00:22:24: Man fühlt sich da auf einmal irgendwie heimisch und hat eine gewisse Form von Orientierung was natürlich illusorisch ist weil das ja auch nur ne Vorstellung ist die wir uns aufgebaut haben.
00:22:31: Aber trotzdem merkt man okay Das ist so eine Art Safe Space irgendwie.
00:22:35: Ist das für die Figuren?
00:22:36: Es ist ein bekannter Ort, also wir waren ja damit haben wir das Buch angefangen auch mit dieser Wohnung und deswegen war es ja auch für uns so ein schönes Gefühl da noch mal reinzukommen.
00:22:49: Aber gut!
00:22:50: Und selbst die Wohnung der Frau mit Brille... Also da gibt es diese schrullige alte Frau darunter, die auch als Hexe bezeichnet wurde und so.
00:22:57: Und selbst die hatte irgendwie was Sympathisches, dass man sich denkt okay, die würde ich gerne noch mal treffen irgendwie.
00:23:03: Was sich ja dann nicht erfüllt also nicht in Lebensform sozusagen ne?
00:23:06: Und selbst da denkt man sich schon Schwade!
00:23:08: Also auch wenn man keine große emotionale Verbindung eigentlich zu der aufbauen konnte, weil sie ja schon als sehr skurril aufgebaut wurde, rohes Fleisch gegessen hat und so weiter.
00:23:16: Das hatte wirklich was Hexenhaftes!
00:23:18: Aber trotzdem steckt da so eine Spur von Mitleidempathie irgendwie drin während man das liest?
00:23:23: Und dass man das auf jeden Fall nicht gutiert, wenn man mitbekommt.
00:23:27: okay diese Leiche liegt jetzt vor der Wohnung oder vor dem Haus.
00:23:30: Ich hätte mich für die Sehende ein bisschen gefreut, wenn die mit dem Schriftsteller nochmal zusammengekommen wäre, weil das war noch einer... Der Blinden, der am nächsten an der... Also daran dran war irgendwie Interesse zu haben um rauszufinden.
00:23:44: Was passiert jetzt hier eigentlich gerade?
00:23:46: Also was ist denn jetzt...?
00:23:47: Der schreibt zwar die ganzen Geschichten auf, kann sich aber nicht lesen.
00:23:50: Spielt aber keine Rolle!
00:23:52: Er interessiert sich.
00:23:53: Das ist das, was du am Anfang gesagt hast.
00:23:55: Der versucht da so ein bisschen hinter diesem ganzen... Hinter dieses ganze Elend zu schauen weil hinter allem da irgendwie eine Geschichte steckt
00:24:02: Und er ist aktiv, also er produziert nach wie vor seine Textur.
00:24:05: Absolut!
00:24:06: Das ist zwar auch ein Rückgriff auf sein altes Leben mehr oder weniger aber es ist irgendwie eine Form von funktionierendem alten Leben und in einer Form von so einem Drang das Wissen sozusagen oder die Gefühle die während dieser Pandemie entstanden sind in irgendeiner Form künstlerisch weiterzugeben an die Nachwelt.
00:24:21: Das ist ja das was sozusagen Bücher auch oder Kunst generell auch transportieren kann.
00:24:27: Auch wenn sie nicht irgendwie wie du schon sagst rezipiert werden können.
00:24:32: Es ist dafür vielleicht mal irgendwann oder aber auch einfach für die Gewissheit, ich habe es getan.
00:24:39: Ich hab etwas getan.
00:24:41: Das heißt alle wollen eigentlich zurück und es gibt eine Figur, die nicht zurück will, sondern genau in diesem Zustand bleiben möchte.
00:24:47: Das ist der alte Mann mit Augenklappe und das offenbart sich auch so ein bisschen warum.
00:24:53: er ist zwar in so einer Art Beziehung schon vorher gewesen mit der Frau mit Brille Das heißt, die hatten regelmäßig Geschlechtsverkehr miteinander.
00:25:02: Es war klar, dass sie irgendwie eine gewisse Zuneigung zueinander haben.
00:25:05: aber er ist sich auch bewusst das in dem alten Leben noch ein Bild von ihm existiert was vielleicht nicht gerade zuträglich für diese Frau mit Brille ist.
00:25:14: Denkt er!
00:25:14: Aber im Sinne von er ist alt man sieht die Falten und so weiter und sofort...das ist etwas, was gesellschaftlich ja auch immer so ein bisschen belächelt wird.
00:25:21: wenn ein alterer Mensch mit einer jungen Frau zusammen ist usw.
00:25:25: laufen so gewisse Vorstellungen irgendwie ab, die das Ganze nicht gerade in eine positive Richtung rücken.
00:25:31: Und er glaubt eben wenn dieser Zustand wie vorher wäre?
00:25:34: Wenn die Blindheit verschwinden würde dass die Frau mit Brille dann sofort sagen würde nein, das hört jetzt auf.
00:25:39: ich such mir jemanden jung vital.
00:25:42: Genau und deswegen gibt er relativ unmissverständlich zu auch in diesem Gespräch wo es die Aushandeln sozusagen diese Liebesbeziehung.
00:25:49: und so gibt der relativ unmissverständliche zu verstehen dass er der einzige offensichtlich ist, der nicht zurück will.
00:25:55: Sondern dem das jetzt eigentlich für den, dass der Idealzustand aktuell ist?
00:25:58: Und wir haben in den letzten Seiten schon festgestellt, dass er ganz doll mit sich selber und seinem Selbstwert zu tun hat.
00:26:06: Also er hat das letzte Mal schon der Gruppe gesagt wenn ich euch irgendwie zur Last falle da lasse mich irgendwo zurück Ich möchte nur keine... dass noch mehr Mühnen aufgewindet werden müssen, um mich da hier irgendwie durchzufüttern und so weiter.
00:26:19: Auch mit diesem Waschen, wo er sich dann so geschämt hat... Ich würde es jetzt Scham bezeichnen einfach!
00:26:27: ...sich da in das Bad zurückgezogen hat und der war so ganz schön gehadert mit sich, was jetzt so seine Rolle in dem Ganzen ist.
00:26:36: obendrauf natürlich noch sein alter.
00:26:38: das kommt auch noch mit dazu.
00:26:39: er kann jetzt da irgendwie nicht mehr große sprünge machen im wahrsten Sinne des wortes der kann auch keine kämpfe austragen oder so obwohl wir ihn halt so als den weisen kennengelernt haben die vernünftigen den ruhigen der so am anfangen ein bisschen in diesen ganzen würren vom sanatorium so ein bisschen ruhe und ordnung reingebracht hat weil er auch einfach sachen von außen mit rein gebracht hat und so ein bischen so dieses Ja, dieser Joda-Charakter hatte ohne jetzt so aufdränglich der Mentor zu sein.
00:27:09: Und nachdem die dann raus sind hat er glaube ich ein bisschen seine Fälle davon schwimmen sehen weil er nichts mehr leisten kann was er glaubt und nimmt auch diese Avonzen oder die Zuneigung von dieser Frau mit Sonnenbrille gar nicht richtig als das an was sie sind nämlich einfach Formen der Zuneigungen.
00:27:31: Und er weiß das so von sich irgendwie und glaubt nicht, dass er das irgendwie verdient hätte.
00:27:36: Weil er ja alt und gebrechlich und hässlich und was auch immer nicht ist... ...und sie ja so jung und so schön und überhaupt.
00:27:43: Aber das sind alles eigene Zusprechungen für ihn also auf sich selber bezogen ne?
00:27:48: Weil Sie, daher kommt auch dieser Streit zustande.
00:27:53: Sie lehnt das ja völlig ab!
00:27:55: Also sie sagt ja sinngemäß, du das kann schon mal meine Entscheidung sein.
00:27:58: Ja es ist nicht deine Entscheidung was ich jetzt hier dir gegenüber sage.
00:28:02: und jetzt hören wir auf mit dem Quatsch jetzt und jetzt ist gut die Mal.
00:28:07: Du hast schon angesprochen in der letzten Episode hatten wir diese Szene mit dem Waschenarzt an der Badewanne lag und er noch nicht uns gezeigt wurde wer ihm die Schulter gewaschen hat.
00:28:18: Ja, da kam ja offensichtlich eine weibliche Person rein.
00:28:21: Aber wir wissen nicht war das jetzt die Frau des Arztes oder war es die Frau mit Brille?
00:28:24: Und das revealt sich ja hier quasi.
00:28:26: Das ist ja dann offensichtlich sie gewesen und ich fand's ganz witzig dass in dieser Szene beim letzten Mal uns als Lesern auch wiederum so ein Spiegel vorgehalten wurde, dass man ja auch sich nicht ganz sicher sein konnte okay ist das jetzt wirklich passiert?
00:28:40: oder war das vielleicht nur so ne Wunschvorstellung die er daraus etabliert hat oder entwickelt hat dass er diese nackten Frauen nicht gesehen hat, die sich da auf dem Balkon im Regen quasi gewaschen haben.
00:28:57: Ja und das ist im Grunde so, dass alles zusammenführt dazu, dass er eigentlich sich ganz wohl fühlt weil, das ist jetzt meine Vermutung, er sich hinter der Blindheit der anderen verstecken kann bzw.
00:29:11: hinter der blindheit von ihr der jungen Frau mit Sonnenbrille verstecken ... er glaubt, also dass sie ihn sieht wie er sich selber sieht.
00:29:21: Also versteht das was ich meine und deswegen ist ja irgendwie dafür... ... dass es alles irgendwie so ein bisschen schön so bleibt wie's ist.
00:29:27: Absolut!
00:29:28: Und wir haben es ja hier grundsätzlich mit einer Dystopie zu tun, also die Gesellschaft geht zugrunde aufgrund von der Epidemie beispielsweise und so fort.
00:29:36: Wir kennen das aus zahlreichen Mad Max
00:29:38: usw.,
00:29:38: irgendwelchen anderen Veröffentlichungen und so... ...und immer liegt in der Dystopi auch eine gewisse der Drang zum Utopischen sag ich mal.
00:29:46: Also irgendwie hat man ja immer gewisse negative Assoziationen mit der Gegenwart, die dazu führen okay so könnte es auch anders sein.
00:29:54: Ich kann jetzt innerhalb dieser Apokalypse oder diese Dystopie kann ich kann ja auch was Neues aufgebaut werden irgendwie zivilisatorisch menschlich zwischenmenschlich und so weiter und sofort ne?
00:30:04: Und mir geht das auch ganz häufig so wenn ich Dystopien sehe weil genau diese Vorstellung habe also ich hab jetzt nicht keinen fertigen Gesellschaftsentwurf in Gottes Willen usw.
00:30:14: aber irgendwie rücken die Menschen So auch hier auf eine Art und Weise zusammen, die ja sonst nicht zustande gekommen wären.
