NW #56 - Die Stadt der Blinden - Folge 6

Shownotes

In der vorliegenden Episode besprechen wir die Seiten 292-358 aus José Saramagos „Die Stadt der Blinden“.

Unsere tollkühne Crew setzt ihre Odyssee fort, die durch die dreckige Stadt der Erblindeten führt. Ihr Ziel: Die Wohnung der jungen Frau mit Brille. Dort erhofft diese sich die Vereinigung mit ihren Eltern. Trotz allgegenwärtiger Gefahr durch gefährliche Banden, wilde Tiere und tiefe Abgründe kommt unsere Gruppe vor dem Gebäude an. Das Haus wirkt zunächst wie ein verlassener Ort, doch der Schein trügt. Eine Hexe lockt die Gruppe mit ihren Köstlichkeiten hinein. Und das ist längst nicht alles. Macht euch bereit für eine Folge, in der wir den göttlichen Paradiesgarten Eden betreten und einen erblindeten Schriftsteller bei seiner Arbeit betrachten.

Viel Spaß beim Lesen und Zuhören! In der nächsten Episode besprechen wir die Seiten 359-399.

Saramago, J. (1995). Die Stadt der Blinden. (19. Auflage, S. 292-358). Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Folgt uns gern auf Instagram (nachwort_podcast).

Diskutiert im Subreddit.

Schickt uns eine E-Mail an nachwort.literaturpodcast@gmx.de.

Timecodes: 00:00:00 - Begrüßung 00:01:43 - Recap 00:04:45 - Handlung 00:08:30 - Diskussion 01:18:04 - Verabschiedung

Transkript anzeigen

00:00:10: Herzlich willkommen zu Nachwort dem Literatur Podcast, eurem Literatur-Podcast.

00:00:14: Dem einzigen Literaturpodcast.

00:00:17: ich bin Oliver Hahn und bei mir ist Lukas Gröning.

00:00:20: Hallo Lukas!

00:00:22: Wir lesen immer noch die Stadt der Blinden.

00:00:24: wir nähern uns langsam dem Ende.

00:00:26: wir sind jetzt in der vorletzten Folge Folge sechs mit Stadt der blinden und globale Globale Folgen von nach Wort Nummer sixundfünfzig.

00:00:38: Also wir sind schon in der zweiten Hälfte Richtung der einhundert.

00:00:41: mal gucken was wir da noch machen oder einfach gar nicht so, wir lassen es einfach voll

00:00:46: grad sagen.

00:00:47: Das erhöht nur den Druck und dem können wir unmöglich standhalten.

00:00:50: Folge hundert ist wahrscheinlich irgendeine Folge drei von neun bei irgendeinem anderen Buch.

00:00:55: Richtig!

00:00:56: Wir sagen mal kurz hey Leute Folge hundert und weiter.

00:01:00: Genau ja die alten Menschen die dann später ihren Geburtstag nicht mehr feiern So, jedenfalls.

00:01:07: Wir sind ja jetzt kein Larba-Podcast.

00:01:09: es geht ja hier um was und zwar geht's um die Stadt der Blinden.

00:01:12: wir haben gelesen seit der Zweihundertzweinneunzig bis seit der Dreihundertundfünfzig.

00:01:17: Es war ein bisschen mehr als beim letzten Mal.

00:01:19: das heißt wir haben auch ein bisschen zu besprechen.

00:01:21: aber bevor wir da einsteigen Lukas du holst uns bitte noch mal ins Boot damit wir alle wissen worum es eigentlich geht.

00:01:28: Und ganz genau eine Sache noch dazu Die Version aus dem Roval Taschenbuch Verlag lesen wir.

00:01:33: Wir haben verschiedene Ausgaben, aber das macht keinen Unterschied.

00:01:36: Haben wir festgestellt es ist genau exakt dieselbe Seitenanzahl und wir lesen dabei die deutsche Übersetzung von Rai Güdemertin.

00:01:43: So worum ging es bisher in die Stadt der Blinden?

00:01:46: Mitten im gewöhnlichen Alltag wird ein Mann plötzlich von einer rätselhaften Blindheit heimgesucht.

00:01:52: Während er mit seinem Auto an einer roten Ampel wartet verschwindet seine Sicht nicht in Dunkelheit.

00:01:58: stattdessen nimmt er ein grelles blendendes Weiß wahr.

00:02:00: Ein scheinbar hilfsbereiter Fremder bringt ihn nach Hause, nutzt die Situation jedoch aus und stiert anschließend sein Auto.

00:02:09: Auch ein Besuch beim Augenarzt bringt keine Erklärung denn medizinisch erscheinen die Augen des Mannes vollkommen gesund!

00:02:15: Schon bald treten weitere Fälle auf.

00:02:17: der Autodieb erblindet ebenso wie mehrere Menschen die sich im Wartezimmer der Praxis aufgehalten haben.

00:02:23: Die rätselhafte Krankheit bereitet sich aus ohne dass ihre Ursache bekannt ist oder Aussicht auf Heilungen besteht.

00:02:31: Um die Ausbreitung einzudämmen, bringen die Behörden die Infizierten in ein Verlassnis sanatorium und stellen sie dort unter Quarantäne.

00:02:38: Unter den Eingewiesenen befindet sich auch der Augenarzt und seine Frau – Sie gibt jedoch nur vor erblindet zu sein um ihren Mann nicht alleinzulassen!

00:02:47: Mit der Zeit wird das Sanatorium immer weiter mit Erkrankten gefüllt.

00:02:52: Die eingeschlossenen versuchen unter den schwierigen Bedingungen zu überleben.

00:02:56: Tag für Tag ertönen dieselben Anweisungen aus Lautsprechern begleitet von einer unmissverständlichen Drohung, dass jeder Fluchtversuch mit dem Tod bestraft werde.

00:03:05: Mit der Zeit breiten sich Misstrauen, Hilflosigkeit und Angst in der Anstalt aus.

00:03:10: Das Gebäude ist überfüllt Privatsphäre existiert nicht mehr Schmutz-und Verwahrlosung nehmen stetig zu Der Geruch von Exkrementen liegt permanent in der Luft.

00:03:24: Als bewaffnete Wachposten eine Gruppe blinder Insassen erschießen, kommt auch noch der Gestank von Blut und verwesenden Körper hinzu.

00:03:31: Schließlich eskaliert die Situation – eine Grupper gewalttätiger Männer reist die Kontrolle an sich und behält die gelieferten Essensrationen für sie.

00:03:38: Die übrigen Insassen werden dazu gezwungen ihren gesamten Besitz als Gegenleistung von Nährung abzugeben.

00:03:45: Kurz darauf verlangen die Männer die Frauen des Sanatoriums und beginnen diese auf grausamste Weise zu vergewaltigen.

00:03:53: Die Frau des Arztes tötet daraufhin ihren Peiniger und beginnt einen Krieg, der in der Niederbrennung des Sanatoriums seinen Höhepunkt erreicht.

00:04:01: Verblüfft stellen die Insassen fest dass die Wachposten außerhalb abgezogen sind.

00:04:06: Sie gehen in die Stadt und finden Unterschlupf an einem verlassenen Laden bevor die Frau des arztes sich auf die Suche nach Nahrung für die Gruppe begibt.

00:04:14: Erschrocken stellen wir fest das die Außenwelt nicht von der Anstalt zu unterscheiden scheint.

00:04:19: Überall Streifen erblindete durch die Gassen und Straßen.

00:04:22: Überall liegen müllend Exkremente herum, und Gewalt gibt es natürlich auch zuhauf!

00:04:27: Die Zivilisation ist zusammengebrochen.

00:04:29: Im gespenstischen Keller eines Supermarktes findet sich Nahrung ohne dass die Frau des Arztes anderen Erblindeten von den reichen Vorreden berichtet.

00:04:39: Begleitet von einem Hund, welcher die Frau in einem Moment der Trauer zu Trösten vermochte, kehrt sie zu ihrer Gruppe zurück.

00:04:45: Wir haben gelesen, Seite twohundertzweinneunzig bis Seite dreihundert achtundfünfzig.

00:04:53: Die Gruppe kleidet sich mit halbwegs passenden Sachen ein.

00:04:56: Auf dem Weg durch die Stadt beobachtet die Frau des Arztes die anderen Blinden, die wie Gespenster durch eine Friedhofstadt irren und Hunde, die auf der Suche nach Essbaren wie Hyänen durch die Straßen marodieren.

00:05:09: Schließlich erreichen sie die Wohnung der Frau mit der Sonnenbrille.

00:05:12: Das Haus und die einzelnen Stockwerke sind zwar geplündert, doch die Wohnung der jungen Frau ist verschlossen.

00:05:19: Im ersten Stock lebt nur noch eine alte Dame – von ihr erfahren die Frau des Arztes und die Frau mit der Sonnenbrille dass die Eltern der jungen Frau bereits vor längerer Zeit abgeholt worden sind.

00:05:30: Die alte Dame konnte nur überleben weil sie sich in der Wohnung der junge Frau versteckt hatte.

00:05:37: Um in deren Wohnung zu gelangen müssen Sie durch die Räume der Alten Und da diese sich unter anderem von rohem Fleisch ernährt, herrscht dort ein abartiger Verwesungsgeruch.

00:05:47: Die Wohnung der jungen Frau befindet sich in einem guten Zustand so dass die Gruppe dort die Nacht verbringen kann.

00:05:53: Als die Frauen mit der Sonnenbrille schließlich die Schlüssel zur Eingangstür findet ist sie nicht mehr auf die Hilfe der Alten angewiesen.

00:06:00: Nun stellt sich für Sie die Frage ob sie dort bleiben und auf ihre Eltern warten oder die Grupper begleiten sollen.

00:06:07: Im Gespräch zwischen ihr und der Frau des Arztes erfahren wir von der Verantwortung, die die Sehende gegenüber der Gruppe empfindet.

00:06:15: Und von der tiefen Verbundenheit der beiden Frauen.

00:06:18: Letztendlich entscheidet sich die junge Frau dafür bei der Grupe zu bleiben.

00:06:23: Am nächsten Morgen ziehen sie weiter.

00:06:26: Ein Seil das alle miteinander verbindet und den schielenden Jungen in ihrer Mitte hält sorgt dafür dass niemand verloren geht.

00:06:33: Sie wandern durch die zunehmend verwahrlose Stadt.

00:06:36: Dabei beobachtet die Sehende mehrere Hunde, die eine frische Leiche fressen.

00:06:41: Während des Weges berichtet der Alte mit der Augenklappe vom Zusammenbruch der Bank und davon dass sich einige Blinde in Tresorräumen und unterirdischen Gängen verschanzt haben.

00:06:53: Schließlich erreichen sie die Wohnung des Arztes und seiner Frau.

00:06:57: Sie ist unverschlossen und riecht beim Öffnen nach einer lange verlassenen Wohnung.

00:07:01: Seit dem Weggang des Ehepaares hat offenbar niemand die Räume betreten.

00:07:06: Um die Wohnung sauber zu halten, ziehen sich alle frische Kleidung an.

00:07:10: Am Abend sitzen sie im Schein einer brennenden Öllampe zusammen und trinken reines, sauberes Wasser aus ebenso reinen und sauberen Gläsern.

00:07:20: Am nächsten Morgen regnet es wie aus Eimann.

00:07:23: Die Sehende nutzt den Regen um die Kleidungen zu waschen.

00:07:26: Die anderen Frauen helfen ihr dabei und nutzen zugleich die Gelegenheit sich selbst zu reinigen.

00:07:31: Anschließend geht der Alte mit der Augenklappe mit etwas Regenwasser ins Bad, um sich dort ganz für sich zu waschen.

00:07:39: Da die Lebensmittel knapp werden machen sich die Sehende und Frau des ersten Blindens auf die Suche nach Konserven.

00:07:46: Danach gehen sie zur Wohnung des ersten Blinden und seiner Frau.

00:07:49: Dort treffen sie auf einen älteren Mann – ein Schriftsteller, der gemeinsam mit seiner Frau in seinen Töchtern in der Wohnung lebt.

00:07:56: Sie einigen sich darauf, dass der Schriftsteller mit seiner Familie dort wohnen bleiben darf bis ihre eigene Wohnung wieder frei ist.

00:08:04: Im Gegenzug darf die Frau des ersten blinden regelmäßig vorbeikommen und sich vergewissern das alles in Ordnung ist.

00:08:11: Außerdem erfahren wir ,dass der Schiftsteller seine Überlebensgeschichte niedergeschrieben hat obwohl sie niemand lesen kann –mit Ausnahme Zurück in der Unterkunft verbringt die Gruppe den Abend sicher und satt miteinander, während die Frau des Arztes dem Jungen aus einem Buch vorliest.

00:08:31: Und damit haben wir alle Formalitäten abgehakt und gehen in die Besprechung rein!

00:08:37: Ja, sehr gut.

00:08:39: Spannend was jetzt hier passiert.

00:08:40: das war ja sowieso ein sehr großer spannungsmoment finde ich also für mich persönlich.

00:08:44: erstmal Was passiert jetzt eigentlich noch so richtig?

00:08:47: Weil wir sind da draußen.

00:08:48: es ist alles in einem gefühlt ewigen Zustand des Überlebens irgendwie aber ohne dass es einen bestimmten Zweck für dieses überleben gibt.

00:08:58: und deswegen war das sehr spannend zu sehen weil es gibt oder gab ja die ganze zeit schon diese überlegung ok jetzt werden die einzelnen figuren zu ihren wohnungen gebracht und so weiter und sofort.

00:09:08: aber wir haben er relativ klar schon festgestellt bei den letzten malen.

00:09:12: das ist ja so relativ sinnlos.

00:09:14: erst mal scheint, wenn eine einzige Person zu ihrer Wohnung gebracht wird.

00:09:18: Da muss sie sich alleine auf Nahrungssuche begeben sozusagen und findet dann womöglich nicht den Weg wieder zurück.

00:09:22: von daher ist dieses in einer Gruppe bleiben schon relativ sinnvoll.