00:30:21: Also man hat auch so ein bisschen das Gefühl von... Das wäre schon irgendwie schade wenn sich diese Gemeinschaft jetzt auflöst, wenn quasi die Epidemie endet sozusagen.
00:30:28: Was ich ja dann sofort andeutet am Ende also dass alle so ihrer Wege
00:30:31: gehen.
00:30:32: Da
00:30:32: kommen wir später noch drauf.
00:30:33: Und es entstehen ja auch andere, sag' ich mal Konstellationen und dass diese Liebesbeziehung ist genau sowas.
00:30:39: Also so ne Liebes-Beziehung, die quasi in unserer Gegenwart der Sehenden nichts etabliert werden könnte oder sich natürlich etabliert sich sowas auch mal.
00:30:47: Aber
00:30:47: für die beiden wahrscheinlich eher nicht.
00:30:49: Für
00:30:49: die beiden wäre das wahrscheinlich nicht entstanden, gerade mit der Hintergrundgeschichte die wir hatten von der Frau die ja auch so geschwildert wurde dass sie sehr häufig Sex mit jüngeren Männern oder generell mit anderen Männern hatte die wahrscheinlich jüngere Alters waren.
00:31:01: und der ältere Mann erzählt zumindest nichts von einer Frau die er mal hatte.
00:31:06: vielleicht ist er Witwer in irgendeiner Weise und man kann sich relativ gut vorstellen was sein Sexleben bzw.
00:31:13: Leben angeht sehr einsam ist, das kann man so ein bisschen rausziehen.
00:31:17: Der hat ja auch nur einen Zimmer irgendwo,
00:31:19: wenn ich
00:31:20: meine ganze Wohnung hätte irgendwie.
00:31:21: Ja richtig und deswegen ist das auch irgendwie schön... ...was da entsteht irgendwie und kann von uns als Leser dann auch irgendwie als positiv konnotiert werden sag' ich mal.
00:31:30: Und es wäre in der Welt davor nicht passiert.
00:31:32: Ja vielleicht nicht, weil sie sich einfach nicht über den Weg... Doch sind Sie sind sicher über dem Weg gelaufen?
00:31:40: Beim Augenarzt.
00:31:42: Ja, genau.
00:31:44: Jawoll!
00:31:45: Wir haben... Ich würde gerne mal ganz kurz auf den Platz mit dem Blinden kommen.
00:31:49: Das passt mir ziemlich gut.
00:31:50: Gut,
00:31:50: alles klar.
00:31:51: Es gibt diese Szene.
00:31:52: Sie wandern von einer Wohnung zur nächsten und dann kommen sie das erste Mal in einen Platz vorbei wo einer der Blinden predigt.
00:31:58: Und bei denen ... Bei der ersten Runde geht es darum, dass die Blinden ihm lauschen wie er apokalyptische religiöse mystische esoterische und schon ziemlich abstrakte Erklärungsversuche liefert.
00:32:13: Warum das jetzt alles gekommen ist?
00:32:15: Wie's gekommen ist?
00:32:16: also wir haben hier wieder den Blick nach hinten.
00:32:18: warum ist es so?
00:32:20: was ist das große böse?
00:32:21: was haben wir falsch gemacht?
00:32:22: usw.
00:32:23: Und immer wenn man den blick nach hinten hat kann man nicht nach vorne schauen um zu gucken wie es weiter gehen könnte.
00:32:29: und ein paar seiten später Es muss ein anderer Platz sein, so wie ich das verstanden habe.
00:32:36: Weil die Orte auch unterschiedliche sind.
00:32:38: Es stehen auf einem anderen Platz wieder Blinde, die einen anderen Blinden zuhören... darüber predigt, dass es unglaublich verschiedene Möglichkeiten an Organisationen gibt oder was es gab und worauf sie achten könnten.
00:32:52: Das heißt wir haben den einen Platz der nach hinten gerichtet ist eine andere der nach vorne gerichtet is und im Grunde in die Kerbe schlägt die der Augenarzt immer mal wieder so hart.
00:33:02: Wir brauchen noch ne Organisation Und irgendwie muss das laufen und erstaunlich fand ich diese also bei mir in meinem Buch zumindest war es War des beides in derselben.
00:33:14: Auf derselben Stelle der rechten Seite kam das vor.
00:33:20: Ich hatte dann zwischendurch mal kurz die Seiten verloren und musste da, weil ich mein Finger nicht drinne hatte... ...und habe dann wieder aufgemacht und hab angefangen zu lesen.. ..und die Formulierung wie das angefangen hat sind genau identisch!
00:33:31: Und dachte, ey warte mal, das hab' ich doch eben gerade schon gelesen.
00:33:33: Bin ich jetzt?
00:33:34: Und dann habe ich geguckt, ne?
00:33:35: Warte mal Und dann habe ich es festgestellt, ach ja!
00:33:38: Das ist genau das gleiche nochmal an einem anderen Ort mit anderen Blinden zu anderen Themen.
00:33:43: Aber in der gleichen Formulierung und einer selten Stelle auf der rechten Seite relativ weit oben beginnt es... ...ist diese Beschreibung vom zweiten Platz auch mit ewig vielen Aufzählungen bis runter ans Seitenende.
00:33:57: Das fand ich ganz nett.
00:33:58: Ich weiß nicht ob das zufällig war oder ob's beabsichtigt war.
00:34:02: Ja also ich hab's auch gerade gesehen, dass ist tatsächlich die selbe Stelle.
00:34:04: aber Ich glaube schon offensichtlich gewollt, dass man diese beiden Abschnitte vergleicht sozusagen oder das man die zumindest als zwei Seiten einer Medaille liest.
00:34:12: Also diese weißen ja zwei Reden sozusagen von so wie Profeten im Prinzip sind das?
00:34:18: So wirkt das irgendwie oder zumindest so diese... Man kennt ja auch diese religiösen Leute, die dann auf irgendwelchen Plätzen sozusagen die Leute zusammenrufen und ihre Predigten leben.
00:34:27: für mich sind das zwei Seiten eine medaille und ich habe das bei mir unter dem Punkt Zukunftsaussichten zusammengefasst, nämlich so eine Art Andeutung der Apokalypse.
00:34:37: Das wäre die erste Rede sozusagen.
00:34:38: Genau!
00:34:39: Also es geht sozusagen um den... Okay, der Tod kommt sozusagen, Krankheit kommt wir werden alle sterben.
00:34:44: Die Reiter kommen... Also
00:34:44: Krone sind sie alle schon in der Apokolipse drinne?
00:34:46: Richtig
00:34:46: genau.
00:34:46: Die reiter kommen dann.
00:34:48: also das ist auch die Rede davon dass der Engel dann auf Erden kommt und damit scheint Lucifer gemeint zu sein irgendwie ne?
00:34:53: Also das ist schon alles sehr klar und das wird auch noch garniert.
00:34:57: Mit so einem Päsimismus der Frau des Arztes, wo es dann auch noch ein Zitat von ihr gibt.
00:35:01: Es liegen mehr Tote auf dem Weg als sonst unsere Widerstandskraft geht zu Ende die Zeit läuft ab das Wasser versiegt die Krankheiten nehmen zu dass Essen wird zu Gift.
00:35:10: Mich hat das sehr stark erinnert an diese Geschichte aus der Bibel von Moses, wie er quasi sein Volk aus den Fängen der Ägypten rausholen möchte.
00:35:21: Ja klar die waren ja fast klauend.
00:35:25: und dann kommen dann diese ganzen Flüche sozusagen oder, also das Wasser färbt sich rot und wird zu Blut.
00:35:31: Sozusagen dann das Regen von Fröschen.
00:35:33: Und dann gibt es noch so... Ich weiß gar nicht, Nichtmücken, aber so gefährliche Fluginsäcken.
00:35:39: Ich weiß gerade gar nicht was das sind.
00:35:40: Heuschrecken glaube ich.
00:35:40: Heuchschrecken müssten sein die Leute belässtigen und Krankheiten.
00:35:45: Allige Fluginsägten?
00:35:47: Ja, dass sie gar nicht aus Heuschretten sind oder sonstwas.
00:35:49: Aber quasi diese Ankündigung okay alles verändert sich sozusagen.
00:35:53: Das Essen wird vergiftet.
00:35:54: Das klingt ja nicht so... ab oder das Verfalls-Datum ist am Feind, sondern dass Essen vergiftet sich so als ob das so eine göttliche Tat ist irgendwie die damit einhergeht.
00:36:03: Was ja aber in der wirklichen Welt nicht weit weg ist weil im Grunde vergiftetes Essen mit den ganzen Toten darum liegen alles infiziert sich es alles ist kontaminiert das Essen verschimmelt es ist ungenießbar und selbst die Konserven die in irgendeinem Lager legen werden von irgendwelchen Toten stinkenden Leichen Also versperrt.
00:36:24: Ja, genau.
00:36:25: Es klang nur in dieser Zusammenfassung die die Frau noch mal vor, die sie da vornehmt quasi wie so... Das sind so diese Flüche die jetzt hintereinander auf uns zukommen sozusagen das hat sowas biblisches gehabt irgendwie ne?
00:36:37: Und ich finde, oder für mich war auch der Tod der Nachbarin so ein Symbol dafür.
00:36:41: Oder so eine Art Vorbote?
00:36:42: Ja genau!
00:36:43: Weil sie ja schon an sich ein verfallener Mensch war, der sozusagen auf Niedersste Instinkte zurückgestuft wurde, eine rohes Fleisch gegessen hat, sich da irgendwie durchgewuselt hat und auch schon einen kranken Anblick gemacht hat, weiße bleiche Haut
00:36:58: usw.,
00:36:58: und dass sie dann auch noch stirbt ist quasi das Ende von allem.
00:37:02: also der Tod dieser alten Frau quasi der aus dem Verfall der Zivilisation auch noch das Ende der Zivilisation quasi gespeist hat.
00:37:12: Und dann gibt's eben diese andere Version von dem anderen Redner, sozusagen.
00:37:17: Auf dem
00:37:17: anderen Platz?
00:37:18: Genau das genau wie du gesagt hast ja der Weg zurück ist.
00:37:21: also wir brauchen den Kapitalismus.
00:37:22: es geht um privateigentum davon spricht er dann die Börse muss zurück an das Steuersystem die Zinsen Kommunikation Repression Verbrechen Friedhöfe Rüstungsfabriken und dann ist auch noch der die Rede von Bürokratie die zurückkehren mussten Prostitutionen
00:37:37: Prostitationen
00:37:37: die Ämter usw.
00:37:39: Also alles dass was auch so mit schönen Dingen nassiziert im Leben sozusagen, das muss zurückkehren und so wird eigentlich die... Das klingt so unfassbar hart wenn man das liest.
00:37:50: Und so oh Gott ich will auf keinen Fall dahin zurück Und da wird quasi so dieser Gedanke etabliert meiner Meinung nach, dass das zurück eigentlich nur eine andere Form von Apokalypse darstellt.
00:37:59: Also beide Wege sind eigentlich schlimm und sind nicht der Ausweg in einer glücklichen zukunftsfähige Gesellschaft wenn man so will.
00:38:05: Echt?
00:38:06: Ich hätte es jetzt anders gelesen.
00:38:09: Wir müssen dahin zurück aber wir beschweren uns dann nicht mehr drüber weil... Wir haben uns ja lange genug über alles mögliche beschwert in unserem Leben.
00:38:17: Wir hatten Angst und wir hatten Wut, und wir waren frustriert und haben im Grunde nur so dahin gelebt.
00:38:22: und für den nächsten Punkt, über dem wir meckern konnten wieder weil wieder alles nicht gelaufen ist obwohl ich mit meinem zweiten Auto auf Arbeit fahre was ja das ist immer noch meine Hypothese der aus.
00:38:35: Die ursprüngliche Grund für den Ausbruch der Blindheit ist, dass die Leute im Grunde nur so in einem Tunnel von, ja, in einem egozentristischen Tunnel waren.
00:38:43: Nur für sich und auf ihre eigenen Bedürfnisse usw.
00:38:46: geachtet haben.
00:38:46: Alles war doof!
00:38:47: Die ganzen Rüstungsscheiße war douf... ...die ganzen Banken waren doof alles doof-doof-doof Ja?
00:38:54: Und ich lese das jetzt so, dass sie sagen wir brauchen das alles wieder weil da hat es gelaufen.
00:38:58: also da ist es ja gelaufen in der Zeit Da ging's uns ja im Grundegut.
00:39:01: Wir haben es nun nicht gesehen.
00:39:03: Also der, der die Rede hält, der sieht das auch so.
00:39:06: Der sieht es so.
00:39:06: aber ich glaube wir als Leser sehen das nicht so.
00:39:08: Ach so, das meinst du?
00:39:09: Ich meine jetzt ihn den Typen.
00:39:11: Der Typ
00:39:13: auf jeden Fall.
00:39:13: aber für mich war es beim Lesen eigentlich nur in meiner Vorstellung wenn ich sehe okay da geht's wieder hin ist das eine andere Form von Apokalypse irgendwie im Prinzip.
00:39:21: Für diesen Typen der findet es gut.
00:39:24: Der will das Strafrecht und das TV-Recht wieder haben.
00:39:30: Der Konsum steht dann auch noch da.
00:39:31: Versorgung und Entsorgung also diese ganzen... Kapitalistische Schlagwörter, wenn man so will und in Prostitution soll auch bitte wieder herkommen.
00:39:38: Ja absolut!
00:39:39: Der findet das gut.
00:39:40: Er will das zurück wieder etablieren und sieht darin auch eine Art Ideal sozusagen.
00:39:45: Und es symbolisiert für mich ein anderes Welt als diese alte.
00:39:48: Kann man sich im Prinzip nicht vorstellen, wenn wir nur die Erinnerung an dieser alte Welt haben?
00:39:52: Ich wollte dir gerade widersprechen mit dem Ideal weil ja... Für den Typen ist es scheinbar das Ideal.
00:40:00: Anders kann er sich es nicht vorstellen, wie's anders sein könnte.
00:40:03: Deswegen nimmt der das als Ankerpunkt für dass.
00:40:08: wir müssen das wieder genauso machen.
00:40:10: also ab jetzt müssen wir das in Zukunft genau so machen dann gehts uns wieder gut.
00:40:14: ja ohne jetzt ein irgendwelchen Stellschrauben zu drehen und sagen naja weiß mich nicht ob hier was ist so privat eingetun?
00:40:20: Was ich nicht kenne vielleicht mal ein bisschen darüber überlegen.
00:40:24: aber bei dir macht es naja.
00:40:27: also gut war jetzt alles nicht So, ja.
00:40:29: Also warum könnten wir nicht jetzt irgendwie mal anfangen schon so ein bisschen anders zu denken?
00:40:34: Das ist ja das was du ... das utopische Analystopie, was du vorhin gemeint hast.
00:40:38: Naja denn jetzt isst schon Tabularasa und jetzt können wir doch mal gucken... wie wir es da irgendwie ein bisschen besser machen
00:40:44: können.
00:40:44: Was die vorher schlecht und vielleicht machen wir es anders.
00:40:46: Am besten Fall!
00:40:47: Ja zum Beispiel einfach aufs Land ziehen.
00:40:49: Richtig,
00:40:49: zum Beispiel auf's Land ziehen, ja Genau, also so eine Reetabierung von einer alten Ordnung.
00:40:55: Und ich finde das korrespondiert auch ziemlich gut mit dem was wir beim letzten Mal hatten... ...mit diesen Leuten die festgestellt haben es bricht ne Pandemie aus und der erste Gang ist sozusagen zur Bank.
00:41:05: Ich muss mein Geld abheben!
00:41:07: Ich muss da am besten auch noch die Tresore oder das Bankpersonal bedrohen dass sie die Tressoren öffnen damit ich da auch noch ran kann.
00:41:13: Also alles ist erstmal egal.
00:41:14: ich muss nicht aus der Stadt raus ich hol mir erstmal meine Kohle ab Die habe ich dann erst mal sozusagen, also der Kapitalist durch und durch so zu sagen denn jeden von uns steckt auf einer Art.
00:41:23: Der kapitalistische Reflex
00:41:24: richtig ja sag ich jetzt übrigens wertfrei.
00:41:27: Also
00:41:29: als die
00:41:29: Verstellung die hier im Buch postuliert wird
00:41:31: das war sehr offensichtlich mit dem Zeigefinger dieser Feststellung hier im buch.
00:41:34: also das war absolut genau.
00:41:37: wir sind bei der alten und die haben sie dann beerdigt die haben sich nicht draußen liegen lassen und beerdicht heißt die haben die hoch genommen Sie konnte sehen, alle anderen nicht und sind mit dir in die zweite Etage gegangen.
00:41:52: Da wo die Wohnung der Alten war, sind mit der durch die Wohnung gegangen hinten auf die Feuertreppe um von dort aus zurück in den Hinterhof.
00:42:00: Schon sehr umständlich, um sie zu begraben.
00:42:04: und da haben wir festgestellt dass die Alte hat die ganzen Käfige aufgemacht damit die Hasen sich ernähren können, die Hühner ein bisschen picken können Und auch dort brauchten sie plötzlich wieder eine Schaufel oder eine Hacke, um sich zu begraben.
00:42:17: Ich dachte ach guck mal das hatten wir doch mal.
00:42:19: Warte mal was war denn das?
00:42:20: Das war davor Eonen und zwar war das Teil des Begrabungs der Begabungsszene vom Autodieben im Sanatorium.
00:42:30: und dann haben Sie die alte.
00:42:32: so ein bisschen begrabender kam ganz viele Blinder die irgendwie heimlich leise in ihren Wohnungen waren auf die Balkone raus um zu schauen zu hören Ja?
00:42:43: Und es hat mich so ein bisschen ... Ich dachte, oh!
00:42:46: So viele sind hier.
00:42:47: Ich dachte wir alles zu verlassen und so.
00:42:48: Also... Hier sind doch schon alle.
00:42:50: Also warum...?
00:42:51: Also weiß ich meine...
00:42:52: Absolut ja.
00:42:54: Ihr hockt alle im Grunde das was die Sehende oder die Haltung der Sehenden war.
00:43:01: Es sind doch alle da.
00:43:03: Jetzt müssten alle nur mal wieder in die Aktion kommen Und dann brauchen wir gar nicht viel.
00:43:08: Wir haben hier einen Hinterhof was auch immer und können uns jetzt mal so ein bisschen, aber stattdessen bleibt jeder in seiner kleinen Wohnung... ...und wartet darauf dass irgendwas
00:43:18: passiert.".
00:43:19: Das hat auch sowas zombiehaftes gehabt ne?
00:43:22: Also sehr klar gesagt die Sehende dass diese Geräusche vor allem dadurch so laut wurden, dass immer wenn man mal mit der Hacke auf dem Boden schlägt das dann... Dass man da aus Versehen meinen Stein trifft sozusagen und das macht dann diesen lauten Klang sozusagen.
00:43:33: Und dann dieser Klang lockt die Leute dann quasi raus und sie wissen aber eigentlich gar nicht scheinen gar nicht so richtig zu wissen ja was wollen Sie da eigentlich da draußen?
00:43:40: Also Sie können ja nichts sehen!
00:43:42: Sie kriegen ja nichts mit außer dieses Klappen sozusagen.
00:43:44: Das ist so ein Reflex und es wirkt so zombiehaft total genauso wie in der Kirche später auch noch und so.
00:43:50: also dieses ganze oder auf den Straßen hat man's ja vorher schon festgestellt.
00:43:54: Zombiehaft ist halt etwas sehr unkontrolliert, dass man hingeht und so weiter und sofort.
00:43:58: Als ob das einfach nur so ein Reflex ist der sich da etabliert hat ohne dass irgendwie einen Sinn oder ein Verstand oder ein Ziel dahinter steckt.
00:44:05: Es ist einfach etwas anderes außer die Lehre und die Stille.
00:44:11: Und hier haben wir auch nicht viel gemacht.
00:44:13: Da hat keiner irgendwas gerufen.
00:44:15: helft uns ich hab was zum tauschen.
00:44:19: habt ihr essen dabei irgendwas klassisch?
00:44:21: die stehen einfach an dem balkon und dann ruft die frau nach oben bei dieser total genervt ist von diesen leuten.
00:44:28: sie wird wiederkommen im sinne von auferstehen.
00:44:32: Da waren sie sich selber noch nicht so ganz klar.
00:44:34: Sie sagt ja extra, dass sie nicht das Wort auferstehen benutzt hat und diese christliche H analogie nicht komplett auszureizen.
00:44:40: aber es scheint irgendwie das zu bedeuten an der gewissen Weise.
00:44:43: Das sagt
00:44:44: auch nur das!
00:44:44: Ich sage nicht wer damit gemeint ist.
00:44:47: Also nicht als natürlich physisch im Sinne von, dass die wieder aufsteht also aus ihrem Grab aussteigt und dann wieder die alte Frau ist sondern in einer gewissen Weise scheint da etwas Ideales mit verbunden zu sein was aber auch meines Businesses nicht so sehr erklärt wird sondern Interpretationsspiel und bleibt, sag ich mal.
00:45:03: Also quasi etwas wird auferstehen aus dem was hier diese Gesellschaft jetzt geschaffen hat in irgendeiner Weise.