00:09:26: Ich will aber erstmal was anderes noch hinaus bevor wir diese Odyssey hier sozusagen uns angeschauen die Figuren durchgemacht haben Und zwar scheint es zunächst mal wieder so ein in Erinnerung Rufen von bereits bekannten Elementen aus unseren letzten Folgen, sag ich mal zu geben.

00:09:42: Also wir bekommen wieder etabliert das die Ablündeten du hast gesagt so orientierungslos durch die Stadt laufen.

00:09:48: Wir bekommen wieder in erinnerungen gerufen dass es Experimenter Exkremente auf den Straßen gibt dass Nahrungssuche hier als Lebenszweck sozusagen etabliert wird und ein Leben als Selbstzwecke.

00:09:59: Das ist eine sehr traurige Aussage, zu der die Frau des Arzes glaube ich mit Blick auf die Erblendeten kommt.

00:10:05: Und es gibt auch so eine Gemeinschaftslosigkeit im Großen und Ganzen.

00:10:08: Es sind alles so Elemente, die sich über diese ganzen Seiten hinweg eigentlich... Die uns immer wieder eine Rennung gerufen werden.

00:10:14: zum Beispiel wird dann später die Rede davon sein, dass es eine Rückkehr zur Horde gibt.

00:10:19: Es gibt keine Gemeinschaft, keine Gesellschaft mehr sondern es gibt diese einzelnen Horden sozusagen aber immer mit diesem gewissen Misstrauen im Hintergrund.

00:10:27: am Ende werden alle auf ihr eigenes Wohl wahrscheinlich schauen auch wenn sie sich für einen kurzen Moment zusammenschließen können ne?

00:10:33: Es gibt so eine Neuorganisation von Tieren.

00:10:35: ja es gibt Katzen die sich organisiert haben es gibt die hunde natürlich irgendwie als Rudeln sozusagen die unterwegs sind.

00:10:42: Und dieser Zusammenbruch von Zivilisation, der hier eigentlich dann etabliert wird kommt noch zu einem anderen Punkt und zwar zum einen das auch das Ende der Wissenschaft da zu sein scheint.

00:10:52: Es gibt also eine Bemerkung dass es kein Auge mehr gibt, das durch ein Mikroskop schauen kann.

00:10:57: Und es gibt auch so ne Kulturlosigkeit die hier etabliersen wird nämlich Konzerte, Kinoseele, Theatermusee sind alle nicht mehr nutzbar.

00:11:05: Und ich fand einen Punkt hier ziemlich interessant, der mein Metamediales Hirn wieder zum Anspringen gebracht hat, sag' ich mal.

00:11:13: Nämlich diese Assoziation eigentlich dass der Mensch oder das Kunstwerk ein Abbild von den Gedankengefühlen und so weiter von Menschen sind.

00:11:22: Es gibt da die Zeile es schneidet einem ins Herz all die Leute Leute sage ich all die Gemälde all die Skulpturen und nicht einen Menschen vor sich, auf den sie schauen könnten.

00:11:33: Das heißt es wird erst mal das Gemälde mit einem Mensch verwechselt?

00:11:35: Mit den Leuten und dann wird etabliert das gemäldet auf Menschen schauen!

00:11:40: Und das finde ich ganz interessant weil das ja sowieso eines meiner Lieblingsthemen wie man das ja vielleicht schon mitbekommen hat also diese Etablierung des Gedanken.

00:11:47: Kunstwerke werden von Menschen geschaffen die dann wiederum von Menschen rezipiert werden und die dann widerum neue Kunstwerken schaffen oder Ideen in die Welt hinaus tragen die sie daraus gezogen haben und diese Ingespräche oder in eigenen Bearbeitungen von Kunst hineinbringen.

00:12:01: Und das ist auch etwas, da greife ich so ein kleines bisschen vor was dann am Ende auch bei dem Schriftsteller wichtig ist.

00:12:06: denn dort heißt es Ein Schriftställer ist wie jeder andere Mensch auch.

00:12:10: Er kann nicht alles wissen und auch nicht alles erleben.

00:12:12: er muss fragen und sich dann etwas vorstellen.

00:12:15: Wenn man diese Logik zu Ende denkt kommt man ja den punkt dass er wissen aus anderen menschen zieht diese verarbeitet in einem buch sozusagen und dann das dieses buch hier dann im bestfall oder in der alten wert zumindest wieder verfielfältigt wurde an andere menschen die daraus denn wiederum ihre ideen rausgezogen haben und das dann wiederum in die gesellschaft tragen was sie daraus interpretiert haben und so.

00:12:35: na und das finde ich ziemlich spannend dass das auch hier wieder eine rolle spielt und wirkt ja auch oder passt ja auch wieder zu dem, was wir vor ein paar folgen mit diesem gemälde hatten das sozusagen da hatten wir ja so einen gemälden was ja Bestand aus ganz, ganz vielen anderen historisch verortbaren Gemäden sozusagen.

00:12:53: Das alles ist sozusagen Teil von Welt und wirkt dann sozusagen irgendwie Gesellschaft zusammen und schafft ein Abbild davon.

00:13:01: Und kann nur noch in der Erinnerung weiterleben.

00:13:03: So mehr gibt es ja nicht, obwohl der Schriftsteller so ein bisschen die Sache noch bricht.

00:13:08: aber auf denen würde ich dann später kommen.

00:13:09: Ich würde gerne so ein bischen irgendwie durchgehen was jetzt schon sehr viele Punkte angeschnitten.

00:13:13: vielleicht können wir das so ein bißchen bisschen durch gehen.

00:13:16: diese Horden die du erwähnt hast ist ja dieses Thema dass die Blinden im ihrem Überlebenskampf immer wieder auf auf so tierisches Niveau gehoben, gesenkt oder gebracht werden.

00:13:31: Das kam ja immer wieder vor und das ist auch hier jetzt nochmal so.

00:13:34: Und im Grunde hatte ich so das Bild dass die Hunde Katzen und die Blinden, die dort durch die Stadt gehen irgendwie auf demselben Level sind weil alle irgendwie überleben wollen.

00:13:45: Die nähern sich alle ein bisschen an was diese, nennen wir es mal Wildheit angeht?

00:13:52: Genauso wie dieser Hund der Tränen, der diese Gruppe begleitet sich ja auch so ein bisschen dieser Solidarität annährt.

00:13:59: So dieser Horde und er ist ja gar nicht so wild!

00:14:01: Der holt sich da schon mal so einen Hühnchen irgendwo wenn er die Zeit dafür hat.

00:14:04: aber wenn die Gruppe geht dann kommt er schon mit Und der ist immer irgendwie so ein bißchen nebenbei und guckt wo dies bleiben und wartet auch und kommt zu denen zurück und dass man den jetzt groß rufen muss oder an der Leine halten muss, also der ist dann schon so da.

00:14:17: Also irgendwie nähert sich da alles ein bisschen an wobei ja die Gruppe im Laufe dieser Seiten oder auch der letzten paar Seiten sich aus dem Dreck erhebt, aus dem reinen Überleben.

00:14:31: die gehen wieder so in Richtung Leben.

00:14:34: Und ich fand, die Stadt fand ich nicht schlecht weil die Stadt das hatten wir ja schon ein bisschen angedeutet die letzten Male ist so'n Abbild von dem Zustand im Sanatorium selber.

00:14:45: und also diese Dreckige, die stinkt da, da sind die Fäkeien aufm in der Straße weiter im Grunde nichts passiert.

00:14:53: es wirkt alles wie so'nen Friedhof alle... Es ist so wie Todes, leblos irgendwie ... schlendern da die Zombies durch die Gegend.

00:15:03: Und am Ende ist jeder für sich, weil so eine andere Gruppe haben wir jetzt in diesen Seiten nicht weiter mitbekommen.

00:15:09: Man hört immer davon dass es die gibt aber wie sie sich untereinander organisieren wissen wir ja auch nicht.

00:15:15: und was ich interessant fand war... Sie kommen in einem reichen Viertel vorbei.

00:15:20: dort stehen auf der Straße große Autos und da haben sich auch Blinde Also niedergelassen, so als Unterkünfte.

00:15:28: Und da wird der Vergleich gezogen zu den Betten im Sanatorium weil man die Autos einfach wiederfindet.

00:15:34: Man dacht dann einfach das ist jetzt das siebenundzwanzigste Auto ich muss jetzt einfach nur durchzählen und dann finde ich mein Auto wieder.

00:15:40: und so haben wir das ja im Sanatorium mit dem Betten auch gemacht.

00:15:43: Die sind ja reingekommen.

00:15:44: Da hast du was ich das fünfte Bett links oder das dritte Bett rechts genommen und dann wusstest du da bist du jetzt es gibt ein bisschen Sicherheit.

00:15:50: So und im Grunde ist diese ganze Stadt ohne jetzt diese ... dieser Unterdrücker, ein größeres Bild vom Sanatorium.

00:16:00: Und ich finde diese Atmosphäre die dort mit aufgebaut wird... ... find' ich einfach super!

00:16:05: Das macht total

00:16:06: Spaß wenn die da durch die Stadt geht und alles so bisschen.

00:16:09: wir sehen das hier also wir erleben die Beschreibungen ja nur durch die Augen der Sehenden und es ist ... spannend, also die könnte da von mir aus den ganzen Tag durch diese Stadt ... ... schlavenzeln und da uns beschreiben was sie gerade sieht.

00:16:25: Und wir kriegen so ein Bild von einer ... ... dystopischen postapokalyptischen Stadt und irgendwie hat das etwas.

00:16:30: Absolut ja auch mit diesen Geschichten, die dann nebenbei noch erzählt werden wie zum Beispiel... ... von diesem Banquet der im Fahrstuhl festgehangen ist sozusagen weil die Elektrizität ausgefallen ist.

00:16:43: Er und der Typ, mit dem er da drin war ist dann auch irgendwann abblendet.

00:16:46: Und die beiden sind dann nicht mehr rausgekommen bzw.

00:16:49: selbst wenn sie raus gekommen wären werden sie ja wahrscheinlich irgendwie... ... runtergefallen, würde ich mal vermuten.

00:16:53: Auf jeden Fall... Und die

00:16:54: Technik auf dem Weg dorthin ist auch erblendet?

00:16:56: Ja ja richtig!

00:16:57: Es gibt dann sogar und das stellt auch die Gefahr von Tieren noch einmal so ein kleines bisschen raus,... ...auch wenn auch auf eine sehr witzige Art und Weise.

00:17:06: Die beiden sind in diesem Fahrstuhl gefangen und es gibt so eine ironische Bemerkung des Erzählers oder der Erzählerin oder whatever,... ...dass sie wenigstens nicht von Tiren angefallen und gefressen wurden.

00:17:17: Genau, das war im Nachgang nachdem die Sehende, die die Hunde gesehen haben.

00:17:21: die einen frisch verstorbenen Blinden zerfleischt haben.

00:17:25: Ich finde auch die Idee nicht schlecht, das erzählt uns ja der Alte irgendwie auf dem Weg zur Wohnung vom Arzt, dass die ganzen Banken da zusammengebrochen sind und sich wo Leute in diesen Tresor-Räumen verschanzt haben.

00:17:38: Das kann man mit Fingerabdruck oder irgend so ein Kram schön sichern, da kommt keiner rein, die kommen immer mal raus holen sich Zeug und verschanzen sich dann und leben in unterirdischen Gängen, wobei es egal ist ob da jetzt Licht ist oder nicht weil Strom gibt's ja sowieso nicht weil die sehen ja sowieso nichts.

00:17:52: Und das finde ich, ich höre ja gerade, ich habe jetzt gerade mit Metro-Zwanzig-Fünfunddreißig angefangen, dem dritten Band und das hat mich dann so daran erinnert, dass die leben ja auch alle irgendwie in dem U-Bahn-Netz unter Moskau und das hatte noch mal ein eigenes Ding aufgemacht.

00:18:07: also es war nur ganz kurz, wir holen das hier ein bisschen, wir heben das jetzt ein bisschen hoch.

00:18:12: aber das war im Grunde nun eine kleine Allektote der Alte mit der Augenklappe erzählt hat Find ich die Idee schön.

00:18:20: Ach guck mal, da gibt's auch noch welche?

00:18:21: Die leben ja noch unten drunter!

00:18:22: Also wenn sie jetzt durch die Straße gehen, dann leben hier unten drunter wie so kleine Maulwürfe und die anderen Blinden noch.

00:18:28: Ja

00:18:28: absolut.

00:18:29: Ich finde in dieser ganzen Geschichte mit den Banken... also der alte Mann erzählt ja dann auch noch dass die Leute erstmal als die Epidemie losging nichts Besseres zu tun hatten als ihr ganzes Geld erst einmal abzuheben und dann auch teilweise in die Banken hineinzuspazieren und die Bank angestellten dort zu bedrohen das sie doch bitte Geld rausrücken wollen usw.

00:18:46: Da steckt Da stecken zwei interessante Dinge drin, auch wenn wir jetzt uns die Gegenwart sozusagen anschauen.

00:18:52: Zum einen dass die Menschen auch damals schon nichts Besseres zu tun hatten als weiterhin in den gegebenen Systematiken zu verbleiben.

00:18:59: sozusagen also Hauptsache ich habe erstmal mein Geld unabhängig davon Ob sich dieses Ding jetzt weiter ausbreitet sozusagen, weil in der Logik wenn sich das jetzt so ausgebreitet hat wie es jetzt passiert ist ja dieses Geld dann im Entfeld auch nichts mehr wert.

00:19:11: Aber trotzdem ist erstmal der Griff sozusagen.

00:19:14: ich hol mir erst mal das ran was ich habe.

00:19:15: Das ist

00:19:15: eine geltes Sicherheit ne?

00:19:16: Geltes Sicherheit aber es ist auch ein Verbleiben sozusagen in den alten Logiken.

00:19:20: erstmal drin weißt du und dass wir jetzt sozusagen haben ist eigentlich so eine Rekonfiguration von... ... Dingen, weil sich die Menschen hier eben auf eine neue Welt irgendwie einstellen müssen.