00:45:09: aber was das sein wird bleibt offen.
00:45:11: Ja das war wie so ein verzweifelter Ruf einfach in diesem Innenhof an alle die da irgendwie zugehört haben ohne jetzt das wirklich einfach nicht zu erklären.
00:45:21: Da hat auch gar keiner reagiert oder so.
00:45:22: Der ist gerufen und dann sind sie einfach wieder gegangen.
00:45:27: Hast du zu der Frau noch was?
00:45:29: Zu Alten?
00:45:32: Ja, ich hatte... Ich war ein bisschen irritiert.
00:45:35: Weil die alte lag ja draußen vor dem Haus mit dem Schlüssel für die Wohnung zur Frau mit der Sonnenbrille.
00:45:42: Und ich dachte, die hatte sie schon!
00:45:45: Weil das letzte Mal ist er die Frau mit SonnenBrille, die junge Frau durch die Wohnung der Alten gegangen zu ihrer Wohnung runter, eine Etage tiefer glaube ich Oder höher?
00:45:55: Das war egal.
00:45:57: Und er hat von drinnen einen Schlüssel stecken sehen, den sie genommen hat.
00:45:59: und dann haben die explizit noch gesagt, ach ja guck mal, dann brauche ich denen den Schlüssel der alten Frau nicht mehr.
00:46:05: Das fand ich so ein bisschen irritierend warum das jetzt so war.
00:46:09: Ich hab dir jetzt keine Lösung dafür, aber... Habe
00:46:11: ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht.
00:46:12: Gut!
00:46:13: Aber im Endeffekt sagt das ja auch wieder was über diese ältere Frau aus, die ja also nehmen wir an sie hatte den Schlüssel sozusagen und wollte und die diskutieren ja auch immer sehr lange darüber ne?
00:46:21: Also ging es jetzt wirklich darum sozusagen als vor oder schon so ein Vorwissen zu haben, dass die Frau mit Brille wieder zurückkehrt und dann einen Schlüssel braucht um in ihre Wohnung einzukommen.
00:46:31: Und wenn das so ist sagt er es ja auch wieder oder zeichnet sich das ja auch als ein empathisches Wesen was im Angesicht des drohenden Todes dann doch nochmal den Gedanken an anderen Menschen entwickelt.
00:46:41: Im Sinne von ich gehe jetzt daraus nehmen aber den Schlüssel für die Wohnung dieser anderen Personen mit damit sie den relativ schnell findet wenn sie hier vorbei sind.
00:46:47: Oder
00:46:47: irgendwelche Personen Damit die einen Unterschlupf haben.
00:46:51: Oder so, ja klar.
00:46:52: Weil die Hasen und Hühner hat sich auch freigelassen vorher.
00:46:54: Also sie muss ja irgendwie davon ausgegangen sein.
00:46:56: okay jetzt ist es feierabend.
00:46:57: Jetzt
00:46:57: kann ich nicht mehr... jetzt lässt ihr ihn noch frei weil sonst würden die Hasem und die Hühners in ihren Käwigen sterben.
00:47:01: Das wär ja auch doof.
00:47:03: Aber irgendwas war noch da!
00:47:04: Ja, das ist absolut der.
00:47:05: Irgendeine Form von Menschlichkeit.
00:47:07: Genau und dann bekommen wir ja und das passt eigentlich ziemlich gut Wir haben jetzt diese sehr intensive anstrengende Beerdigung gehabt usw.
00:47:15: Und es gibt hier In der Passage, die wir gelesen haben noch eine andere Form von Beerdigung, wenn man so will.
00:47:20: Die mit dem Supermarktkeller zusammenhängt.
00:47:23: Ja.
00:47:24: Wo ja dann die ganzen Leichen gestapelt wurden bzw.
00:47:27: das ist das was die Frau des Arzes reintepretiert also dass dieser... Keller quasi als Unterschlupf genutzt wurde von noch lebenden, erblindeten die dann quasi um den Gestank zu entfernen aus dem Supermarkt quasi die ganzen Leichen dahinten reingestapelt haben.
00:47:43: Um die quasi zuzuschließen.
00:47:45: also offensichtlich haben diese Tür entdeckt, diese Metalltür und haben das ausgenutzt wahrscheinlich vorher das Essen entfernt oder vieles davon zumindest rausgeholt beziehungsweise... Das weiß man nicht so richtig weil sie sehen es ja nicht oder konnten's ja nicht sehen.
00:48:01: Ja, also es ist was ganz anderes als das vorher war.
00:48:04: Denn vorher ist ja die Frau da reingegangen und da war das einzige Problem die Dunkelheit.
00:48:09: Und zwar so der erste Moment in dem sie selber mal nur auf ihr Gehör zurückgeworfen ist... ...und diesmal hat sich relativ schnell schon gezeigt, da ist noch viel mehr.
00:48:20: Schon vorher ne?
00:48:21: Der Gestank vorher schon draußen aus dem Supermarkt.
00:48:23: Sie haben sicher gewundert warum da auf einmal kein Mensch mehr drin ist sozusagen nach Essen sucht.
00:48:30: kriegen wir auch gar nicht so ein richtiges Bild, wie viel da los ist oder was da los.
00:48:34: Weil alles einfach stockdunkel ist und die Frau...
00:48:39: Im Supermarkt selbst?
00:48:40: Nein
00:48:41: unten meine ich jetzt.
00:48:42: Unten
00:48:42: dann im Keller ja genau.
00:48:43: Das wissen wir ja nicht, wie viele das ist.
00:48:46: Das muss so absurd stark und heftig gestunken haben dass die Frau im Grunde zusammengebrochen ist.
00:48:53: also sie konnte dann noch gar nicht mehr irgendwie atmen.
00:48:55: der Hund ist schon gar nicht mit reingegangen.
00:48:57: Da war eine Sache dabei, die habe ich noch nicht rausgefunden was das war.
00:49:04: und zwar hat die Frau gesehen dass irgendwie an den Tür schlitzen da irgendwas leuchtet.
00:49:11: Ja ein kleines Flämmchen oder sowas Und hatte es später als fosforisiertes Hydrogenium bezeichnet Als Teil der Verwesung.
00:49:20: ja Ich habe geguggelt mehrfach und das gibt es dicht.
00:49:26: Also diesen Begriff gibt es nicht.
00:49:28: Und ich habe sogar auf irgendeiner Seite...
00:49:33: Ich
00:49:33: weiß das nicht mehr, was das war.
00:49:36: Da ging's um die Verwesung des Menschen in verschiedene Stadien relativ medizinisch erklärt und unten war eine Kommentarfunktion und da schrieb jemand rein, ich habe einen Roman gelesen, da hat der Autor geschrieben ... helle Flämmchen kommen wegen fosforistiertem Hydrogenium.
00:49:55: Was ist denn das?
00:49:56: Da gab es leider keine Antwort auf diesen Kommentar und... Es könnte sein, dass das vielleicht an der Übersetzung liegt,... Das Rai-Güde Mertenmertin...
00:50:12: Den haben so oft gesagt,
00:50:15: dass da irgendwas versetzt wurde oder es ist irgendeine Fantasie ... medizinischer Fachbegriff oder sowas.
00:50:24: Ich fand es nur so, dass stark so raus.
00:50:28: Wir kommen ja nicht mit medizinischen Fachbegriffen um die Ecke und dann steht plötzlich da phosphoresziertes Hydrogenium was... Und sie kam da so mit der Erklärung für diese Lichtpunkte am Ende wieder mit um die ecke.
00:50:45: Ich erkläre das mit etwas, was ich auch relativ häufig mache wenn ich unsicher bin oder so eine gewisse Distanz aufbauen möchte.
00:50:51: Und zwar merke ich das auch gerade hier im Podcast, wenn ich merke mir fallen gerade irgendwie keine Wörter ein und ich bin verunsichert dass sich dann ganz ganz viel sage und irgendwie aus Reflex irgendwelche Fachbegriffe einfach reinschmeißen.
00:51:03: Ich glaube, dass das hier auch so ne Form von Überforderung einfach war die sich dadurch ausdrückt denn das was sie ja symbolisch transportiert hat und es wird ja auch mehrfach gesagt ist da hinter zu brennen scheint oder dass sich das anfühlt wie Flammen Wie Brennen?
00:51:16: Sie sieht die.
00:51:17: Genau, sie sieht dieses Leuchten und assoziiert das mit Flammen.
00:51:20: Und diese Überforderung scheint mir daher zu kommen dass dieser Keller ja auch vorher schon eine symbolische Bedeutung hatte als wir darüber gesprochen hatten.
00:51:28: in der vorletzten Folge glaube ich war das... die Tür wieder zugemacht hat, damit andere blinde das Essen was da drin ist nicht sieht.
00:51:37: Das heißt sie hat sich Schuld aufgeladen.
00:51:39: In einer gewissen Weise hat sie es gemacht und das erkennen wir auch dadurch dass ihr dann später wenn Sie wieder in unserer Gruppe war gerade diesen Aspekt ich habe die Tür zugemachten verschwiegen hat.
00:51:49: Das heisst sie hatte so eine gewisse Schuld in sich drinnen.
00:51:51: Und dieser Gang in den Keller oder Sie kommen ja nicht rein, die Tür bleibt ja geschlossen.
00:51:56: Spiegelt auch wieder diese Lesweise der Konfrontation mit dem eigenen Bösen oder mit den eigenen Verdrängen sozusagen in einer gewissen Weise und das führt zu so eine Überforderung, die sich dann auch in diesem symbolischen Bild des Brandes darunter manifestiert weil irgendwie ich hatte in der Szene nicht wirklich den Eindruck dass es gebrannt hat Weil wir ja eher diesen Verwesungsgestank wahrgenommen haben und es wurde nicht beschrieben, dass das irgendwie nach Asche oder... Nein,
00:52:25: nein.
00:52:25: Gebrannt hat er's auch nicht!
00:52:27: Sie hat gesehen, dass im Türspalt kleine Flämmchen geleuchtet haben.
00:52:32: Also wie so was ich... Gibt's ein Verwäsungsgrad?
00:52:34: Was ist die dann plötzlich sich entzünden oder sowas?
00:52:36: Aber das stimmt ja auch nicht.
00:52:37: also das habe ich ja geguckt.
00:52:39: Ich glaube man kann das physikalisch nicht erklären.
00:52:41: Ich glaub'e das ist wirklich in ihrem Kopf auf eine gewisse Weise.
00:52:47: Ich wollte jetzt gerade sagen, der Mann hat es ja auch nicht gesehen.
00:52:51: Das war nicht mal
00:52:55: drinne?
00:52:56: Ja richtig und genau das ist eine Wiederholung wenn es dahinter gebrannt hätte oder zumindest dieser Eindruck den sie gehabt hat.