00:19:31: Das ist das was du gesagt hast dass eben Autos und auch Tresorräume als Wohnungs- oder als Wohnungen fungieren ne?

00:19:38: Es ist auch so etwas was wir in unserer Gruppe sehen... ...dass so Dinge wie Laken, alte Kleidung und auch Handtücher als Reinigungsmittel verwendet werden.

00:19:46: Also Dinge wofür sie ursprünglich nicht gedacht waren in dem Sinne aber jetzt halt dafür genutzt werden.

00:19:51: Die Öllampe fand ich interessant, weil die wird jetzt tatsächlich als Öllampe verwendet.

00:19:55: Das war ja vorher anscheinend nur so ein Dekorationsgegenstand der in der Wohnung stand und die Frau des Arzes sagt dann dazu... Ja eigentlich wusste gar nicht dass ich das Ding auch verwenden kann für andere Dinge nach dem Motto Aber

00:20:04: sie hatte noch... Hatte sie denn noch Öl da?

00:20:07: Oh nee!

00:20:07: Sie könnte Öl besorgen, das gibt es ja, das braucht ja im Grunde keiner mehr.

00:20:10: Richtig

00:20:10: genau Und dadurch wird das quasi zu so einer Lichtquelle für sie auch im Endeffekt.

00:20:13: Nur für sie?

00:20:13: Es gibt ja keine Elektrizität, genau.

00:20:17: Ich finde das ist so interessant, weil es zum einen etwas ist woran man merkt dass die Gruppe sich auch irgendwie auf eine Art und Weise neu konfiguriert oder quasi sich zu einer eigenen neue Form von Zivilisation erschafft also die alten Dinge auf eine andere Weise verwenden für den jetzt nötigen Zweck sozusagen.

00:20:33: Und eine andere Form von zivilisation erkennt man noch an der Kleidung finde ich Weil in der letzten Episode war es noch so, dass der Frau des Arzes bei der anderen Gruppe aufgefallen ist.

00:20:44: Die laufen ja alle mit überhaupt nicht aufeinander abgestimmter Kleidung rum.

00:20:47: Das passt alles nicht zusammen und so weiter und sofort!

00:20:50: Und jetzt ist es sogar so... ...dass die Frau des Artses den Anderen dabei hilft.

00:20:54: Kleidungen?

00:20:55: zusammenzustellen, die auch farblich aufeinander abgestimmt ist.

00:20:59: Und ich glaube es ist die Frau mit der Brille... ...die dann sogar sich sehr freut darüber dass sie jetzt...

00:21:04: Die will ja wissen was ihr trägt, damit sie sich's vorstellen kann.

00:21:08: Also wir haben hier so eine Auflistung gemacht oder so eine Entwicklungsliste von... von der stetigen Verbesserung dieser Situation für die Gruppe.

00:21:19: Sie kommen aus dem Sanatorium und sind im Grunde ganz unten.

00:21:22: Die haben alle Hunger, sie sind müde, die sind dreckig... ...die wissen keinen Ort wo sie sind.

00:21:29: Wir haben dieses Sanatoriumsabschnitt beendet mit, die schlafen einfach draußen vorm Tor.

00:21:38: Warten bis es Tag wird und dann müssen wir erst mal gucken wie sich hier sortieren.

00:21:42: Es ist manchmal wie so in Survival-Spielen, beim Anfang kommt es auf eine Insel oder so weiter.

00:21:49: Strandes dort und hast erst mal nichts!

00:21:50: Und dann musst du erst mal gucken was passiert jetzt hier?

00:21:52: Was haben wir ja einfach da?

00:21:54: Der nächste Schritt war dann dass sie zwar dreckig und stinkend immer noch sind aber mit irgendwie etwas zu essen weil sie hat sich ja dann Essen geholt während die Gruppe dann in diesem einen Küchen-Elektroladen da irgendwie untergekommen ist Denn später haben sich da irgendwie neue Klamotten geholt Und ein bisschen mehr essen, weil das hatten sie ja immer noch da.

00:22:13: Dann gibt es jetzt die neue Kleidung aber die wird dann auch irgendwie dreckig.

00:22:18: und der nächste Schritt ist dass Sie in der Wohnung von der Frau mit der Sonnenbrille erst mal anfangen sich ein bisschen zu säubern um wie mit diesen Laken abzuwischen.

00:22:27: und dann in der wohnung von der frau des arztes kommt ja der Regen und dann können Sie erstmal alle ganz sauber machen Die duschen sich quasi im Regen der alte Westdichter in einer Badewanne und alle riechen irgendwie schön, weil die Seife gibt es ja dann auch.

00:22:43: Und später sind sie nicht nur sauber sondern haben auch Essen für mehrere Tage bei Frau des Arzes und Frau des ersten Blindens losgegangen um Konserven zu holen und haben sogar eine vernünftige Regelung mit einer anderen Gruppe in Anführungsstrichen gefunden, und zwar mit dem Schriftsteller und dessen Familie.

00:23:02: Also wir sind so ne Leiter nach oben geklettert in Richtung okay!

00:23:06: Jetzt können wir uns alle erstmal beruhigen jetzt setzen wir uns mal hin, jetzt haben wir auch die Zeit ein Buch zu lesen...

00:23:11: Das wollte ich doch sagen das ist quasi der letzte Höhepunkt dann sozusagen am Ende, dass auch noch der Zugang zur Kultur wieder geschaffen wird?

00:23:17: Genau genau.

00:23:18: Die sitzen dann irgendwie nachts bei der Öllampe oder auf der Couch im Wohnzimmer Zimmer von der Frau des Arzes und des Arztes.

00:23:26: Und die Sehne liest dann ein Buch vor, also so einen Wohlfühlmoment den hatten wir ja gar nicht in den letzten drei Hundert und was weiß ich seitens überhaupt gar nicht weil auch das Buch beginnt ja direkt.

00:23:44: Das fand ich so schön dass nur endlich mal Okay, jetzt ist gut.

00:23:49: Jetzt sind wir irgendwie bei Sinnen... ...jetzt können wir ein bisschen langfristiger planen.

00:23:52: außer wo kriegen wir jetzt sofort was zu essen her?

00:23:54: Weil wir haben jetzt gerade Hunger!

00:23:56: Absolut ja und bis dahin ist es aber so.

00:23:59: also das passiert zur Etappenweise wie du schon gesagt hast.

00:24:02: Es ist dann doch nochmal so'n kleiner Weg bis das sozusagen losgeht und zwar macht sich die Gruppe ja dann auf den Weg erstmal zu der Wohnung mit der Frau Von der Frau mit Brille sozusagen, ja.

00:24:13: Mit dieser Sonnenbrille.

00:24:14: und da war es für mich erst mal so die Frage okay was lauert eigentlich in dieser Wohnung?

00:24:19: Was ist das?

00:24:20: Weil es gibt ja dann so Andeutung wie ein offenes Fenster zum Beispiel.

00:24:23: Da gibt's auch die Bemerkungen Ja also wenn man jetzt gehen würde würde man das Fenster nicht offen lassen weil man wird es ja irgendwie zu seinem kleinen Reich so gefühlt machen.

00:24:33: Es steht da geschrieben dass die Tür gewaltsam aufgebrochen wurde.

00:24:36: Das heißt es gibt erstmal so'n Bild von ok da könnte eine Gefahr drin lauern Und gleichzeitig aber trotzdem so eine Sehnsucht, die die Frau mit Brille dann da rein treibt.

00:24:44: Weil sie will ja mit ihren Eltern vereint sein sozusagen.

00:24:46: Das ist

00:24:46: ihre Idee.

00:24:47: Ihre Idee ist ja, Sie brauchen also entweder sind die Eltern dort und warten nur auf sie oder eben nicht weil sie es nicht sind.

00:24:54: Dann wartet eigentlich die Frau Sonnenbrille dort auf ihrer Eltern um dann dort mit denen zu leben wie es damals mal so war.

00:25:03: Aber ich fand die Diskussion... Oder ist Gespräch sehr interessant zwischen der Sonnenbrillenfrau und der Frau des Arztes.

00:25:11: Da ging es ja dann darum, naja überleg mal was wir alles durchgemacht haben auf welchem Stand die Menschen sind das animalische Triebgestellte.

00:25:27: Es könnte ja auch sein, dass die Liebe, die du zu deinen Eltern hattest war eine Liebe untersehenden.

00:25:33: Es könnte auch sein das die Liebe unterblinden oder dieses Zusammengehörigkeitsgefühl unterblinde ein ganz anderes ist was für mich bedeutet deine Eltern könnten vielleicht wiederkommen aber sie sind auch durch einiges durchgegangen Und vielleicht erwartest du ein bisschen zu viel von dem, was damals war.

00:25:53: Mütterliche Liebe, Nähe und so weiter.

00:25:55: Vielleicht können die das auch gar nicht mehr leisten?

00:25:57: Weil sie Ähnliches durchgemacht haben oder vielleicht sogar noch Schlimmer ist.

00:26:00: Genau es gibt da eine ziemlich lange Passage in der das gesagt wird... ...und ich werde da einen Teil davon einfach mal vorlesen wo es dann spezifisch um diesen Aspekt geht von Seelen als Empathie fördernd wenn man so will oder als sozusagen Fenster für Gefühle um das mal sozusagen Du selbst hast gesagt, die Nachbarin unten sei ein guter Mensch.

00:26:19: Die Ärmste!

00:26:20: Deine Eltern, die ärmsten und du ärmste wen ihr euch wiederfindet blind an Augen und Herz.

00:26:25: Denn die Gefühle mit denen wir gelebt haben Und die uns haben leben lassen wie wir waren gehörten zu den Augen Mit denen wir geboren wurden.

00:26:33: Ohne Augen werden dir gefühle anders sein.

00:26:35: Wir wissen nicht wie?

00:26:36: Wir wissen Nicht welche?

00:26:38: Du sagst wir sind tot weil wir blind sind.

00:26:40: das ist es.

00:26:41: du liebst dein Mann.

00:26:42: ja weh mich selbst.

00:26:43: aber wenn ich ja blinde Wenn ich nach der Erblindung nicht mehr die bin, die ich war, wer bin ich dann?

00:26:49: Um ihn noch weiter lieben zu können und mit welcher Liebe.

00:26:51: Vorher als wir sehen konnten gab es auch Blinde aber wenige im Vergleich zur jetzt.

00:26:56: Die Gefühle die es gab waren die von Menschen die sehen konnten.

00:26:59: also empfanden die blinden die gefühle anderer Nicht als blinde die sie waren.

00:27:03: Jetzt aber was jetzt entsteht das sind die authentischen gefühlen der blinden Und wir stehen doch am Anfang.

00:27:10: Ja Ich

00:27:13: habe dann auch gedacht, naja der erste Blinde ist ja mit seiner Frau auch noch hier.

00:27:17: Was sagt das irgendwie über deren Verbindung aus?

00:27:20: Ist da... also wir erfahren von den beiden gar nichts!

00:27:24: Die fallen sich manchmal so ein bisschen ins Wort.

00:27:27: die Frau des ersten Blinden übernimmt dann auch so'n bisschen die Führung und sagt du hast jetzt mal ganz zu sagen ich hab' ihn ein bisschen mehr geleistet als du was im Grunde stimmt und vielleicht ist es eher eine Zweckemeinschaft so wie kennen uns.

00:27:39: ja Na gut, dann bleiben wir jetzt hier zusammen.

00:27:43: Warum soll ich dich jetzt verstoßen?

00:27:44: Ob da noch eine Liebe da ist weiß ich nicht!

00:27:46: Man könnte das jetzt in Frage stellen anhand dieser Argumentation die jetzt da gekommen ist.

00:27:51: und wie hatten in den letzten Folgen ja auch dieses beliebende Paar im Sanatorium noch was der Sex am Flur hatte wo die Frau des Arztes auch spekuliert hat?

00:28:00: wie sind die denn jetzt eigentlich zusammengekommen?

00:28:02: haben sie sich jetzt zufällig irgendwie auf dem Flur getroffen?

00:28:04: oder sind die zusammen reingekommen oder kannten diese schon Genau, und das steht natürlich für die Frau mit der Sonnenbrille im Raum.

00:28:15: Weil sie sich nicht darauf verlassen kann... ihre Eltern im Sinne von die sehenden Eltern wiederbekommt.

00:28:22: Absolut und gerade aufgrund des Beispiels mit der alten Frau, die dort wohnt ist das ja so ne?

00:28:27: Also es gibt da diesen Satz früher oder später werden wir alle wie sie sein.

00:28:31: Und dieser Eindruck den wir von dieser Frau bekommen er ist ja... Das ist ja Horror im Endeffekt.

00:28:35: also

00:28:36: Lassen mal über die Hexe sprechen.

00:28:39: Sie wird auch hier als Hexe bezeichnet.

00:28:41: Später Es ist die alte oder die Hexe und sie hat einen Hexenweib.

00:28:47: Sie hockt da in ihrer Wohnung, die abscheulich riecht.

00:28:52: Sie hält sich im Hinterhof, hält sie sich Kaninchen und Hühner und ein bisschen Kohl- und Kräuter oder irgendetwas zum Kram... Und sie holt sich dann einfach immer mal so einen Hasen.

00:29:03: Ich schnappt

00:29:04: sie sich, dem bricht sie das Genick und dann wird er einfach gegessen.

00:29:08: Ja!

00:29:08: Und diese Reste vom Essen liegen halt noch rum in ihrer Wohnung und verwesen da.

00:29:16: Und ich hab die ganze Zeit gedacht, wo ist der Hinterhalt?

00:29:20: Ach echt ja.

00:29:21: Ich dachte die ganze...ich habe so Cannibalen-Vibes gehabt.

00:29:25: Manchmal gibt es ja so, es gibt bei, ich glaube in einer Fallout-Serie gab's auch irgendwie so ein Pärchen, irgendwie mitten in der Wüste was sich als Cannibal rausgestellt hat oder bei The Walking Dead gabs das auch, die sind dann irgendeinem Dorf oder Gegend gewesen und wurden da eingeladen ... essen die da die Menschen?