00:53:04: Es ist ja auch eine Wiederhohlung von dem Brand im Sanatorium Das wird er dadurch wieder aufgegriffen.
00:53:08: Da sind ganz viele Menschen verbrannt sozusagen.
00:53:12: Für mich hatte das in Verbindung mit der Tatsache, dass andere Erblindete dort die Leichen reingestabelt haben.
00:53:20: Hatte das so eine gewisse Form von Holocaust-Analogie irgendwie?
00:53:23: Nicht im Sinne von Vernichtung von irgendwelchen Menschen, die eine bestimmte Herkunft Religion oder so weiter und sofort haben aber dieses pragmatische fast industrielle Beseitigen Leichen, die man quasi als so eine Art Müll quasi von sich wegschieben möchte.
00:53:38: Weißt du?
00:53:38: Es gibt ja auch diese Bilder von Großbränden und von Leichen... ...die wir aus irgendwelchen Holocaust-Dokumentationen beispielsweise kennen oder aus anderen Spielfilmen usw.
00:53:47: Das war so eine Assoziation, die ich damit hatte, dass diese Form vom Blindheit auch nochmal dieses pragmatische fast böse Menschen hervorgerufen hat was im krassen Gegensatz zu dieser mühsamen Arbeit des Bestattens steht, das wir vorher anhand der
00:54:04: älteren Frauen hatten.
00:54:06: Das ist so ein Gegensatz, den mir da aufgemacht wurde.
00:54:08: Dass quasi die Frau des Arzes sich auch noch diese Form von Menschlichkeit bewahrt hat selbst unter dem extremen Druck, den sie jetzt zu spüren scheint.
00:54:17: Es wird ja dann in der Folge auch deutlich klar dass sie fast am umkippen ist und so weiter und sofort und am Ende ihrer Kräfte ist.
00:54:23: Und selbst das noch tut während die anderen Menschen einfach sagen wir haben hier diese Leiche, das stimmt aber ganz schön, schmeißen die auch noch dahinten in die Keller rein?
00:54:31: Ja okay gut Lassen wir es erst mal.
00:54:35: Gut, reicht mir erstmal.
00:54:36: Gut.
00:54:37: Wollen wir zur Kirche kommen?
00:54:39: Ja ist ja direkt im Anschluss.
00:54:40: Genau das hier direkt im Anschluss, wir kommen in die Kirche rein.
00:54:42: du hast es ja in deiner Handlungs- zusammenfassung schon gehabt.
00:54:46: was hattest du gedacht als erstmals dieses Bild aufgemacht wurde dass allen gemälden und allen Statuen und so weiter und sofort die Augen quasi verbunden übermalt usw.
00:54:56: Was waren so deine?
00:54:57: was hast du da gedacht in dem Moment?
00:54:59: Schon sehr aufwendig Und ich hatte mir versucht, so eine große Kirche mit ganz vielen Statuen und Bildern sofort zu stellen.
00:55:07: Die sind ja auch irgendwie... die Gemälde sind ja jetzt auch von kleinen Gemälden, die irgendwo auf einem Tischchen stehen und riesengroße, die dann hängen.
00:55:15: oder diese Glas- also Glasbilder, wie nennt sich das?
00:55:20: Was meine ich hier?
00:55:20: Ja,
00:55:20: ja, ich weiß was du meinst, der hat diese... äh... ja, ja.
00:55:23: Und Glasgemäde
00:55:24: da, so den Kramm.
00:55:25: Das ist schon recht unheimlich gewesen Aber irgendwie ... Ich hatte gar nicht die Kirche so assoziiert, dass sie vollgepackt war.
00:55:38: Ich dachte erst gehen in die Kirchen rein und die ist still.
00:55:41: Die sind alleine!
00:55:44: Das sind
00:55:44: keine anderen Menschen da?
00:55:45: Das habe ich auch gedacht.
00:55:46: Also
00:55:47: das war ja der Gedanke des Augenarztes... Sie zu stützen, dann sagen wir gehen jetzt dahin.
00:55:55: Da ist vielleicht ein bisschen kühler und hier ist ein Ort der Ruhe.
00:55:58: Dann können wir uns mal entspannt hinsetzen oder hinlegen
00:56:00: usw.,
00:56:01: aber die haben ja gerade so einen Platz bekommen.
00:56:03: Die mussten ja andere bei Seite schieben weil da irgendwie alle in dieser Kirche rum sind was auch eine Form von vielleicht beginnende Organisationen sein kann.
00:56:16: Aber auch die sind den nächsten Schritt nicht weitergegangen.
00:56:19: Die saßen ja einfach nur da und haben gehofft, dass es bitte irgendwie weit vorbei ist.
00:56:23: Ja absolut!
00:56:24: Und waren dann sofort verängstigt?
00:56:25: Sofort
00:56:26: ziemlich total irritiert als sie denn irgendwie die... Also wir haben eine ganz lange Sequenz noch wo sie dann beschreibt was sie sieht und was das also ne ganze Liste von Aufzählungen was da irgendwie mit weißer Farbe überbinset wurde oder mit einem Tuch abgedeckt wurde.
00:56:46: Ich würde es nicht komplett vorlesen, aber nochmal ganz kurz so mit Ihren Eindruck bekommt.
00:56:50: zum Beispiel hier und außerdem war da eine Frau die ihre Tochter das Lesend beibrachte beide hatten die Augen verbunden und einen Mann mit einem offenen Buch vor sich auf dem ein kleine Junge saßt und beiden waren die Augen verboten Und ein Alter mit langem Bart mit drei Schlüsseln in der Hand auch seine Augen waren verboten und so geht das immer weiter.
00:57:06: also da werden diese ganzen verschiedenen Figuren aufgezählt ... allen sind die Augen verbunden.
00:57:09: Das geht über eine Seite.
00:57:10: Das sind Statuen, das sind keine echten Menschen?
00:57:11: Richtig genau!
00:57:12: Statuen oder Bilder... ... über die mit weißer Farbe gemalt wurde, über die Augen.
00:57:16: Also da hat sich jemand richtig die Mühe gemacht und dann wird auch noch diskutiert was das jetzt ob es gut war oder nicht gut war, ob der Pfarrer vorhergemacht hat weil er gesagt hat na gut ist sowieso alles keinen Sinn mehr.
00:57:29: und wenn ist das denn jetzt eigentlich die größte Kirchenschenderei die man sich so vorstellen könnte?
00:57:37: Das erzählt lustigerweise der erste Blinde dann.
00:57:39: Da wird gesagt, die sind jetzt nicht da vor Ort aber die erzählten später davon.
00:57:44: und da wird dann gesagt dass der erste blinde uns seine frau da völlig empört waren wo auch dieses Bild von so einem sehr christlichen Ehepaar aufgemacht wird wieder das konservative.
00:57:53: ich will zurück in meine Heimat und so Ich will zurück im Haus und so das schwingt ja alles irgendwie mit
00:57:57: Ja.
00:57:58: und letztendlich wussten die Leute die da drin sind gar nicht dass es so war.
00:58:02: Die haben sich da diesen Bildern hingegeben oder diesem Glauben hingegeben, aber eigentlich... Du am Ende ist die Blindheit dann auch religiös und moralisch angekommen.
00:58:13: Ja?
00:58:13: Und das war für mich noch so ein Zeichen dafür.
00:58:17: okay!
00:58:19: Die Leute sind nicht nur physisch blind Und es unterstreicht im Grunde das, was die Sehende die ganze Zeit sagt.
00:58:26: Das geht bis ins Herz.
00:58:27: Es geht nicht darum dass wir nicht sehen sondern dass wir im Grunden nicht glauben.
00:58:30: Wir fühlen nicht... ...wir sehn den anderen Menschen und die Welt nicht.
00:58:35: Absolut!
00:58:36: Und wir hatten ja beim letzten Mal schon etabliert bekommen dass wir dieses Wechselverhältnis von Medien, also zum Beispiel Bildern und Mensch haben.
00:58:46: Also ein Mensch schaut sich ein Bild an nimmt die Ideen dort raus quasi, die er da rein interpretiert nimmt sie für sich in seine Persönlichkeit mit auf, spricht mit anderen Menschen, produziert vielleicht selber Kunst und so weiter.
00:58:56: Und trägt diese Ideen in irgendeiner Form weiter?
00:58:58: Ich habe übrigens ... ich dachte, ich war schlau und bin einer der Ersten die das rausgefunden haben.
00:59:02: Ist natürlich nicht so!
00:59:03: Ich habe festgestellt es gibt einen passenden Begriff den ich hab jetzt immer verwenden werde wenn sowas kommt.
00:59:08: Verwendet mich nämlich auch im Filmpodcast ganz häufig.
00:59:10: Das ist der Begriff der Anthropomedialität.
00:59:12: Also die Verschränkung ...
00:59:13: Sag das Wort noch mal.
00:59:14: Anthropomedialität Genau.
00:59:17: Und jetzt erklärst du dem Begriff nochmal.
00:59:18: Eine Anthropo quasi von Menschen.
00:59:20: also es gibt auch Anthropologie, beispielsweise die Lehre für Menschen und so weiter.
00:59:23: Und sofort medialität.
00:59:24: halt die Lehren von den Medien oder Medien, also die Verschränkungen von beiden.
00:59:28: sozusagen ist genau das was ich quasi damit erklärt habe.
00:59:31: Also dieses Wechselverhältnis zwischen Menschen besteht und wir hatten es ja vorher schon mal dass die Frau auch daran verzweifelt, dass sie überall quasi nur noch diese blinden Menschen sieht.
00:59:42: Also sie sieht quasi nicht mehr die Persönlichkeiten dahinter.
00:59:45: Die sehen wir ja auch mehr oder weniger nicht so richtig.
00:59:47: Wir sind ja immer nur die Frau von und der Arzt
00:59:49: usw.,
00:59:49: sondern die Menschen werden eigentlich auf ihre Blindheit in einer gewissen Weise reduziert.
00:59:53: Das wurde beim letzten Mal ganz klar als die im Hof der alten Frau waren und versucht haben sich zu waschen.
00:59:58: Als das Arzt es dann noch so Tränen vergossen hat weil sie das nicht mit ansehen konnte usw.
01:00:04: Und wenn wir jetzt davon ausgehen oder diesen Begriff der Anthropomedialität ernst nehmen, dass quasi auch Kunst die Produktion ist von Menschen mit gewissen Ideen.
01:00:14: Dann ist ja das Betrachten dieser Gemälde genau das Gleiche was die Frau des Arzes anhand der anderen Menschen durchmacht.
01:00:19: Sie guckt auf diese Gemäle und sieht dann natürlich diese verschiedenen Figuren aber... durch das übermalen oder über verbinden der Augen wird diese Figur ja immer auf ihrer Blindheit reduziert.