00:29:44: Ja, am Endeffekt ist es ja so Texas Chainsaw Massacre.

00:29:48: Also nicht zurückführen möchte soweit traue ich mich nichts zu sagen aber das scheint für... also das ist für mich so das früheste was mir zu diesem Thema einfällt.

00:29:55: Erst mal eine Familie, die auf den ersten Blick vielleicht erst einmal ganz einladend wirkt oder irgendwie wobei das im ersten Film gar nicht so ist.

00:30:01: Aber es ist jetzt egal in dem Remake.

00:30:04: und dann stellt sich raus.

00:30:05: okay, da ist die Gefahr sozusagen.

00:30:07: Genau!

00:30:07: Und diese Vibes hatte hier, die kamen nicht durch.

00:30:11: Ich dachte, als ... in dem Moment, als sie diese Wohnung betreten haben, die mussten ja da durch.

00:30:17: Durch die Wohnung?

00:30:18: Ich hab so verstanden wie müssen aus deren Balkon raus über eine Treppe oder Leiter in die Wohnung der jungen Frau und von dort hinten in die Wohnung reingehen genau.

00:30:26: Und er dacht jetzt passiert!

00:30:27: Jetzt kommt irgendwas, jetzt hockt da die Bande.

00:30:29: ich warte die ganze Zeit auf dieser andere Bande weißt du wie aus Saal drei, die dann die Leute überfällt und die Alte ist der Lockvogel der sagt ne komm doch rein hier so, ja die Hexe von Hänse im Kredl Aber es ist nicht passiert.

00:30:44: Und wir sehen im Grunde, was passieren könnte wenn Leute ihre Wohnung beziehen die sie alle gesucht haben vorher und irgendwie versuchen zu überleben.

00:30:55: Absolut.

00:30:56: Und Sie ist für mich so ein Bild von das ist die ultimative Verrohrung.

00:31:02: Sie wird auch nicht ewig überleben.

00:31:05: Tod ist, ist sie tot.

00:31:06: Dann gibt's auch nichts Neues oder sie entwickelt auch nichts neues außer vielleicht... irgendeine andere Gruppe kommt vorbei und klaut ihr die Hühner oder so?

00:31:12: Oder die Hunde weiß man ja auch nicht!

00:31:15: Und sie ist das... Sie ist ein Gegenstück zum Zusammenhalt der Gruppe.

00:31:20: Sie biedert sich den ja gar nicht an.

00:31:22: Sie bettet zwar um Essen wird vom Hund der Tränen aber ordentlich in ihre Schranken gewiesen Aber bitte nicht darum, Teil dieser Gruppe sein zu wollen.

00:31:31: oder öffnet ihre Türen und sagt ihr könnt auch bei mir unterkommen.

00:31:34: Oder wir können auch zusammen was machen.

00:31:36: die hat so dieses Verlangen nach diesem Essen

00:31:38: wie er sogar eine Gegenleistung haben für das durchdringen ihrer Wohnung aber

00:31:42: erst danach

00:31:43: danach.

00:31:44: sie lässt die schon rein.

00:31:46: Dann merkt sie, dass die Gruppe ja essen hat und dann fordert sie quasi im Nachhinein noch die Bezahlung dafür.

00:31:53: Jetzt könnt ihr mir auch noch was geben so.

00:31:55: Und die kriegt glaube ich nochmal etwas und versucht die Gruppen mit Aussagen, die irgendeinen schlechtes Gewissen hervorrufen sollen, nochmal ein bisschen zu beeinflussen oder dort zu halten, was im Grunde... Das Gegenteil von dem bewirkt was es eigentlich sollte.

00:32:11: die Gruppe sagt, wir gehen jetzt hier mal.

00:32:15: Aber sie geben mir am Ende trotzdem nochmal mehr Essen als ihr eigentlich verlangt hat und das fand ich spannend.

00:32:19: dass weil dieser erste Horror Moment eigentlich umgemünzt wird sage ich mal in so einem Mitleidsmoment wenn man so will, ne?

00:32:26: Dass man dann irgendwann sagt okay diese Frau die hier so abgemagert zu alt ist mit ihren weißen wirren Haaren ... bleibt mit den nur noch Haut und Knochen bleich, ne?

00:32:35: Und so weiter.

00:32:36: Und sofort dass das dann am Anfang erst mal so ein Grußemoment ist aber dann im Endeffekt so einen... Oh Gott!

00:32:40: Das wird aus dem Menschen ja wäre ein Mensch nicht sowieso in so einer Situation quasi so egoistisch und würde versuchen irgendwie an alles mögliche ranzukommen was er kann also würde würde nicht jeder so eine Gruppe von Menschen dann fragen okay könnt ihr mir auch noch etwas abgeben?

00:32:54: weil es gibt ja dieser Welt keine andere Es gibt ja nur Egoismus wenn man so will in dieser Welt.

00:32:57: außer jetzt sind diese Gruppe wo sich das noch durch die Frau des Arztes würde ich sagen bisschen ausdifferenziert, sag ich mal.

00:33:03: Absolut verständlich!

00:33:05: Also es würde ja keiner anders machen und aus der Sicht der Frau ist... also aus der sich der alten Frau, das ist ja total verständig.

00:33:12: natürlich barrikadiere ich mich hier in meiner Wohnung weil alles ist Gefahr was draußen ist.

00:33:17: Jeder will ja etwas und ich will ja auch was.

00:33:20: Ja jeder sucht die direkte Nahrung.

00:33:22: wir wollen nicht Freunde sein.

00:33:24: Sie sucht ja keine Freunde.

00:33:25: Wo kommen

00:33:26: denn da hin?

00:33:26: Überleben wir ja nicht.

00:33:30: Fand ich das schon ein Stück, dass die der überhaupt durchgelassen haben.

00:33:35: Dass die alle durchgelassene hat, so rumweilen und eine.

00:33:38: Hätte auch sagen können, ach nee, komm geht mal bitte.

00:33:41: Jetzt ist gut!

00:33:42: Und es wird ja immer noch damit gespielt bzw.

00:33:44: immer wieder artikuliert?

00:33:45: Ja was ist denn wenn die Frau des Arztes tatsächlich auch mal ihr See vermögen verlieren könnte... Und mit dem Kontrast zu dem, was wir von dieser älteren Dame dort gesehen haben in dem Haus entsteht ja auch noch mal so ein Empathie-Moment bezogen auf die anderen erblindeten Figuren der Gruppe.

00:34:03: Es gibt dann diesen Moment wo sie sich versuchen in dem Hof dann zu reinigen mithilfe von Grasbischönen und Scherben.

00:34:10: Ja genau!

00:34:11: Die Frau des Arzes schaut sich das an... Es hat auch was Komediantisches wieder.

00:34:19: Auf der anderen Seite fängt sie an zu weinen, weil sie diese Menschen da sieht wie die sich versuchen so rein denken und sieht okay das ist ja eine Vollkatastrophe wie das hier funktioniert.

00:34:27: Und ich fand diesen Szenenwechsel so spannend oder irgendwie nicht spannend?

00:34:32: war es nicht ein bisschen abstrus weiß ich nicht denn vorher gab's dieses intime Gespräch zwischen der Frau des Arzes und der Frau mit der Sonnenbrille um wir so ein bisschen rausgefunden haben.

00:34:41: naja also die sehen er hat schon im Grunde Das ist deren Aufgabe oder ihre Aufgabe, die Leute irgendwie zu leiten, zu retten und zu versorgen.

00:34:51: Ohne die geht es nicht so lange es möglich ist.

00:34:53: wer weiß wann ihre Blindheit kommt genauso wie es ja im Grunde also die Schlussfolgerung der Frau der Sonnenbrille war naja gut dann ich muss mich hier anschließen weil ohne dich bin ich verloren Ich gehe drauf!

00:35:07: Ich werde so wie die alte da unten.

00:35:11: Wir haben so diesen Moment von, naja was ist das höhere Ziel?

00:35:14: Was ist die höhere Motivation?

00:35:15: und die haben irgendwie so eine Connection wie zwei Schwestern.

00:35:19: Die sind sich sehr nahe... Und dann plötzlich wird diese ganze Szene gebrochen weil der junge Durchfall hat und alle anderen auch merken sie müssen jetzt mal ganz dringend auf Toilette und dann rennen alle raus auf diesen Hinterhof und entledigen sich Und dann sieht die Frau dazu, wie da einfach alles passiert.

00:35:38: Also und es wurde ja auch in dem Buch so beschrieben von naja gut am Ende wenn der Notfall kommt um wenn's im Form eines Durchfalls ist, ist alles reden erstmal egal?

00:35:50: Ja, absolut.

00:35:51: Also schon eine sehr negative Konnotation sozusagen nach wie vor des Lebens.

00:35:55: Obwohl ja insgesamt hier schon die Lebensqualität sich so ein Stück weit verbessert durch die Sachen, die man in diesem Haus findet und in der Wohnung und dass man auch erstmal einen Ort wieder zur Hut hat an dem man Ruhe sozusagen hat.

00:36:08: Das ist der

00:36:08: erste.

00:36:08: Nach dieser Küchen-Elektronik-Nummer, die ja auch im Grunde jeden Moment von anderen Leuten überfallen werden könnte?

00:36:16: Das ist

00:36:17: bei der Wohnung der Frau mit der Sonnenbrille unwahrscheinlicher, weil ja die Treppen dazwischen sind.

00:36:23: Und wir haben das letzte Mal gelernt, Treppen sind eher unwahrscheinlich, dass die Blinden die benutzen, weil es einfach Orientierungslosigkeit fördert und Verletzungsgefahren

00:36:32: ist.

00:36:33: Und das finde ich ganz interessant, weil wir bisher eigentlich in dieser Geschichte uns nur in sogenannten transitorischen Orten bewegt haben.

00:36:39: Oha!

00:36:40: Transitorische Orte sind Durchgangsorte also dort durch die ich quasi einen Transit mache.

00:36:45: Man kennt das vielleicht von der Transitzug und so.

00:36:47: Also gibt es so Worte tatsächlich ja... Also es geht sozusagen um das Durchdringen sozusagen oder?

00:36:52: Nicht um's

00:36:52: bleiben sondern um's.

00:36:53: Richtig.

00:36:54: Es gibt in diesem Zusammenhang auch zum Beispiel das Wort nicht-Ort, also ein Ort der nicht auf eine bestimmte Identität festgelegt ist mit dem ich irgendwie eine emotionale Verbindung habe, wie in meiner Wohnung hab' ich sozusagen Identitätsort.

00:37:08: Ich weiß wo alles ist, sozusagen die ganzen Gegenstände und so weiter und sofort... Und das ist auch genau das Gegenteil.

00:37:14: Hier haben wir das erste Mal so eine Art Identitätsort, der sich natürlich vor allem durch die Emotionen und die Vergangenheit durch die Frau mit der Brille manifestiert.

00:37:23: Das wird sozusagen zu einem Ruhe- und Pausenort.

00:37:26: Das erkennt man an ganz kleinen Dingen zum Beispiel, dass hier die Rede ist oder dass man erst mal diskutiert wie man weiter vorgeht dass man sich erst mal zusammensetzen kann und dann diskutieren kann, okay wie machen wir das jetzt eigentlich weiter?

00:37:38: Wie leben die jetzt eigentlich wieder?

00:37:40: Was passiert eigentlich wenn die Frau des Arzes auch mal blind wird.

00:37:42: Wir orientieren uns dann usw.

00:37:46: Es gibt sogar einmal so eine Diskussion über die Gerechtigkeit des Tötens weil die Frau Des Arzes den Leuten erzählt ... diesen, ihren Peiniger sozusagen.

00:37:55: Ihren Vergewalttegern am Sanatorium umgebracht hat.

00:37:57: und da ist eigentlich das erste Mal so eine... die Zeit dafür so etwas auszudiskriminieren wenn man sie will.

00:38:02: Ja ganz genau.

00:38:02: Und das kennzeichnet eben diesen Identitätsort und es ist einer von zwei ganz klaren, die wir jetzt hier in dieser Passage im Prinzip haben.

00:38:09: Ja wobei der ja noch nicht ganz so gesetzt ist.

00:38:12: Das ist ja sehr gut.

00:38:13: wie bleiben wir jetzt von der Nacht?

00:38:14: aber ich hatte das Gefühl Die wussten schon, wir bleiben nur für eine Nacht.

00:38:20: Wir gehen nicht... Wir gucken jetzt mal und okay es wird spät, wir schlafen jetzt hier.

00:38:24: aber eigentlich müssten wir zu unserer Wohnung der Sehenden weil die ist größer da haben mehr Platz, mehr Räume und weiß ich nicht, da kennt sich auch die Frau des Sehnden aus.

00:38:34: Ja genau richtig.

00:38:35: Die Frau des Seehenden oder die Frau das Arztes mein Gott brauchen wieder Namen.

00:38:41: Wollen wir mal auf die zweite Wohnung eingehen?

00:38:43: Direkt vielleicht.

00:38:45: Das wär jetzt zumindest mein nächster Punkt den ich ja hab

00:38:46: Warte,

00:38:48: warte.

00:38:49: Kommt das als Nächstes?

00:38:50: Wir hatten zwischenzeitlich noch diesen Aspekt mit der Bank und so weiter.

00:38:53: Das

00:38:54: haben wir

00:38:55: schon abgehandelt.

00:38:55: Deswegen werde ich jetzt zur Wohnung bei mir zumindest kommen.

00:38:59: Mach mal ruhig!

00:39:01: Das ist nämlich ein weiterer Identitätsort eigentlich oder eigentlich der einzige Richtige, das sieht man vor allem.

00:39:05: Wir haben auch hier wieder dieses zur Ruhe kommen es gibt so diese Sofa-Runde da als so ein symbolischem Platz auch des Austauschs

00:39:11: zu sein.

00:39:11: Endlich mal wieder auf eine Sofa sitzen.

00:39:13: Richtig

00:39:14: ja absolut!

00:39:15: Ich meine wirklich?

00:39:16: Ja genau wir haben hier auch einen Ort an dem auf einmal Sauberkeiten sehr sehr hohes Prinzip ist.

00:39:21: Es wird darüber geredet wie halten die Wohnung irgendwie sauber und wie halten wir die Hygiene schreien im Endeffekt bevor

00:39:27: sie die Wohnung betreten.

00:39:30: ausgezogen werden.

00:39:32: Und die Klamotten?

00:39:32: Genau, richtig!

00:39:35: Das ist so ein Ort der auch eine gewisse Größe da natürlich hat und so weiter und sofort.

00:39:39: Da wird hier als Paradies bezeichnet.

00:39:43: Gut

00:39:43: ich lege mal Mikro zur Seite.

00:39:47: Ich

00:39:48: habe jetzt die letzten Folgen ja schon ein bisschen ausklamüsert wie ich das sozusagen hier lese und wie immer wieder diese christliche Motive reinkommt.

00:39:58: Und das Paradies ist dann natürlich erst mal ganz klar, weil das Paradis ist natürlich ein Begriff der theologisch aufgeladen.

00:40:03: Es gibt den Paradiesgarten Eden in dem Adam und Eva die ersten Menschen sozusagen von Gott erschaffen wurden und dann dort belassen wurden sozusagen.

00:40:12: Und dann kommt es ja so zu sagen dazu dass sie auch Scham spüren Adam und Efer.

00:40:17: Das heißt, es gibt ja auch in irgendwelchen Kunstdarstellungen, die man davon hat.

00:40:20: Und auch in der Bibel beschrieben gibt es diese Blätter, die Sie vor Ihrem Gehen feigen haben.

00:40:24: Genau, die Feigenblätter.

00:40:27: Und diese Form von Scham haben wir hier auch, denn der erste Blinde und die Frau mit Brille.

00:40:33: Obwohl sie nicht von jemandem außer der Frau des Arzes gesehen werden können schämen sich ihre Kleidung auszuziehen.

00:40:39: Das heißt dieser Schamort haben wir jetzt genau eben auch dieses theologisch aufgeladene Motiv.

00:40:45: Wir haben hier so Dinge... Ganz kurz,

00:40:46: ganz kurz!

00:40:46: Du darfst gleich weitermachen.

00:40:47: ich würde nur ganz kurz... Das ist ja ein guter Punkt eigentlich dass die Scham empfinden in dem Moment weil sie ja irgendwie Scham ist ja eine Strategie, eine Grenze zu ziehen.

00:41:00: Das will ich jetzt nicht.

00:41:01: Ja?

00:41:03: Das bereitet mir unwohl sein und damit lasse ich nicht einfach über mich ergehen.

00:41:09: Richtig

00:41:09: ganz klar!

00:41:10: Und dieses Übersicht ergehen lassen.

00:41:12: das war ja das ganz große Thema im Sanatorium da gab es sowas gar nicht.

00:41:17: Da hatten die gar nicht die Möglichkeit Scham zu zeigen oder den war es ja schlichtweg... Also verboten, das zu tun oder es wurde denen ja auch einfach entrissen indem sie einfach dort nackt und vergewaltigt wurden.

00:41:29: und so ein Kram.

00:41:30: Und jetzt dieses Gefühl der Scham wiederzuhaben heißt wieder in meinem In meiner lesart ok jetzt habe ich wieder gefühl für meine grenzen für das dass will ich und das will ich nicht.

00:41:42: Und ich zeige was ich will was ich nicht und zeige nach außen hier bitte nicht weiter absolut

00:41:47: die hatten im sanatorium ja auch unabhängig von den vergewaltigen sex ... durcheinander weg, ne?

00:41:53: Also es war ja nicht nur dieses Paar was du vorhin schon beschrieben hattest.

00:41:58: Sondern da wurde auch gesagt okay... die Männer wurden auch befriedigt sozusagen von den Frauen und andersrum usw.

00:42:04: Ja genau

00:42:05: lief auch im Hintergrund irgendwie immer.

00:42:06: Genau

00:42:06: richtig!

00:42:07: Und das wurde dann irgendwann klar dass das anscheinend die ganze Zeit irgendwie so nebenher passiert.

00:42:10: Und

00:42:11: auch das Ganze defekieren und hin pinkeln und was weiß ich, das war ja denn irgendwie so ein bisschen draußen im Hinterhof dort mit dem Sanatorium aber letztendlich auch drinnen.

00:42:21: Da gab es dann auch am Ende keine Scham mehr.

00:42:23: Ja, absolut!

00:42:24: Genau wir haben das Wasser was er denn auftaucht.

00:42:28: also ist ja zuerst mal das Wasser aus dem Toilettenkasten was getrunken werden soll bis dann tatsächlich Wasserflaschen auftauchen oder gefunden werden von der Frau des Arzes und das Trinken eines glases Wasser wird in diesem Zusammenhang als Wunder bezeichnet.

00:42:43: Also eine göttliche Tat, wenn man so will.

00:42:46: Die Öllampe... es gibt da auf Seite dreihundertdreißig so ne Zeile,... dass die Öllumpe wie eine Sonne auf dem Tisch steht und das ist dann vielleicht auch irgendwie ne?

00:42:54: Die Sonne auch geschafft von Gott und so weiter und sofort geht vielleicht ein bisschen weit.

00:42:57: aber trotzdem fand ich's ganz interessant und es passt mit diesen

00:42:59: Kristallgläsern aber.

00:43:00: Mit den Kristallglasern

00:43:01: muss sich dann so ein bisschen drinne spiegelt.

00:43:03: Genau ja!

00:43:03: Aber ich hatte auch schon gesagt, dass die Frau des Arztes vorher als so einer Art Jesusfigur sozusagen etabliert wird und Jesus ist ja die Stellvertreterfigur für Gott auf Erden Und der Sohn Gottes, wenn man so will.

00:43:14: Und sie ist das ja auch diese Öllampe wieder zum Laufen bringt und dafür sorgt.

00:43:21: Wir haben dann diesen Waschvorgang später und das sagt die Frau des Ersten Blinden nur Gott sieht uns!

00:43:27: Die Frau des Arzes entgegnet nicht einmal er, der Himmel ist bedeckt, sondern ich kann euch sehen.

00:43:31: Das heißt es gibt diesen Gott-Frau-Vergleich dann auch wieder.

00:43:34: Sie ist sozusagen die Sehende in diesem Moment.

00:43:36: Sie isst das Übernatürliche, das Überalmstehende.

00:43:40: Richtig, ganz genau.

00:43:42: Und jetzt würde in dieses ganze Paradies-Thema ja auch der Sündenfall sozusagen gehören.

00:43:47: Der Sindenfall ist ja sozusagen ... also Eva nimmt dann die Frucht von diesem Baum da.

00:43:55: Das

00:43:55: ist dieser Paradiesapfel?

00:43:56: Genau, von diesem

00:43:57: Paradies

00:43:57: Apfel wird vorher sozusagen von dieser Schlange, die sich dort im Garten befindet... Also die Repräsentation des Satans oder des Teufels dazu verführt diese Frucht zu nehmen.

00:44:07: und darauf hin Ist sie dann davon und gibt auch Eva von der Frucht ab?

00:44:10: Und daraufhin verlieren Sie ja die Scham oder verlieren das bewusst.

00:44:13: Oder bekommen

00:44:14: die Schaben.

00:44:15: Ja, nee, sie verlieren die Schamen.

00:44:18: Sie schämen sich nicht.

00:44:19: Vorher schäme ich mich nicht genau richtig so rum.

00:44:22: Ich habe gerade durcheinander gemacht.

00:44:23: Richtig!

00:44:24: Und es gibt ja dann dieses Waschen diese Waschzähne und dies auf eine Art und Weise finde durchaus erotisch aufgeladen, das heißt die Frauen waschen sich dagegenseitig.

00:44:35: Sie sprechen dann miteinander sie flüstern sich gegenseitig zu und das ist ja sozusagen hat so ein verführerisches Moment für uns als Leserschaft erstmal.

00:44:43: Das ist eine erotische sinnliche Erfahrung die man da sozusagen auch mitgehen kann wenn man so will.

00:44:48: und wir haben in diesem Zusammenhang auch einen stellvertreter Figur nämlich der Mann mit der Augenklappe der erzählt nämlich dann an diesen Zusammenhang da draußen war das Paradies also auf dem Balkon.

00:45:00: Er lässt dann relativ klar durchblicken, dass das für ihn so ein erotischer Anblick war.

00:45:04: Er hat ja dann später noch diesen Moment von, dass er in der Badewanne sitzt und man weiß nicht so richtig.

00:45:09: kommt da tatsächlich eine Frau rein und wäscht ihm den Rücken oder stellt sich das komplett vor?

00:45:14: Weil er geht ja dann darauf hin raus sozusagen und denkt es war vielleicht die Frau des Arzes aber die sagt zu ihm ist ja voll schade, dass ihr keiner den rücken waschen konnte.

00:45:22: Das heißt sie schließt sich selbst aus als diejenige die das gemacht haben kann.

00:45:27: Für mich ist hier im Prinzip noch keine Sünde so richtig passiert, weil er spricht ja von dem Paradies in dem Zusammenhang, von dem was da draußen passiert ist.

00:45:34: Aber eventuell kommt noch eine Sünde dahin zu und das sage ich dann später... Im Ausblick alles klar!

00:45:41: Weil ich habe da noch einen anderen Punkt wo das vielleicht ein bisschen besser passt an.

00:45:46: Okay, ja.

00:45:47: Ich fand diesen... Also der Regen war ja okay.

00:45:50: jetzt waschen wir uns komplett Jetzt machen die Kleidung sauber und jetzt vorher war es immer so naja wir tupfen uns mal ein bisschen mit irgendwelchen Laken ab Aber so richtig Seife und Wasser gab's ja da nicht.

00:46:01: Und gleichzeitig merkt man auch, ich hab das gar nicht so erotisch gelesen irgendwie.

00:46:06: tatsächlich Merkt man dass die Frauen selber wieder eher bei sich ankommen.

00:46:12: Sie spüren ihren Körper, weil das kalte Wasser da irgendwie über den Körper läuft und nehmen ... ... sich selber und ihre Körper wieder als etwas Eigenes war.

00:46:22: Das meint es, dass unser so fühlt sich das an.

00:46:24: Ah okay gut, das ist jetzt... ...das was Gutes!

00:46:28: Und das gehört jetzt wieder uns.

00:46:29: Wir kümmern uns darum.

00:46:31: Wir hegen und pflegen das nicht so.

00:46:34: Es wird nicht so übergangen und wie dreck behandelt.

00:46:37: Wie vorher?

00:46:38: Auch wieder eine Form von Zivilisationen ne?

00:46:40: Absolut

00:46:40: ja total.

00:46:41: Ja genau.

00:46:41: Jetzt habe ich am Anfang gesagt in dieser Reihenfolge sind wir jetzt im Grunde im... Ach was weiß ich.

00:46:46: vorletzten Punkt oder sowas.

00:46:47: also die säubern sich Jetzt erstmal ganz.

00:46:49: Und das macht ja, bringt ja viel Ruhe und Heilung und Linderung... Man hat ja manchmal so Tage die sind einfach scheiße!

00:47:02: Das ist irgendwie draußen vielleicht ein bisschen zu warm oder auch nicht und man hetzt da irgendwie rum und man hat nur mit beschissen Leuten zu tun und am Ende des Tages hilft einfach eine Dusche oder einen Bart um diesen Tag im wahrsten Sinne des Wortes von sich zu spülen oder abzuspülen.

00:47:20: und danach ist man wieder wie so ein kleiner Reset.

00:47:25: Und jetzt mummet man sich irgendwie ein in seine Decke, setzt sich raus auf den Balkon oder was auch immer und lässt den Tag noch schön ausklingen ohne mit diesem Stress am Körper an der Haut ins Bett zu gehen.

00:47:38: So habe ich das natürlich potenziert wahrgenommen also habe ich es zumindest gelesen.

00:47:43: Nee, absolut.

00:47:44: Also man kann das auf mehreren Ebenen auf jeden Fall betrachten ne?

00:47:46: So eine persönliche Reinigung, so ein Wetterkern von Zivilisation und ich finde aber diese theologische Sichtweise liegt für mich auch hier irgendwie die Lagerheit so total da auch wieder ist.

00:47:55: Ja klar.

00:47:56: Die muss man aufheben!

00:47:58: Wenn der mir solche Begriffe wie Paradies hier reinballert...

00:48:01: Da hat er's ja aber schuld!

00:48:02: Da kann ich jetzt auch nichts hören.

00:48:05: Ich fand es schön, dass war schon bei der späteren.

00:48:11: Danach kommt ja die Wohnung des ersten Blinden und dessen Frau.

00:48:15: Und jetzt diese Wohnung kennen wir ja auch schon, nicht so im Detail weil diese Wohnung vom Arzt und dessens Frau haben wir hier zu Beginn des Romans ja schon mal gehabt.

00:48:27: Also wie erinnern uns vielleicht nicht ich weiß gar nicht ob es in der Verlorene eine Folge mit drinnen warmen.

00:48:32: reden wir auch nicht darüber dass Arzt am Telefon gesessen hat, um die ganzen Ministerien anzurufen und denen zu sagen dass da irgendwas am Laufen ist während die Frau im Hintergrund schon die Taschen gepackt hat bevor der Krankenwagen gekommen ist.

00:48:46: Und jetzt sind wir wieder da und es hat nichts von Aufbruch sondern das komplette Gegenteil.

00:48:51: wie ihr seid hier umzuleiben Wie lange auch immer.

00:48:54: aber wir bleiben jetzt erstmal hier beruhigen uns waschen uns kommen mal wieder in die Menschlichkeit Um dann zu gucken wie können wir das denn irgendwie halten?

00:49:04: Absolut, also schließt sich ein Kreis und wie du schon gesagt hast die Wohnung des ersten Blinden ist ja dann sozusagen als nächstes genau der Anfang wenn man so will.

00:49:13: Es gibt die Ampel und so.

00:49:15: Aber

00:49:15: da sind sie auch vorbeigekommen.