01:00:33: Wir gucken auf dieses Bild und es ist quasi vorkodiert, dass Thema dieses Bildes in irgendeiner Form Blindheit sozusagen.
01:00:39: Und das ist ja das Gleiche was die Frau quasi in der realen Welt mit allen anderen Menschen auch hat.
01:00:42: also Es gibt da auch ein Zitat von ihr.
01:00:46: Sie sagt dann währenddessen auf Seite threehundert sieben achtzig kurz nachdem diese ganzen das sind das und da wurden die augen verbunden sozusagen.
01:00:53: also diese lange passage kommt danach sagt sie ich werde immer weniger sehen.
01:00:57: auch wenn ich das augentlich nicht verliere werde ich immer blinder mit jedem tag weil ich niemanden habe der mich sehen kann also wo man auch wieder dieses quasi auch menschen als medien dieses bild hat.
01:01:07: ne also dieses jemand sieht mich.
01:01:09: ... und allein dadurch auch, dass ich gesehen werde, konstruiere... ...ich mich schon in einer gewissen Weise als Identität.
01:01:15: Also da alleine die Tatsache, das ich wahrgenommen werde sozusagen,... ...macht schon etwas mit mir und führt dazu, dass Ich mich anders verhalte als... ...als die Frau des Arztes es jetzt tut wenn sie weiß ist so komplett unbeobachtet... ...und kann aber auch alle anderen Menschen nur auf ihre Blindheit reduzieren... ...in eine gewisse Weise?
01:01:30: Ja und es schafft Verbindung!
01:01:34: Die Verbindung hat sie jetzt in ihrer Leidensgemeinschaft da mit den anderen noch und mit ihrem Mann so.
01:01:39: Aber mit allen anderen, der im nächsten kam wäre der Schriftsteller, das hatten wir schon aber für dem war es alles noch ein bisschen zu frisch weil er gerade herausgefragt hatte wie war's denn im Sanatorium wo Sie dann irgendwie gerade so ein paar Tage draußen waren?
01:01:54: Ein bisschen schwierig, aber genau im Grunde ist sie dabei sich zu verlieren weil sie alleine in dieser ganzen Welt von Blinden ist.
01:02:01: Ja
01:02:02: körperlich erschöpft und auch ideologisch oder ideell erkennt Sie das auch geistig es keine Forderungen in irgendeiner Weise gibt.
01:02:09: Es gibt quasi nur noch die ewige Sisyphus Arbeit wenn man so will quasi für die anderen Erblendeten da zu sein mit denen sie unterwegs sind.
01:02:16: ja und ich glaube ihre Befürchtung ist ist, dass das Eintritt, was die schon von Anfang an des Buches mit drin war.
01:02:25: Das war eine der frühen Befürchtungen, die sie hatte noch bevor sie gesagt hat, dass sie sehen kann.
01:02:32: Er hat sich überlegt, sag ich den jetzt, dass ich sehen kann oder nicht?
01:02:35: Aber was könnte denn passieren?
01:02:37: Es könnte passieren, dass alle mich verlassen und dann irgendwie rum... Ich muss dann rumeiern und die Leute irgendwie versorgen
01:02:43: hat sogar Angst vor der Versklavung an einem Punkt.
01:02:45: Genau und letztendlich ist es ja auch soweit gekommen, dass sie ja zu hundert Prozent für die Sicherheit und die Versorgung dieser Gruppe da ist und jetzt irgendwie kurz davor ist dem Ganzen so ein bisschen kann nicht mehr geht nicht mehr so sich alleine
01:03:01: absolut genau Ja.
01:03:04: also wenn du nichts mehr zur Kirche hast
01:03:05: naja dann bricht diese komische Panik aus alle hauen
01:03:08: ab.
01:03:08: Das fand ich auch noch mal sehr interessant, weil es gibt keinen richtigen Grund dafür.
01:03:16: Weil das war irgendwie so gut beschrieben, weil plötzlich ist diese Panik schneller als der das Wort oder der Gedanke oder was auch immer und alle hassten hoch und man sitzt da in einer Menge drin und alles sagt raus, raus, heraus, raus... Und niemand weiß warum!
01:03:31: Man könnte einfach sitzen bleiben und dann sind alle durch die eine Eingangstür rausgerannt Aus dieser Kirche raus, nachdem wir herausgefunden haben alle Augen sind bedeckt.
01:03:42: Ja auch in Bezug zum Sanatorium also da gab es ja auch mal so eine Szene Da ging's zwar nicht raus sonst gingen rein hat diese ganze riesige Menge an Menschen sozusagen reingeschickt wurde sich alles bedrinken und sie alle bedrängten und das auch die Angst gab.
01:03:56: da gab´s ja auch die Treppenstufen Da gab es ja auch die Treppenstufen, wo Menschen hingefallen sind.
01:04:00: Wo sie quasi zermeimt zertreten wurden aus Versehen oder weniger und das gleiche Bild haben wir hier.
01:04:06: also die Frau des Arzes philosophiert ja auch darüber.
01:04:08: okay die Menschen gehen jetzt über diese Treppen stufen einige werden hinfallen manche werden sich dann freuen ok oder werden erst mal nicht wissen wie tief Sie eigentlich fallen.
01:04:16: sozusagen
01:04:17: wenn
01:04:19: wer eine feststellen ok ich bin gar nicht so tief gefallen das kann irgendwie weitergehen andere werde nicht wieder aufwachen weil sich irgendwas gebrochen haben ...
01:04:27: überlaufen werden.
01:04:28: Oder
01:04:28: überlauchen werden, ganz genau!
01:04:30: Das ist dann... Ja
01:04:32: und das gibt natürlich der... Also erst mal dem Hund die Gelegenheit für sich selber Futter zu suchen und der Frau des Arztes,... ...die dann sagt so gut, da nehme ich jetzt hier noch Zeug mit.
01:04:42: Hier bleibt jetzt alles liegen.
01:04:43: Dann nehme ich es jetzt halt einfach mit.
01:04:44: und dann gehen die wieder heim und finden sich zu ihrem abendlichen Ritual des Vorlesens zusammen.
01:04:51: Und das Vorlesen, das ist so ein wiederholendes Szene am Ende jedes Tages.
01:04:57: Sie sitzen irgendwie zusammen im Wohnzimmer auf der Couch, jeder findet so seinen Plätzchen... ...und die Frau liest irgendwas vor.
01:05:03: Wir wissen gar nicht so richtig was sie vorliest aber das spielt auch gar keine Rolle!
01:05:07: Man weiß auch nicht so wirklich ob alle irgendwie zuhören, aber es gibt eine Gelegenheit der Ruhe.
01:05:13: Jetzt bringen wir den Tag zu Ende, wir sind sicher sauber satt und haben irgendwie noch geistiges Futter für die Leute, die gerne geistige Futter haben wollen.
01:05:23: Und andere lassen vielleicht ihre Gedanken ein bisschen schweifen so der erste Blinde zum Beispiel.
01:05:29: Der denkt sehr eifrig darüber nach ob das gut wäre aufs Land zu ziehen oder nicht.
01:05:32: Das wiegt so ein bisschen das Für-und-Wiener ab und manche schlafen auch wieder dabei ein.
01:05:37: So!
01:05:39: Und dann ganz plötzlich kann er erste Blende wieder sehen mit einem Mal Wir sind zu Point of Use, wir sind bei dem ersten Blinden.
01:05:47: Verfolgen so ein bisschen seine Gedanken und dann macht er seine Augen auf und kann wieder sehen.
01:05:52: Und Heurika ist natürlich außerrand und band der Mann.
01:06:00: Wie geht's weiter?
01:06:01: Dann war die junge Frau mit der Brille kommt als Nächstes und dann sieht sie jetzt nicht mehr die Sehende.
01:06:07: aber die Frau des Arzes umarmt sich erst mal und bei der fällt erstmal alles ab ... bricht in Tränen aus, sackt zusammen und dann kommt jetzt erst mal alles das raus was irgendwie da war.
01:06:21: Was sie bis jetzt mit aller Kraft bei sich gehalten hat um die Gruppe zusammen zu halten?
01:06:26: Absolut ja!
01:06:27: Und sie geht dann auch zum alten Mann mit Augenklappe... Ja!
01:06:30: ...und dann etabliert sich quasi diese Liebesbeziehung auch in dem quasi Zustand von vorher also auch im Sehenszustand sozusagen ne.
01:06:37: Die Befürchtungen des alten Mannes waren nicht... Also... Quatsch, jetzt geht ein gutes
01:06:45: Wort dafür.
01:06:47: Waren unnötig und die werden ein Liebespark genau also auch in dieser Welt.
01:06:52: das ist ja schon mal so.
01:06:53: der erste Weg von aber
01:06:55: der kann noch nicht sehen.
01:06:56: Der kann doch nichts sehen.
01:06:57: Das etabliert sich dann wieder oder ich glaube nicht raus.
01:07:00: Die schlappt den sich und dann hauen sie in die Wohnung
01:07:02: ab richtig genau und da etabliert sich aber schon dieses Ding von okay.
01:07:08: Diese Frau hat jetzt quasi im Verlauf der Geschichte einen Weg durchgemacht, dass sie was ihre sexuellen Vorlieben, das Verlangen nach liebes Beziehungen, nach intimem Beziehung generell.
01:07:20: Dass sich das nicht mehr die Frau vorher auf dieses Voralleben vor der Pandemie stützen kann, sondern dass da eine neue Form von verlangen entstanden ist... Was anderes ist als das Vorherrchen?
01:07:36: Beziehung einfach.
01:07:37: Ja, genau.
01:07:38: Ziefen dauerhaften Beziehungen zu einem Menschen der auch sie sieht weil die ganzen ihre ganzen Leute da diese da bezahlt haben, die haben Sie ja nicht gesehen.
01:07:45: Genau aber aber auch zum quasi älteren Mann der sich das selbst zumindest nicht vorstellen konnte dass das vor der Pandemie in irgendeiner Weise sich realisiert hätte.
01:07:55: Und was wir dann aber generell auch bekommen ist quasi die Reetablierung der Vergangenheit die hier Stück für Stück losgeht.
01:08:01: Und eben man muss dazu sagen, wir sind auf der letzten Seite oder letzten anderthalb Seiten.
01:08:05: da passiert das!
01:08:06: Ja
01:08:07: und es deutet sich quasi genau die Wiederkehr zu dem was der zweite Redner sagt an.
01:08:12: Also die Rethalbierung einer Gesellschaft.
01:08:14: Das geht damit los dass der erste blinde den Arzt sieht.
01:08:18: Sie haben sich noch nie gesiegt
01:08:20: Verrückt stimmt genau.