00:49:17: Auf dem Weg zur Wohnung des Erstenblinden kommen Sie an der Ampel vorbei Der sagt der erste Blinden auf hier ist es passiert.

00:49:24: Ja,

00:49:25: cool geil Hier ist der ganze Bogen nochmal.

00:49:27: Was da bis dahin nicht passiert ist Das

00:49:29: recht Ähm, genau.

00:49:31: Und dann sind wir im Prinzip in der Wohnung bis ersten Blinden?

00:49:34: Ich

00:49:35: würde gerne noch mal ganz kurz zu dem Alpen mit der Augenklappe kommen, der... ...im Grunde seine eigenen Sorgen irgendwie so ein bisschen sich rumträgt.

00:49:45: und der Gruppe ja ich weiß gar nicht, ich glaube er hat schon früher gesagt Leute wenn ich euch zur Last falle bitte sagts mir Dann gehe ich irgendwo hin sterben wie eine Katze oder was auch immer.

00:49:56: aber sagt es mir ich will jetzt hier keinem irgendwie?

00:49:59: Ja, dass die Gruppe irgendwie untergeht.

00:50:01: deswegen und das hat den auch irgendwie belastet als der da irgendwie ins Bad reingegangen ist.

00:50:10: Und ich hatte, somit hatte ich das so gelesen.

00:50:13: Dass er so das Wasserwasser dann hatte und sich waschen konnte, dass er das Gefühl hatte naja Ich bin jetzt hier in diese richtig wert.

00:50:19: Jetzt muss die mich da noch hinbringen und auch die Szene mit diesem Rücken waschen.

00:50:24: Ob das jetzt noch notwendig war?

00:50:25: Ich will eigentlich nicht dass mir irgendjemand hilft weil wenn ich möchte dass mir jemand hilft heißt es Ein anderer muss Mühe aufwenden, die er vielleicht für andere Sachen braucht.

00:50:36: Wichtigere Sachen als mich nur um mich zu versorgen.

00:50:39: aber ich will ja eigentlich keinem zur Last fallen so der hängt ein bisschen durch.

00:50:42: Ja also ich sag mal so daran erinnere ich mich auch dass er das auf jeden Fall artikuliert hat Die Szenen in der Badewanne habe ich eher als die Vielleicht auch nur Vorstellung einer erotischen Fantasie gesehen die sich durch das Anblicken nicht durch das hören.

00:50:58: Also meine Vermutung ist ja, dass es tatsächlich die Frau des Arztes war, die kam.

00:51:02: Weil sie ja recht straight in das Bad rein hat ihm den Rücken gewaschen und ist raus ohne irgendwas zu sagen.

00:51:09: Und ich also meine vermutung is', dass sie ihn gar nicht fragen will weil sie ihn vor der Scham bewahren möchte um Hilfe zu bitten.

00:51:21: Das ist ja sein Ding!

00:51:23: Deswegen macht sie's einfach ungefragt kein Problem, hier reden wir nicht drüber.

00:51:27: Ist gut das glaube ich.

00:51:28: Ich glaube die war es schon.

00:51:29: Ja okay ich sage am Ende noch was dazu wie ich das gedeutet habe.

00:51:34: anhand von so ein paar Textstellen die ich dann gefunden habe.

00:51:36: und noch genau wollen wir zur Wohnung des ersten Blinden kommen.

00:51:40: weiter kommen wir hin zu dem Schriftsteller.

00:51:45: ja

00:51:46: ich hab da auch gar nicht so wahnsinnig viel.

00:51:48: ich habe jetzt

00:51:48: etwas zum Jungen bei der Junge noch wo man das jetzt schon reinbringt weil dieser Junge kommt jetzt häufiger so ein bisschen vor.

00:51:56: Das erste Mal erwähnen sie den, als es um neue Klamotten geht und die Sehende oder der Erzähler zieht.

00:52:04: so ein bisschen vergleich zwischen den Blinden.

00:52:06: Die da irgendwie durch die Friedhofstadt marodieren und schlendern oder irgendwie hinken wie Geistern.

00:52:14: Und der Junge eben nicht!

00:52:15: Der hat Schuhe an, die vielleicht ein bisschen zu groß sind aber dann wächst er schon irgendwie rein und Klamотten an die vielleicht auch nicht ganz so doll passen.

00:52:24: Da ist mehr Leben in dem Jungen.

00:52:26: Ja?

00:52:28: Und später ist es ja so, sie sind mit dem Seil unterwegs und ich stelle mir das sofort die Sehende vorne.

00:52:36: Der Junge steht ein bisschen hinter ihr und um den Jungentum rum stehen die anderen Erwachsenen, umgeben von einem Seil was die Sehnende in der Hand hat sozusagen damit der Junge irgendwie nicht abhandenkommen kann oder die anderen auch nicht ab handenkommen können.

00:52:52: warst du diese unausgesprochene, wir kümmern uns alle um diesen Kerl.

00:52:57: Die haben das ja nicht abgesprochen.

00:52:59: auch die Frau mit der Sonnenbrille hat ja nie gesagt Leute ich möchte mich gerne um den kleinen Schielen denn kümmern, dir das einfach gemacht so wie die Frau des Arztes dem der alten auch der Rücken gewaschen hat aber nur um mein... Und der kleine verkörpert für mich sowas wie die absolute Unschuld.

00:53:15: Der hat mit dem ganzen Thema gar nichts zu tun.

00:53:17: Den kann man nicht los schicken um irgendwas zu suchen.

00:53:20: Der ist viel zu verlässlich, nicht verlässig verletzlich.

00:53:25: Und er isst die Personifizierung von sich.

00:53:30: kümmern um.

00:53:31: Um den muss man sich kümmern weil wenn jeder Erwachsene von denen könnte irgendwie sich alleine durchschlagen wie die Eide zum Beispiel, die Hexe aber der Junge nicht.

00:53:40: Der wär ein paar Tagen tot und das führt dazu dass er wie so ein Anker ist oder so eine Erinnerung Nennen wir es Erinnerungsanker, haben aber beide Worte drinnen.

00:53:52: Für Menschlichkeit!

00:53:54: Wir müssen uns um den kümmern.

00:53:56: das bedeutet ja ich kann nicht nur die ganze Zeit bei mir bleiben mich um meine Triebe kümmern Hunger Angst Dreck was auch immer Gefahr sondern da ist ja noch jemand.

00:54:07: also muss ich Ja Ich jetzt der in der Gefahr schrieb wieder Junge nach außen gehen Um denen mit rein zu holen und das führt dir dazu dass sich Empathie empfinde, dass ich Fürsorge empfande und das sind ja alles Zeichen von Menschlichkeit.

00:54:22: Du musst mensch bleiben damit du dich um den jungen kümmern könntest Ja?

00:54:27: Und er ist der erste Zumindest dem wir kennen Der wenn die Blindheit länger dauert.

00:54:36: Er ist die erste Generation Die in diese blindheit hinein wächst.

00:54:40: Alle anderen haben schon ein Leben gelebt, manche länger wieder alter mit der Augenklappe und manchmal weniger wie die Frau mit der Sonnenbrille aber sie sind im Grunde erwachsen.

00:54:47: Sind ausgewachsen haben sich entwickelt als sehende Und der Junge hat noch ein bisschen vor sich.

00:54:53: in bestem Fall.

00:54:54: und lasst den mal noch fünftig-sächsig-sechzig Jahre leben und die Blindheit andauern ja wächst er da rein kriegt vielleicht ein ganz anderes Gefühl oder einen ganzen anderen Umgang mit der Situation?

00:55:06: Es ist generell ja bei Kindern immer so, dass... also man kann sagen okay es ist ein Kind und deswegen kümmern wir uns darum.

00:55:11: Aber da steckt ja immer auch ein Versprechen für die Zukunft drin, ein Versprechen auf eine Welt, die in irgendeiner Art und Weise anders gestaltet werden könnte.

00:55:20: Also du hast es ja richtig gesagt er ist quasi die erste Generation, die da reingewachsen ist und die Welt davor eigentlich nur so ... durch die Sicht der Eltern oder der Mutter vielleicht kennt.

00:55:31: Also sag mal so, Dinge wie zum Beispiel dass er jetzt das erste was er an Gedanken bilden würde... ...dass er in einer Extremsituation zum Bankautomaten rennen würde und sein Geld abheben würde,... ...das würde jetzt bei dieser Person nicht mehr passieren weil für dieses Kind spielte Geld keine Rolle bisher.

00:55:48: Spielt

00:55:48: keine Rolle mehr?

00:55:50: Oder nur in einem Sinne von ja vielleicht hat er mal mitbekommen,... ...die Mutter muss Geld hingeben und hat etwas gekauft irgendwie ein Spielzeug oder was weiß ich oder was zu essen usw.

00:55:58: Aber in dem Fall... Er hat diese Logik nicht drin sozusagen, so interniert.

00:56:03: Rhein-Herinnerung die irgendwann verblassen werden?

00:56:06: Genau richtig!

00:56:06: Also steckt da auch die Möglichkeit drin sozusagen etwas Neues zu schaffen oder mich an dieser Lebensumstände auf eine andere Art und Weise anzupassen als die anderen Menschen die ja noch sehr in der Logik der alten Verhältnisse stecken also in diesen Eigentumsverhältnissen zum Beispiel.

00:56:21: Die Frau das mit der Augenklappe... ...die Frau mit der Brille will in die Wohnung jetzt bei Eltern zurück und so weiter und sofort.

00:56:32: Es gibt die Sehnsucht nach einem Leben, nach früher und das verblasst bei dem Jungen ja auch steht sich dadurch dass er irgendwann aufhört nach seiner Mutter zu fragen und zu rufen.

00:56:41: Genau

00:56:42: der musste sich mit dieser Situation arrangieren, der musste die akzeptieren ob er das jetzt wollte oder nicht.

00:56:49: Ich glaube, die Erwachsenen hier sind noch nicht so weit.

00:56:53: Die denken alle immer nach Mensch wäre es doch sagen sie nicht.

00:56:57: aber das hat ein Weib von Neuer auch Menschen.

00:56:59: Es wäre schon schön wenn wir genau das gleiche Leben hätten wie vorher ja wenn wir einfach so keine Ahnung mit uns ... unserem Bekannten wieder zusammen sind und in unseren Wohnungen sind.

00:57:09: Und einfach das tun könnten, was wir wollten so.

00:57:12: Absolut!

00:57:12: Auch der erste Blinde und seine Frau wollen ja in ihre Wohnung zurück...

00:57:16: Ja klar!

00:57:16: ...und sagen dann auch nach dem Motto ist das jetzt müsst ihr wirklich hier bleiben oder könnt ihr euch nicht auch eine andere Wohnung suchen?

00:57:23: Das scheint so durch die Blume ein bisschen durch.

00:57:25: Das deutet man so ein bisschen an sozusagen ohne dass man es zu richtig fordert im Endeffekt.

00:57:30: Ich muss sagen, da können wir jetzt gleich mal zur Wohnung kommen.

00:57:33: Sie gehen zur Wohnung.

00:57:35: auf dem Weg finden sie ein paar Konserven die sie irgendwie noch kochen müssten weil das irgendwelche Hülsenfrüchte sind.

00:57:41: Die Sehne sagt ach meine Oma hat gesagt nimm was du kriegen kannst und gib nichts wieder her.

00:57:46: Das war Captain Jack Sparrow.

00:57:47: egal das Prinzip ist das Gleiche.

00:57:50: Sie hat es erstmal sie haben's mitgenommen in der Wohnung.

00:57:55: die erste Wohnung die wir ja auch dann irgendwann hatten hatte ich das Gefühl beim lesen ja klar ist doch ihre wohnung.

00:58:02: also das ist doch absolut.

00:58:04: also es ist ja logisch.

00:58:06: ich als leser denke er ist auch logisch.

00:58:08: der schriftsteller muss jetzt raus Absolut.

00:58:11: Weil wir es ja auch und das ist ein großes Thema in der Geschichte, weil wir es auch in Erinnerung gerufen bekommen.

00:58:16: Wir wissen okay dass die Wohnung des ersten Blinden da haben wir so ein bisschen Zeit auch mal verbracht.

00:58:20: Alleine die Bezeichnung?

00:58:22: Ja genau!

00:58:22: Die Wohnung

00:58:23: des und nicht das ist die Straße XY-Dreizensee.

00:58:27: Aber es gibt da auch kleine Erinnerungsblöcke die sozusagen hervor kommen immer wieder, also Erinnerungsblock, ein komisches Wort.

00:58:33: Aber du weißt was ich meine ne?

00:58:34: Zum Beispiel das ist ja auch da diese umgefallene Vase zum Beispiel gab.

00:58:38: Vom Anfang genau.

00:58:39: man hat diese Erinnerung und hat das Gefühl man sieht diese Wohnung so ein bisschen vorm inneren Auge.

00:58:44: Auch für uns ist es deren Wohnung!

00:58:45: Ja genau richtig

00:58:46: wir waren ja mit denen in deren Wohnung am Anfang.

00:58:49: Also wir sind genauso wenig in der Lage die alten Verhältnisse sozusagen anders zu denken sozusagen.

00:58:54: Das bekommen wir hier eigentlich vor Augen geführt

00:58:57: Und deswegen hat es gar nicht lange gedauert als dann irgendwie der Schriftsteller, den sie getroffen haben.

00:59:01: Dass die denn ausdiskutiert haben.

00:59:02: na was ist jetzt hier eigentlich also?

00:59:04: Aber so ganz subtil irgendwie!

00:59:05: Ja ich dachte... Also musst du jetzt hier hierbleiben?

00:59:08: Ich hab' den genauen Wortlaut mir nicht rausgeschrieben aber das sticht schon immer mal durch.

00:59:12: Wer hat das angefangen?

00:59:13: Der erste Blinde?

00:59:14: Hat er's ihr Mann gesagt?

00:59:15: Ich glaub',

00:59:15: der erste Blinder hat's angefangen.

00:59:17: Ja ja,

00:59:17: der wurde aber relativ schnell Mundtot gemacht, als hat der Frau gesagt ne warte mir stopp jetzt mal leise jetzt.