01:08:22: Die
01:08:22: haben sich doch nie gesiedts immer geduht und auf einmal sieht sie sich auch gegenseitig wieder.
01:08:25: Das heißt es geht beim arzt auch schon weiter sozusagen.
01:08:29: Es geht damit los, dass der erste Blinde auch direkt das Verlangen hat in seine eigene alte Wohnung wieder zu ziehen und maht sich schon so ein bisschen die Konfrontation.
01:08:37: also keine schlimme Konfrontations aber dieses Treffen mit dem Schriftsteller aus sozusagen.
01:08:43: Er erklärt sich das ein bisschen naja jetzt wird ja seine Wohnung aufrei deswegen kann man da hinzulegen.
01:08:46: Ja genau dann kann er wieder zurück.
01:08:48: Und es wird auch von Seiten des Arzes gesagt dass der alte Mann mit Augenklappe sich erst mal wundern wird weil sein Starr immer noch da ist.
01:08:56: und er sagt dann zugedessen Wenn das Leben sich wieder normalisiert hat und alles wieder funktioniert, werde ich ihn operieren.
01:09:03: Das ist nur eine Frage von Wochen da dort sich schon das etablierende alten Verhältnis sozusagen direkt wieder an so.
01:09:09: Und das ist im Prinzip für mich der Wind gewesen.
01:09:13: die Leute haben nicht angefangen wirklich zu sehen.
01:09:16: Die leute sind einfach genau wie die Frau gesagt hat.
01:09:19: Ich glaube es gibt auch ein Zitat Was ich mir aber nicht rausgeschrieben habe, ist auch egal.
01:09:25: Also die Frauen sagen dann sinngemäß... Sehend
01:09:28: blind oder sie sind sehend aber nicht sehnd?
01:09:31: Genau richtig.
01:09:32: Sie sind sehnende Blinde wenn man so will.
01:09:36: Sinn, diese biologische Funktion des Sehens auszuüben.
01:09:38: Aber sind nicht in der Lage dahinter zu sehen weiterzusehen als das als die Oberfläche, die sie betrachten.
01:09:43: Sie haben im Grunde keine Schlüsse daraus gezogen?
01:09:45: Keine Lehren fürs weitere Leben gelernt?
01:09:47: Genau!
01:09:47: Sie sind die gleichen Menschen, die vor der Pandemie quasi zur den Geldautomaten gegangen oder in die Banken gegangen sind und sich da das Geld abgeholt haben.
01:09:54: Da hat sich nichts verändert im Gedankenkonstrukt oder einem Bild von wie könnte Gesellschaft noch gestaltet
01:10:00: werden?
01:10:00: Das nehmen wir jetzt gerade an.
01:10:02: also so wird es zumindest prognostiziert, so zwischen den Zeilen.
01:10:08: Wir haben nichts!
01:10:09: Also das geht dann wirklich Schlag auf Schlag... ...das Pärchen vom ersten Blinden die sehen wieder und hauen sofort ab.
01:10:16: Die packen sofort ihre Sachen und gehen.
01:10:19: Da gibt es kein.
01:10:20: Ja wir sehen uns oder ich komme noch mal... ...oder schön oder nochmal nur um Armung.
01:10:23: oder ach was war das?
01:10:25: Die sind einfach sofort weg.
01:10:26: Die Gruppe löst sich sofort auf auch die junge Frau mit dem alten Augenklappern.
01:10:32: Die gehen Tritt noch mal herzlich um Armo mit der Seen, aber dann gehen
01:10:37: die.
01:10:37: Stimmt bei dem bin ich noch am positivsten was sich da zumindest irgendwie was verändert hat.
01:10:41: es ist nicht das gleiche wie
01:10:42: von hier
01:10:44: Aber trotzdem ist es.
01:10:46: also hast du vollkommen recht dass da auch so dieses Geschmäckler drin steckt von okay Die bauen sich jetzt quasi ein ähnliches Leben auf wie vorher oder wie es von anderen Menschen Mit Liebesbeziehung vorgelebt wird Aber auf ihre Weise.
01:10:58: und jetzt halt zusammen.
01:10:59: sie sind genauso wie vorher nur halt zusammen.
01:11:01: Die einzigen die nicht gehen sind der Hund der tränen Der bleibt noch und der schienende Junge.
01:11:07: Und was mit dem ist, weiß auch keiner.
01:11:10: Wir
01:11:10: wissen nur dass er irgendwann aufgehört hat nach seiner Mutter zu rufen aber...
01:11:13: Ja!
01:11:14: Und wenn ich jetzt quasi schon mit meiner einen Vermutung mit dem gewalttätigen Mann, dem vergewalteten Mann komplett daneben gelegt habe, liege ich zumindest mit einer Sache so halbrichtig sag' ich mal.
01:11:27: Nämlich wenn die Frau dann zum Fenster geht gehen Himmel schaut und sich andeutet das sie jetzt erblindet also quasi dass wir jetzt auch dieses jesus haftet und doch haben das sie quasi so eine art nicht mehr türer tot stirbt aber dass sie quasi also
01:11:41: er blindet nicht na
01:11:42: ja das wird nicht deutlich hier.
01:11:44: es wird
01:11:44: schon sehr deutlich dass ihr nicht erwähnt.
01:11:45: wie wird das habe ich vorhin gelesen ja les noch mal vor sagen oder ich lese selber vor der letzte
01:11:51: absatz die guckt in himmel und denkt dass ihr blindet.
01:11:53: die frau
01:11:53: des arzt stand auf und ging zum fenster.
01:11:55: sie sah hinunter auf dem mitmüll bedeckte straße auf den menschen Die riefen und sangen.
01:12:00: Dann hob sie den Kopf zum Himmel und sah alles weiß, jetzt bin ich an der Reihe dachte sie.
01:12:05: Die plötzliche Angst ließ sie dem Blick senken.
01:12:08: die Stadt dort unten war immer noch da.
01:12:10: Ach so, du meinst das sie die Stadt gesehen hat?
01:12:12: Ja klar.
01:12:13: Ich hab das offener gesehen.
01:12:15: also ich habe das gedacht dass sie das vielleicht... ...dass sich das andeutet ein bisschen.
01:12:18: und nee du hast aber vollkommen recht, nee sie erblinden nicht was.
01:12:21: Ich
01:12:24: versuch's mal weiter!
01:12:25: Vielleicht noch ein paar Momente.
01:12:26: Ich glaube in dem was ich wie ich das gelesen habe irgendwie so wahrgenommen.. ..die Stadt war immer noch da kann ja auch gräusche.
01:12:34: Das wird das Wuseln sozusagen heißen, weil es wird auch angedeutet dass sich da auf einmal, dass es da wieder Leben auf den Straßen gibt.
01:12:40: Aber du hast schon recht wenn wir rein vom Sehen ausgehen dann ist das nicht passiert.
01:12:43: Dann ist sie nicht die mehr ture Tod in symbolischen Sinne gestorben.
01:12:46: Tut
01:12:46: mir leid.
01:12:47: Lage
01:12:47: ich auch damit falsch?
01:12:48: Ja
01:12:48: es tut mir einfach leid naja das geht aber.
01:12:50: Hätte
01:12:52: ich aber passend gefunden so ist es mir ein bisschen zu positiv fast schon.
01:12:55: Ich wollte schon sagen, dadurch dass die Menschen genau das Gleiche machen wie vorher.
01:13:00: Das ist eigentlich so ein bisschen eine kleine Kehrseite zu dem was wir in der Landeshalle hatten wo es wirklich dieses positive Bild einer Gesellschaft gibt, die sich quasi ihrem jetzigen Zustand, ihrem neuen Zustand anpasst zumindest innerhalb der Mauern hatten wir das und sich so ne neue Form von Zivilisation irgendwie etabliert sozusagen.
01:13:19: Aber wir haben ja kein Brandenzendersen.
01:13:20: Wir
01:13:21: sind hier schon ein bisschen negativ,
01:13:23: aber mir
01:13:24: nicht negativ genug irgendwie geführt.
01:13:26: Ich hätte mir im Zuge dieser christlichen Symbolik die hier aufgeworfen wird... Es klingt jetzt böse!
01:13:33: Das ist schon gewünscht eigentlich.
01:13:35: Ist ja eine symbolische Figur für einen Buch da kann man das schon mal wollen sag ich mal Tja,
01:13:42: ist nicht passiert.
01:13:43: Was jetzt irgendwie weitergeht wissen wir auch nicht.
01:13:45: ich fand es sehr abrupt.
01:13:46: das Ende.
01:13:47: Das stimmt.
01:13:47: Es ist wie so ein Ende von einer Kurzgeschichte weil du hast ja manchmal so kurz Geschichten die bauen sich irgendwie auf und das Prämisse und dann passiert irgendwas ganz seltsames und dann kommt irgendwie so einen, den wärst mal Twist oder irgend sowas eine Offenbarung Und dann ist die Geschichte vorbei.
01:14:02: Ja?
01:14:02: Wo du... Jetzt ist eins der wenigen Sachen die ich seit längerem gelesen habe wo das Ende tatsächlich ... auf der letzten Seite gespoilert werden kann.
01:14:12: Weil häufig hast du ja so Romane, die haben das Finale... ... aber da bist du immer noch bei Seite... Da ist nur noch dreißig Seiten offen weil danach noch ein bisschen Epiloppa... ... zum Ausglamüsern ist.
01:14:21: Du hast nicht auf der erletzten Seite, auf der letzen physischen Seite,... ...die das Ende verraten.
01:14:28: Weißt ich meine?
01:14:29: So und das war hier so.
01:14:30: Das fand ich erstaunlich!
01:14:32: Und es war so ein bisschen... Wir haben ein bisschen hingelassen.
01:14:37: Ich kann ja nicht einfach aufstehen und gehen, also wir haben doch so viel durchgemacht.
01:14:42: Ich könnte jetzt einfach gehen um was passiert mit dem Jungen oder dem Hund?
01:14:46: Und wie geht das jetzt weiter?
01:14:47: Da können sich jetzt die Toten da draußen.
01:14:49: Das ist aber auch ein schöner negativer Blick der quasi dann hinten dran gehafte bleibt.
01:14:53: Also nicht negativa Blick, sondern negativa Eindruck.
01:14:56: Nicht von dem Buch als Kunstwerk, ... den Menschen in diesem Buch.
01:15:00: Die haben so viel zusammen durchgestanden, waren immer zusammen, haben sich abends diese... Es ist ja schon ein romantisches Bild wenn die alle so beisammensitzen und die Frau liest da sofort ne?
01:15:09: Und dass alle nichts Besseres zu tun haben als sofort ein altes Leben zurückzugehen.
01:15:12: Aber
01:15:13: sofort!