00:59:22: und die Die Sehende hat ja dann vorgeschlagen, da lass den doch hier.

00:59:27: Wir haben doch eine Bude die ist viel größer wir bleiben zusammen und so weiter.

00:59:30: Wir

00:59:30: müssen eh zusammenbleiben?

00:59:31: Wir

00:59:31: müssen e-zusammenbleiben.

00:59:32: was wollt ihr jetzt hier?

00:59:33: Die einen hat sich schon entschieden ihr werdet euch auch entscheiden kommen.

00:59:38: Das war klar.

00:59:38: also formell war das nicht formell.

00:59:41: Emotional war es klar dass sie alle zusammen bleiben in der Wohnung des Arztes aber es musste so formell noch mal geklärt werden.

00:59:48: Können wir die Wohnung jetzt einfach abgeben?

00:59:49: So, okay.

00:59:50: Den habt ihr halt hier die Schlüssel.

00:59:51: Ja so

00:59:52: war so eine Erlaubnis an den Schriftsteller und der hat ja gesagt na gut unsere Wohnung ist jetzt auch gerade noch besetzt.

00:59:58: Wir schauen da gucken da was da los schaun Und in der Zeit kannst du immer mal gucken und wenn Du siehst wie es weg dann bist du halt gleich da und kannst wieder einziehen von mir aus Wenn das ok ist.

01:00:12: Dann machen wir das so und das war schön.

01:00:13: Das war das erste Mal dass wir eine Absprache hatten zwischen zwei Parteien nenne ich mal, die nichts miteinander zu tun hatten.

01:00:20: Die auch überleben mussten

01:00:23: und die auch beide total positiv besetzt werden finde ich.

01:00:25: also dieser Schriftsteller der dann selbst noch seiner Arbeit quasi nachgehen kann obwohl das ja eigentlich...

01:00:31: Du meinst José?

01:00:32: Ja genau richtig.

01:00:34: Autobiografisch vielleicht irgendwie, wobei er glaube ich nicht blind war aber trotzdem also diese positiv besetze Figur die trotzdem weiterhin schreibt einfach trotz dass das in dieser Pandemie oder in diesem Zustand sage ich mal indem die Welt sich befindet so ein bisschen sinnlos erstmal erscheint weil es ist ja schreiben kann ja in dem Sinne keine Lohnarbeit mehr sein.

01:00:53: bei den meisten können das ja nicht lesen was aufgeschrieben wird.

01:00:56: das heißt es ist so ein reines für sich sozusagen arbeiten für sich ausformulieren Kunst erschaffen im Endeffekt, also aus einer ganz intrinsischen Motivation heraus die kein Publikum und keinen monetären Reiz irgendwie verspürt.

01:01:09: Und das macht ja den Bogen zum Anfang als wir gesagt haben naja im Grunde gibt's Kunst nicht mehr weil Kunst kann nicht mehr konsumiert und betrachtet werden.

01:01:17: der Schriftsteller macht es dann trotzdem auch wenn er weiß naja ich kanns nicht lesen ich weiß was ich geschrieben habe und der schreibt mit einem Kugelschreiber auf einem Blatt Papier oder auf Papier, was er auf anderen Papier legt und kann dann so schön durchdrücken.

01:01:33: Und fühlt dann in welcher Zeile er schon geschrieben hat und muss dann einfach nur in die nächste Leerezeile und schreibt dann einfach weiter.

01:01:40: Und einfach so für irgendwelchen Mal.

01:01:43: Ja?

01:01:44: Dann sagt auch die sehende Mensch... Oder gibt es zumindest zu erkennen dass sie sehen kann?

01:01:51: Da hat sie jetzt gar keine Gruppe mehr, zumindest bei ihm nicht.

01:01:54: Der strahlt schon eine Sicherheit aus.

01:01:55: der Alten hätte ich es glaube ich nicht gesagt.

01:01:57: Nee da hat sich sogar Angst davor.

01:01:58: also sie sagt einmal in einer stelle Es ist so dunkel Ich kann nichts mehr sehen.

01:02:02: und dann

01:02:02: als die rote gegangen

01:02:03: sind genau und dann merkt sie selber her das hätte ich nicht sagen dürfen weil er heißt

01:02:07: ja.

01:02:08: Ja ich denke ja okay ein schriftsteller In einem buch von einem schriftsteller dass ja gut ok

01:02:15: Ja, absolut.

01:02:16: Es ist ja auch historisch wird Kunst ja auch gesehen als Zeichen für die göttliche Schaffenskraft, die an uns Menschen weitergegeben wurde.

01:02:24: und da gibt es so einen Moment das am Ende dieser Passage die Frau des Arztes zu dem Schriftsteller geht.

01:02:29: der sitzt dann da an seinem Schreibtisch und sie legt ihm die Hand auf die Schulter wie eine Geste der Segnung wenn man so will.

01:02:35: Genau lasst ihr ihn nicht unterkriegen oder so was?

01:02:37: Richtig.

01:02:38: Mach einfach weiter!

01:02:39: Und ich glaube... ...die Sehende war erleichtert mit jemanden, also jemandem getroffen zu haben.

01:02:48: Der diese Last der Sehenden weil sie eben nicht nur erlebt hat und auch gesehen hat was für einen Elend durch was von Elend die da durch sind dass jemand noch da ist und das nochmal in eigene Worte fast und sich damit auseinandersetzt.

01:03:04: Und nicht nur irgendwie vergessen, vergessen, schnell ist nächste, nächste, sondern der arbeitet das für sich auf um es zu verstehen was auch immer... ...und das braucht ja die Sehende!

01:03:16: Die kann das ja nicht richtig teilen.

01:03:18: Die kann ja nicht mit irgendwem anders darüber sprechen was sie gesehen hat weil.. Das ist ja kein Teilnis eher so mitteilen Hast du das?

01:03:27: Ja, wow.

01:03:29: Mensch!

01:03:29: So was für Gedanken gehen wir hier möglichst... Das war schwer, das ist ja... Wow okay.

01:03:39: Jedenfalls habe ich so eine Erleichterung auch von der Sehnen gespürt.

01:03:43: Okay da ist noch jemand, der kümmert sich auch drum.

01:03:45: Dem findet er es auch doof.

01:03:47: Sie fand's ein bisschen befremdlich als der gefragt hat, erzieht mir doch mal etwas passiertes.

01:03:52: Damit ich das irgendwie schreiben kann und hinschreiben kann.

01:03:55: Das ist jetzt ein kurzer Ausblick, vielleicht passiert das noch.

01:03:57: Dass die dann irgendwie um ihre eigene Last loszuwerden... ...es jemandem erzählt der es auch niederschreiben und verarbeiten kann ohne in... Oh was wirklich?

01:04:07: Das ist ja schlimm!

01:04:08: Mir ging's auch so schlimm und noch schlimmer.

01:04:10: Ja absolut.

01:04:11: Sondern jemanden der das versteht, wahrnimmt annimmt und in irgendeine Form bringt.

01:04:16: Absolut.

01:04:17: Das ist ja im Endeffekt das, was ich zu Beginn... Also ich habe das am Anfang ja so ein bisschen verknüpft mit diesem Untergang von Kultur und wie Kultur hier gesehen wird sozusagen als Abbild menschlicher Gedankengefühle usw.

01:04:30: Und das haben wir jetzt hier im Prinzip auch noch mal so im Endefekt.

01:04:33: Es geht darum, mit Menschen zu reden und das von den Menschen gesagt für sich selbst zu interpretieren und daraus etwas Neues zu schaffen sozusagen.

01:04:43: Ja!

01:04:43: Und es gibt dem ganzen Jahr nochmal einen eigenen Wert.

01:04:46: Also die Frau des Arzes könnte sich auch irgendwo von einer Mauer stellen und der Mauer das erzählen, aber das hat ja nichts.

01:04:52: Und wenn du das jemandem erzählst und der macht was daraus, der schreibt das Nieder oder hört einfach nur zu dann gibt es dem dem gesprochen nochmal einen anderen Wert und eine Tiefe und eine Anerkennung und auch sie wird dadurch gesehen, auch wenn er jetzt nicht sehen kann... Ja, absolut.

01:05:10: Emotional gesehen aus?

01:05:11: Auch da wieder die Zukunftsperspektive.

01:05:13: Also zum einen der kleine Junge, der sozusagen für die neue Gesellschaft steht.

01:05:16: Zum anderen aber auch konstituiert sich Gesellschaft ja immer über die Erzählungen aus vergangener Zeit sozusagen.

01:05:23: also das sind sozusagen Geschichten, Perspektiven und so weiter und sofort in dieser neuen Gesellschaft, die dann irgendwann vielleicht mal formieren wird dann wieder... Basis sind für eine Geschichtsschreibung, wenn man so will.

01:05:33: Ja und auch für Verbundenheit!

01:05:35: Also

01:05:36: wir können ja klar tauschende betreiben... ...und irgendwie trotzdem skeptisch sein.

01:05:40: aber so richtig miteinander leben tun wir nicht und miteinander leben heißt ja Wir sind im Austausch miteinander ich interessiere mich für dich du interessierst dich für mich Und so schaffen wir Verbundenheiten.

01:05:52: Absolut Ich werde tatsächlich beim Ausblick Und da kann ich gleich schon mal vorweg schicken.

01:05:58: Ich reite die Christus Metapher auf die Spitze sozusagen.

01:06:02: Okay, bevor du jetzt noch mal rein gehst... Also den großen Höhepunkt!

01:06:09: Die große Eskalation hatten wir ja schon vor ein paar Seiten.

01:06:13: Das war für mich dieses Krieg im Sanatorium das Brennt und die müssen daraus und dann ist es wirkte so für mich okay jetzt kommen wie in den Epilog aber sind wir ja nicht so richtig?

01:06:26: vom Gefühl, die Ausläufer sind nicht so lang wie sie es jetzt sind.

01:06:29: Weißt du ich meine?

01:06:31: Es hätte sein können okay das Sanatorium brennt und dann gibt es noch ein Kapitel der hinten raus sozusagen die Geschichte rund zu Ende bringt.

01:06:42: und dass das jetzt so noch so ein bisschen länger dauert irritiert mich.

01:06:45: so ein Bisschen wobei ich nicht weiß also welche wir sind glaube ich nicht in so einer klassischen.

01:06:52: Jetzt der Höhepunkt und dann kommt die Begriffe jetzt, das muss ich auch mal lernen.

01:06:58: Den Höhelpunkt, die große Eskalation und dann kommen das Auslaufen

01:07:01: momentan zu.

01:07:02: Der Drama vor bis jetzt?

01:07:03: Ja

01:07:03: so die Nummer.

01:07:05: Genau deswegen kann ich jetzt gar nicht so sagen weil wir sind jetzt nämlich das nächste Mal in den letzten...

01:07:09: ...vierzig

01:07:10: Seiten.

01:07:11: Und wir schauen, was passiert.

01:07:12: Richtig!

01:07:13: Es gibt ja dann einen klassischen Rahmenaufbau den Höhepunkt und eine Flache das wieder so ein bisschen ab.

01:07:19: Es gibt aber zwischendrin auch nochmal das sogenannte retardierende

01:07:21: Moment.

01:07:23: Das kenne ich ab nie verstanden was es ist...

01:07:25: Also noch so'n kleiner Punkt der sozusagen nochmal so'ne Dramatisierung im Prinzip innerhalb dieser Geschichte oder innerhalb... der Geschichte, in einem Drama sozusagen noch mal etabliert.

01:07:36: So und jetzt erzähle ich mal was das ist.

01:07:37: Jetzt

01:07:38: pack die Christus-Mitavern

01:07:39: aus!

01:07:40: Es wird nämlich relativ viel hier auch Gefahr und Gewalt angedeutet auf diesen Seiten auch schon durch verschiedene Dinge.

01:07:46: also das ist zum einen dieses Ding dass die Frau des Arzes aufpassen muss was sie sagt Hier ist es dunkel, ich kann gar nichts sehen und das spielt in dem Moment keine große Rolle.

01:07:55: Sie fürchtet sich nur davor dass die Frau... Die alte Frau hätte hören können.

01:07:59: aber das ist ja nicht so weiter schlimm ne?

01:08:01: Es wird auch gedanklich immer wieder gewarnt vor anderen gewalttätigen Gruppen oder Fatieren usw.

01:08:07: Es gibt aber und das ist das wichtigste meiner Meinung nach hier die Angst vor den inneren Bösen.

01:08:11: Und zwar sagt die Frau des Arzes an einer Stelle Dort im Sanatorium hatten wir noch die Ausrede der Niedertracht der anderen.

01:08:18: Jetzt nicht mehr, jetzt sind wir alle gleich vor dem Bösen und dem Guten!

01:08:22: Und es gibt ja dann später diese Andeutung eines sexuellen Verlangenens des alten Mannes mit der Augenklappe.

01:08:29: Und zwar sagt er dann oder steht da geschrieben... Ich hab hier drei verschiedene Textstellen.

01:08:39: Zum einen, er saß da als wollte er die Gedanken zurückhalten oder sie daran hindern vorzufahren.

01:08:45: Das denkt er während der sozusagen die Frauen anschaut ne?

01:08:47: Also da wird so ein sexuelles Verlangen artikuliert was er aber zurück halten muss.

01:08:51: Aber

01:08:52: also er hat ja auch Sex mit der

01:08:54: Frau in den Sonnenbrille.

01:08:55: Ja genau, aber in diesem Moment wenn er die Frauen anblickt sagt er ich muss meine Gedanken zurück halten.

01:09:01: Er wusste, was die getan haben.

01:09:03: Er wussten das sie nackt waren nicht weil er plötzlich den Augenlicht wieder erlangte sondern weil er die drei hatte erspähen wollen.

01:09:10: und dann gibt es ja diesen Waschvorgang dieses rotisch sinnliche Waschen durch eine dieser drei Frauen.

01:09:19: Ja genau richtig.

01:09:20: also da ist ja nicht so richtig klar.

01:09:22: ist jetzt wirklich passiert oder ist?

01:09:24: nach Halluzination stellt sich das vor dass das erotische verlangen was ich hier manifestiert wenn man so will Ich glaube, dass dieser alte Mann mit der Augenklappe unser Sündenfall sein wird in diesem paradiesischen Logik sozusagen.

01:09:40: Und man kann das ja nicht so genau auftrennen wenn man in meiner Interpretation bleibt weil es gibt auf der einen Seite die Paradiesgarten aber in diesen Paradies-Garten läuft Jesus rum sozusagen in meinem Denken, ne?

01:09:51: Die Frau des Arztes oder die Sehende wie du siehst genannt hast die ganze Zeit weil ich richtig natürlich und ich glaube das wir zum Einen den Sündenfall durch den alten Mann sehen oder anhand von ihm.

01:10:03: Oder vielleicht auch, ich dachte auch an den Arzt ... weil der ist so erstaunlich ruhig und im Hintergrund irgendwie.

01:10:08: Sehr passiv!

01:10:08: Vielleicht ist das auch ein Thema noch?

01:10:10: Weil wir bekommen seinen Gedanken gar nicht mit.

01:10:12: Man weiß ja nicht was sich da manifestiert.

01:10:14: Das es auf jeden Fall hier noch eine Art Sündenfall durch einen Mann geben wird.

01:10:18: Es wird ja auch vorher artikuliert dass der Arzt nicht so richtig sich in einer gewissen Weise zügeln kann.

01:10:24: Er hat ja auch Sex mit der Frau, mit der Sonnenbrille genau.

01:10:28: Das wurde ja vorher schon etabliert Und ich glaube auch, dass im Zuge dessen irgendwie in diesem Kuddelmuddel die Frau des Arztes stirbt und das wir dadurch dann sozusagen den Tod von Jesu haben.

01:10:43: Der für die Sünden der Menschen auf Erden stirbt so zu sagen und die Menschen dadurch eine Lösung erlangen.

01:10:50: und ich glaube das wird dann der Punkt sein an dem die Menschen wieder sehen können.

01:10:54: Wo ist jetzt der Sündenfall?

01:10:57: Die potenzielle Vergewaltigung, die einer der Männer verführen wird.

01:11:00: Also es geht ja in diesem Sündenfall um Verführung sozusagen.

01:11:06: und diese Verführungen ist meiner Meinung nach haben wir sie hier schon etabliert bekommen.

01:11:09: den Seiten die wir gerade gelesen haben und das wird sich manifestieren im sexuellen übergriff

01:11:13: würde ich vermuten okay und danach stirbt die frau des sehnen irgendwie.

01:11:18: ich weiß nicht ob sie es vielleicht sogar ist die da vergewaltigt werden könnte oder ob das irgendwie anders ist.

01:11:25: Aber ich glaube, die Frau des Arztes stirbt und wenn man diese Jesus-Metapher zu Ende reitet, müsste das dann logischerweise die Erlösung der Menschheit sein?

01:11:34: Und dann sehen wieder alle!

01:11:36: Wäre meine Vermutung.

01:11:38: Das nur anhand dieser theologischen Motive.

01:11:40: Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so kommt aber in der Logik müsste das eigentlich passieren.

01:11:48: Also du glaubst dass die am Ende wiedersehen können.

01:11:54: Ich glaube das auch.

01:11:58: Es wäre jetzt, glaube ich so ein bisschen zu langweilig wenn das jetzt einfach alles so Friedefreude Eierkuchen weitergeht.

01:12:05: die bauen sich das Haus aus machen es schön jeder kriegt seine Aufgabenverteilung zack könnt ihr sehen das Buch ist vorbei.

01:12:13: Ja ich glaube da passiert noch was.

01:12:17: Ach man, ich will nicht dass der Alte da irgendwas war.

01:12:19: Vielleicht ist der alte Mann auch nur so eine Art Ankündigung für eine gewalttätige Gruppe die dann tatsächlich irgendwie

01:12:25: das Paradies

01:12:27: oder die Wohnung der Ärztepares findet?

01:12:29: Das denke ich eher!

01:12:30: Vielleicht

01:12:30: ist das auch ein Punkt also dass wir quasi nur durch ihn sexuelles Verlangen nochmal angekündigt bekommen kann ja auch sein aber irgendwie sowas wird es geben.

01:12:39: Ich bin mir sicher.

01:12:39: Ich glaube es gibt einen gewalt tätigen Übergriff.

01:12:41: dafür wurde mir das hier zu oft irgendwie auch noch mal... Aber gerade dieser Punkt, dass es dort im Sanatorium die Angst vor den anderen gab und wir hier sozusagen auf uns selbst zurückgeworfen sind.

01:12:52: Und das Böse auch in uns hausen kann was sie ja sagt.

01:12:57: Das weist auf einen Übergriff innerhalb der Gruppe hin.

01:13:00: Irgendwie schon.

01:13:01: aber ich möchte's nicht.

01:13:02: Ich möchte's auch nicht!

01:13:03: Ich kann mir das auch relativ schwer vorstellen, dass der alte Mann mit der Augenklappe das macht tatsächlich weil da bis jetzt so ein sehr ziviler ... zivilisierten Eindruck gemacht hat.

01:13:12: Er war ja der, der auch von der alten Welt berichtet hat und so weiter und sofort... ...und der auch sehr klar schien irgendwie meiner Meinung

01:13:17: nach.

01:13:18: Der Weise?

01:13:18: Ja genau!

01:13:19: Das ist das klassische Bild.

01:13:20: Ich

01:13:20: weiß nicht ich glaube nicht dass es von ihm ausgeht weil er diese Sorge hat den anderen irgendwie zur Last zu fallen,... ...so groß ist die ist so präsent und das würde ja die Sorge noch... also das würde jetzt alles als absurdum führen wenn der jetzt da irgendwie in da noch sich vergeweitigen wird oder so.

01:13:40: Ich glaube nicht, dass es der Alte ist.

01:13:41: Ja ich weiß auch nicht.

01:13:42: Ich bin ja nur darauf gekommen weil er das an ihm sozusagen uns nahe gebracht

01:13:46: hat.

01:13:48: Aber ich hänge immer noch in meiner ziemlich... Also ich fühle mich da schon sehr bestätigt.

01:13:54: In meiner Hypothese für den Ursprung des Weißen Übels dieser Blindheit.

01:13:58: Das war ja, ist ja in meiner Sicht oder auch hier wurde das ja schon angedeutet, ist gekommen durch die Angst!

01:14:07: Die Angst der Menschen hat sich so sehr verdichtet, sage ich jetzt mal dass irgendwann diese Blindheit entstanden ist und das kombiniert natürlich immer weiter.

01:14:16: Und je mehr Angst die Leute hatten, desto eher hat sich die Angst verteilt.

01:14:20: Das war dann ein Selbstläufer.

01:14:23: Wenn wir beide davon ausgehen, dass die Menschen wieder sehen können... würde das dann bedeuten vielleicht, dass die Angst irgendwie runtergegangen ist oder es war so ein Warnschuss.

01:14:35: Jetzt sind jetzt die Leute soweit drinnen, dass sie im Grunde die Hysterie raus ist und sich vielleicht auch einfach ganz viel Akzeptanz breit gemacht hat.

01:14:47: okay wir müssen uns jetzt neu organisieren.

01:14:49: Die alte Hexe organisiert sich neu, die Leute aus den ganzen Läden und Geschäften organisieren sich neu.

01:14:55: die wirkten ja auch schon recht abgeklärt.

01:14:58: Die haben ja auch gesagt, pass mal auf.

01:14:59: Wenn die draußen rumlaufen müssten sie schon ein bisschen was lernen.

01:15:02: So wie wir das auch gelernt haben.

01:15:04: also wir haben es damit irgendwie auseinander gesetzt und die Angst vergeht jetzt auch bei der Gruppe.

01:15:10: Je wohler Sie sich fühlen, je sicherer Sie sind, je satter Sie sind.

01:15:15: Das zu mehr Verbundenheit fühlen Sie ja auch und Optimismus wahrscheinlich wird das was dann als nächstes kommt in Zukunft.

01:15:22: ich kann mir vorstellen Also das würde ja vielleicht dafür sprechen, na gut.

01:15:26: Vielleicht wird es jetzt doch einfach stetig ein bisschen besser?

01:15:29: Wir lernen ein bisschen daraus!

01:15:30: Es kommen über vierzig Seiten sind noch genügend Seiten übrig für tiefgreifende philosophische Gespräche über das was dem Menschen wirklich ausmacht und was man machen würde wenn man wieder sehen könnte zum Beispiel Und vielleicht kommt dann sowas wie Na ja gut aber eigentlich ist es auch so okay wie's jetzt gerade ist.

01:15:48: wir brauchen uns da nicht mehr darum bemühen was wäre wenn sondern wir haben uns doch.

01:15:53: Das ist wirklich schon ein bisschen kitschig Happy End.

01:15:57: Wir haben uns doch... Ach komm, lass uns jetzt einfach so zusammenleben!

01:16:01: Zack bumm Angst ist weg.

01:16:02: wir haben es akzeptiert und dann sehen sie alle wieder.

01:16:07: Ich glaube das so.

01:16:07: Ich möchte es so glauben.

01:16:09: Ja, interessanterweise also diese Interpretation die ich jetzt gerade angestellt habe, die kommt ja auch aus einer gewissen Angst um die Figuren herum, die sich ja manifestiert aus dieser christlichen Lesweise.

01:16:19: und diese christliche Lesweise stammt hier auch aus einem Schriftstück, einem Kunstwerk wenn man so will, aus der Bibel.

01:16:24: im Endeffekt ne?

01:16:25: Also eine Urgeschichte wenn man sowohl will und in Prinzip hat ja die Rezeption dieser christlichen Geschichte, die dort drin steht.

01:16:34: Dazu geführt dass diese Interpretationsmechanismus gerade erst angegangen ist.

01:16:37: also Die Geschichte aus einem Buch hat dazu geführt das Angst entsteht eigentlich Das Gedanken entstehen und so kann man es ja auch wiederum darauf minsten.

01:16:45: Und ich frage mich gerade tatsächlich ein bisschen wie diese angst dann tatsächlich also klar durch die Verbesserung des zustandes Ja stimmt schon.

01:16:53: Ich glaube aber auch dass wir haben jetzt mit dieser Gruppe der sieben plus dem Hund den längsten Abschnitt in dem Buch eine feste Gruppe.

01:17:02: Das hat sich bis zum Ende des Sanatoriums das immer wieder irgendwie gewechselt, da kamen Leute dazu sind weg wir hatten andere die potenzielle Teile von Gruppen oder Protagonisten werden konnten wie zb den Autodieb.

01:17:16: den haben wir lange verfolgt der ist ja dann gestorben relativ früh.

01:17:20: Dann kam später noch der Apotheker der ist auch immer noch drauf gegangen und irgendwelche anderen Leute die auch noch irgendwelchen kleinen Rollen hatten sie auch draufgegangen.

01:17:26: also wir wussten hier auch nicht Wer bleibt denn?

01:17:30: Wer überlebt den und wer ist denn hier im Abgesehen von der Sehenden noch irgendwie neben Protagonist oder Nebenprotagonisten.

01:17:38: Und jetzt nach dem Sanatorium haben wir die längste Zeit diese feste Gruppe, das sind die sieben plus der Hund dann später.

01:17:45: Die glorreichen Sieben.

01:17:48: Und ich glaube nicht dass die auseinander gerissen werden.

01:17:51: Ich glaube die bleiben zusammen.

01:17:54: Ich möchte es auch nicht.

01:17:55: Ja!

01:17:58: Stürbt.

01:17:58: Ja, guck mal!

01:18:00: Gut...

01:18:01: Ich möchte das auch nicht aber ich vermute es.

01:18:04: Dann bringen wir es mal beim nächsten Mal zu Ende.

01:18:08: was lesen wir denn?

01:18:09: Das Ende von Die Stadt der Blinden die seiten mit drehundertneunundfünfzig bis dreihundert neunzehn unserer Version aus dem Rohwald Verlag.

01:18:19: genau.

01:18:19: wenn ihr das mitlesen wollt dann oder noch auch lesen wollt.

01:18:23: Wahrscheinlich ist Quatsch jetzt noch drauf hinzuweisen, dass ihr euch das Buch jetzt noch holt.

01:18:26: Wenn ihr gerne Enden lest, da ist jetzt die Zeit gekommen!

01:18:31: Oder ladet euch die letzten vierzig Seiten irgendwo im Internet runter wenn ihr die schaust dafür.

01:18:35: Dann könnt ihr die letzten vierzig Seiten noch mitlese.

01:18:37: Ja

01:18:38: eine

01:18:38: Sache wollte ich noch ergänzen, dass es jetzt wäre früher gekommen hat man nicht aufgeschrieben.

01:18:43: wir hatten das letzte mal irgendwann die Frage was ist denn jetzt eigentlich?

01:18:45: betrifft diese dieser Ausbruch der... ... der blind hat eigentlich nur die Stadt oder irgendwie die ganze Welt und so weiter.

01:18:50: Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es die ganzen Welt betrifft.

01:18:52: Weil

01:18:54: dieses Zusammenbrechen vom Bankensystem... ...und das auch da in die Stadt keiner reingeht... ...weißt du normalerweise müssten da irgendwelche Soldaten darum umheizen?

01:19:02: Oder eine Kuppe drüberziehen?

01:19:05: So müsste man was merken!

01:19:07: Deswegen bin ich mir nicht mehr sicher, dass es die Welt betroffen hat.

01:19:09: Ja okay, wird nicht aufgelöst aber ich gehe auch davon aus.

01:19:13: Nein

01:19:13: spielt doch keine Rolle!

01:19:14: Es

01:19:15: war nur für mich.

01:19:16: Ja genau dann verabschieden wir uns würde sagen.

01:19:19: Vielen Dank fürs Zuhören, fürs dranbleiben.

01:19:22: Freut euch auf in zwei Wochen für die Stadt der Blinden.

01:19:25: Nummer sieben dem großen Finale.

01:19:29: Macht's gut tschau.

01:19:30: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.