01:15:13: Ja genau.
01:15:14: Das ist auch dieser negative Eindruck der Gesellschaft der hier entsteht.
01:15:17: Und dann dahin geht es schon ziemlich negativ das muss man sagen.
01:15:20: Also das ist quasi schon die Kehrseite.
01:15:24: Das hat mich auch tatsächlich so ein bisschen an den Umgang um die Diskussion rund um jene Pandemie erinnert, die wir vor ca.
01:15:31: sechs Jahren standen, August im Jahr zwanzig.
01:15:36: Während Corona dann halt ne?
01:15:38: Das ist da auch von gewissen Progressiven bis eher als links gelesene Medien sozusagen die Hoffnung gab, dass aus dieser Pandemie, aus diesem gesellschaftlichen Schock sozusagen den wir hatten so etwas Neues irgendwie entstehen könnte oder man sich gedacht hat okay vielleicht werden gewisse Abläufe hinterfragt.
01:15:55: Vielleicht braucht es irgendwie bestimmte politische Maßnahmen und so weiter und sofort sozusagen eine Einschränkung Das Geld, das Kapitalismus der größten Akteure sozusagen in irgendeiner gewissen Form und dahingehend ist ja auch habe ich jetzt nicht den Ahnung dass sich gesellschaftlich wahnsinnig viel verändert hätte.
01:16:12: Ob man das jetzt wollen würde oder nicht wollen würde sei mal da hingestellt.
01:16:15: aber diese Diskussion gab es auf jeden Fall Und ich würde sagen hier in dem Buch wird das schon klar vorkodiert dass diese Welt davor In einer gewissen Weise eher als negativ zu lesen ist.
01:16:25: durch die ganzen gerade vor allem durch die zweite Rede die wir jetzt schon hatten diese ganzen ... Schlagworte, die da hintereinander einfach aufgezählt wurden.
01:16:32: Wo man sich... wo man so liest und denkt sich so...
01:16:34: Ja, Sarah-Marco ist ja auch schon kritisch.
01:16:36: also das macht er dieses Buch schon
01:16:39: aus.
01:16:39: Er hat ja diesen biografischen Hintergrund eines eher Sozialisten oder Sozialisten.
01:16:43: Er war ja in einer sozialistischen Partei im Portugal.
01:16:45: Ja genau.
01:16:47: Joa, damit hält man es, oder?
01:16:48: Damit haben wir's!
01:16:50: Wie fandst du es so grundsätzlich?
01:16:52: Ich finde das Buch sehr gut.
01:16:53: Ich find es sehr, sehr gut.
01:16:54: ich finde es abgefahren.
01:16:55: Ich hab hier jetzt keinen Fachbegriff dafür.
01:17:00: Also diesen Satzzeichenkram da, dass diese groß schreiben und alles irgendwie so eins ist das finde ich cool!
01:17:05: Die sogenannte Interpunktion die für einen sehr ungewohnt erscheint.
01:17:10: Die Avantgarde Interpunction Das find' ich sehr gut weil es auch so ein bisschen hervorruft und klar muss man ein bisschen zurückblättern zu gucken wer jetzt was gesagt hat.
01:17:19: aber das hat mich nicht so derbe gestört.
01:17:21: Es war eher so n bisschen ausklamüsern wie das funktioniert.
01:17:24: Das mag ich ja ganz gerne.
01:17:26: Ich finde, dass mit denen das keine Namen dabei waren, fand ich schön.
01:17:28: Es war krass Sachen beschrieben worden zwischendurch also krasse Themen aufgemacht, krasste Situationen die wir da irgendwie auch als Leder mit reingezogen wurden und ja... ich hatte es... ich habe dieses letzte mal gegen vor zwanzig Jahren oder so?
01:17:45: Keine Ahnung!
01:17:45: Ich wusste ja gar nicht mehr und ich hab auch nicht mehr gewusst, dass das so krass philosophisch ... ist und so auch in die Situation irgendwie genommen hat.
01:17:55: Also ich war damals, glaube ich, so fasziniert eher von der Prämisse... Die steht natürlich heute noch oben drüber hier.
01:18:01: Das finde ich fantastisch gut!
01:18:03: Also mir hat es sehr, sehr gut gefallen.
01:18:05: Mir hat's auch sehr gut gefallen.
01:18:06: Es war aber ein uneingenehmes Buch.
01:18:08: Also es war unangenehm in manchen Passagen, sag ich mal.
01:18:11: Und ja
01:18:11: klar!
01:18:12: Nicht im Sinne von dass sich das unangnehm finde oder dadurch einen negativen Eindruck von José Saramago als Autor bekommen habe sondern im Sinne vom er schafft unangeniere Situationen durch die wir uns durch arbeiten müssen aufsehen.
01:18:24: Die sind schon
01:18:24: sehr wirksam.
01:18:25: diese Situation ne?
01:18:27: Ja und auch dieses ganze klaustrophobische... Wir haben den Großteil des Buches dann schon im Sanatorium verbracht.
01:18:32: Dieses klaustropophobische, dieses enge, dieses Unangenehme, diese Vorstellung das da überall Kot rumliegt und Blut usw.
01:18:40: sofort um Gedärme und so, das ist schon wahnsinnig effektiv.
01:18:43: Und auf der anderen Seite schafft er glaube ich genau das was ja in vielen Momenten hier für meine Begriffe anzudeuten scheint oder hervorzurufen scheint nämlich dieses Sehen wollen, dieses sich beschäftigen mit den Figuren und mit den Situationen in denen sie sich befinden sozusagen also dieses sichtbar machen von unseren jetzigen schon gesellschaftlichen Zuständen.
01:19:03: und dieser Aufruf quasi dazu beschäftigt euch mit eurer Umgebung, mit der Gesellschaft.
01:19:09: Mit allem Drum und Dran und so weiter und sofort denkt darüber nach seht nicht nur die Oberfläche sondern guckt dahinter interpretiert sozusagen das was er anhand der Gesellschaft hier darstellt oder aber auch diesen Bezug zur Kunst, zur Literatur zu normalerei vor allem ganz viel herstellt usw.
01:19:25: Und da macht er das schon wenn man bereit ist sich da reinzulesen und rein zu interpretieren.
01:19:30: deutlich finde ich und das ist im Prinzip dieses buch fordert einen beschäftigten oder sich beschäftigt wollen den leser heraus so da kommst du fast gar nicht durch ohne dich damit in irgendeiner form zu beschäftigen gerade weit so viele philosophische durchaus auch schwierig zu lesende passagen hat.
01:19:47: es gibt Das wirkt auf mich gerade bei diesen philosophischen Passagen so ein bisschen.
01:19:53: Das wirk auf mich sehr Kafkaesque und auch teilweise, wie im Sachbuchbereich in Theodor Adorno geschrieben hat im Sinne von dass er sehr viele verschachtelte Sätze sozusagen hintereinander gestellt hat wo man am Ende des Satzes nicht mehr weiß wie er angefangen hat.
01:20:05: deswegen muss ich den Satz nochmal lesen und beschäftige mich dadurch noch mal mehr mit dem was da geschrieben steht sozusagen.
01:20:11: das ist der Eindruck der hier in manchen Passagen zumindest entsteht.
01:20:14: An ganz, ganz vielen Stellen ließ sich das aber auch superflüssig und super angenehm.
01:20:18: Ja man kann es auch gut lesen wenn man jetzt auf Handlung aus ist.
01:20:24: ja dann ist natürlich der Part nach dem Sanatür nach dem großen Krieg und Brand usw.
01:20:29: ein bisschen zieht sich so ein bisschen hin glaube ich Und diese Passagen mit den Philosophieren werden vielleicht ein bisschen schleppig Aber nichtsdestotrotz lässt sich das auch gut einfach so lesen und man muss da jetzt keine Vorwissen für irgendwas zu haben.
01:20:44: Einfach Bock, das Buch zu lesen reicht schon.
01:20:46: Ja absolut.
01:20:47: Geht gut!
01:20:48: Superbuch
01:20:49: ja statt der Blinden von José Saramago was war es?
01:20:52: Ninzehundfünfeinneunzig.
01:20:54: Genau.
01:20:55: So damit hätten wir das nächste Buch abgehakt noch ein gutes Gefühl über so einen Buch durchgelesen zu haben was wir als nächstes machen werden.
01:21:05: Wir haben uns überlegt, wir hätten mal wieder ein bisschen Lust auf was kurz ist.
01:21:10: denn die letzten zwei oder drei Romanen, die wir gelesen haben, waren nacheinander mit länger keine Kurzgeschichten mehr gehabt und das werden wir tun!
01:21:18: Wir haben eine Kurzgeschichte ausgesucht von David Foster Wallace.
01:21:23: Vergessenheit heißt sie.
01:21:25: dann haben wir uns eine ausgesuch... Also
01:21:27: wird es jetzt schon spoilern?
01:21:28: Alles ich dachte und sagen jetzt erstmal nur Vergessenheit.
01:21:31: Und das andere können sie... Ah, so!
01:21:34: Da können die auch noch ein bisschen warten.
01:21:35: Wir haben noch eine Kurzgeschichte und wir haben auch mal einen Comic, das können wir euch sagen?
01:21:39: Oder
01:21:39: hast du mich ja gerade an einer Klippe abgefangen?
01:21:42: Nein, alles gut.
01:21:42: Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn es gesagt wird.
01:21:45: Aber ich finde, dass ist gut, weil mir das noch ein wenig offenhalten soll.
01:21:47: Gut
01:21:48: also lesen wir als nächstes eine Kurz-Geschichte von David Foster.
01:21:52: Wolle sind.
01:21:52: Warum und wieso und so machen wir dann alles beim nächsten Mal.
01:21:55: Genau
01:21:56: wie gesagt, du hast schon gesagt Vergessenheid findet ihr in dem Kurzgeschichtenband Vergessenheit.
01:22:01: Die Kurzgeschichte oder der Band generell ist es viertausendvier veröffentlicht worden und wir haben die Ausgabe aus dem Rohwald Taschenbuch Verlag uns rausgesucht, genau ja ich habe hier die Auflage fünf vor mir liegen.
01:22:13: Ich weiß nicht was du für eine Auflage hast wird dasselbe sein.
01:22:15: Meine Version ist im Jahr zwanzig so erschienen aber
01:22:19: das kann ich beim nächsten mal noch nachreichten.
01:22:20: Genau wir gehen nicht davon aus dass sich das groß verändert.
01:22:23: also von Ausgaben zu Ausgabeln.
01:22:26: Gut, dann vielen Dank fürs Zuhören begleiten und wir schauen mal wo uns die Reise noch so weiter hinführt.
01:22:32: Ganz genau!
01:22:33: Macht's gut, ciao!
01:22:34: Tschüssi.
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