NW #52 - Die Stadt der Blinden - Folge 2
Shownotes
In der vorliegenden Episode besprechen wir die Seiten 100-162 aus José Saramagos „Die Stadt der Blinden“.
Es wird eng im Sanatorium. Immer mehr Menschen werden vom Militär eingesperrt, um einer Ausbreitung der Epidemie zuvorzukommen. Ein würdiges Leben ist hier nicht möglich. Unter den Gestank von Dreck, Schweiß und Exkrementen mischt sich auch das Aroma von Blut und Gedärmen, nachdem es zur Konfrontation einiger Blinder mit den Wachsoldaten der Anlage kam. Auch das Essen wird unregelmäßig geliefert, was zu einem kontinuierlichen Misstrauen der Insassen untereinander führt und die Sehnsucht nach der Außenwelt weiter verstärkt. Doch wie sieht es da draußen eigentlich aus? Die Antwort liefert ein alter Mann mit Augenklappe, der mit dem letzten Schwung an Erblindeten in die Anstalt gesperrt wurde.
Viel Spaß beim Lesen und Zuhören! In der nächsten Episode besprechen wir die Seiten 163-196.
Saramago, J. (1995). Die Stadt der Blinden. (19. Auflage, S. 100-162). Rowohlt Taschenbuch Verlag.
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Timecodes: 00:00:00 - Begrüßung 00:01:23 - Recap 00:04:36 - Handlung 00:08:34 - Diskussion 01:41:57 - Verabschiedung
Transkript anzeigen
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu Nachwort dem Literatur Podcast, eurem Literatur-Podcast.
00:00:15: Mein Name ist Lukas Gröning und dein Name bzw der Name des mir gegenüber Sitzenden Menschen ist
00:00:21: Oliver Hahn.
00:00:22: Hallo!
00:00:23: Wir lesen weiterhin... Elantris, wollte ich gerade sagen.
00:00:27: Die Stadt der Blinden lesen wir weiterhin aus dem Jahre.
00:00:33: Und haben uns dazu jeweils unterschiedliche Versionen aus dem Roval Taschenbuch Verlag geholt die allerdings gleich sind also exakt gleich was die Seitenanzahl und so weiter angeht.
00:00:42: deswegen holt euch gerne die Version aus diesem Verlag wenn ihr das mitlesen wollt.
00:00:45: in meinem Fall ist es eine einmalige Sonderausgabe aus dem Jahr.
00:00:49: Aber für drei Euro irgendwie bei Rebuy oder so gekauft.
00:00:52: und wir lesen das Ding allerdings nicht immer Portugiesischen Original, sondern wir lesen eine deutsche Übersetzung von Ray Güde-Mertin und werden in dieser Episode die Seiten einhundert bis einhunderzeigundsechzig durchgehen.
00:01:07: Soll ich gleich anfangen mit der Handlung?
00:01:08: Oder hab' ich gleich auch mit der handlung genau.
00:01:10: Beziehungsweise nicht mit derhandlung, sondern mit dem Recap?
00:01:12: Die Handlung wird ja dann von Olli präsentiert.
00:01:15: Das heißt Ich werde euch jetzt so ein bisschen erzählen.
00:01:16: was ist eigentlich die letzten Male passiert?
00:01:18: Und damit ihr einfach... Damit wir alle gemeinsam auf einem Stand sind.
00:01:24: Es geht um einen Mann.
00:01:25: zunächst Ein Mann, der seinen Seevermögen verliert.
00:01:28: Mitten am Tag im Auto wartend an einer Ampel.
00:01:32: Statt Dunkelheit nimmt er nur ein grelles alles überstrahlendes Weiß wahr.
00:01:36: Verängstigt und völlig orientierungslos lässt er sich von einem scheinbar hilfsbereiten Fremden nach Hause bringen.
00:01:42: Dort angekommen nutzt dieser jedoch die Lage aus und stielt das Auto des frisch Erblindeten.
00:01:49: Der Mann dessen bürgerlichen Namen wir wie bei allen Figuren der Erzählung nie erfahren sucht anschließende einen Augenarzt auf Doch der Arzt kann keinerlei Ursache für die plötzliche Blindheit erkennen.
00:02:00: Die Augen wirken völlig gesund, was die Krankheit nur noch rätselhafter macht.
00:02:05: Während der Arz über den Fall grübelt und Kollegen konsortiert beginnt sich die Blindheit wie eine Epidemie in der Stadt auszubereiten.
00:02:11: Der Autodieb erblindet kurz aus seinem Diebstahl ebenso wie einige Figuren, die gemeinsam mit dem ersten Erblendeten im Wartezimmer des Arztes saßen – eine junge Frau mit dunkler Sonnenbrille, die wegen einer Augenentzündung in Behandlung war Bis zu diesem Zeitpunkt.
00:02:28: Mit jedem neuen Fall wächst die Verunsicherung, die Betroffenen verlieren nicht nur die körperliche Kontrolle sondern geraten zunehmend in Isolation und Angst.
00:02:37: Niemand weiß ob die Blindheit ansteckend ist wie sie übertragen wird oder ob es Hoffnung auf Heilung gibt.
00:02:43: Der Arzt bemüht sich weiter die Krankheit zu verstehen wird jedoch selbst immer stärker von Furchtergriffen bis auch er abblindet.
00:02:50: Die Epidemie überschreitet nun endgültig die Schwelle vom bizarren Einzelfall zur umfassenden gesellschaftlichen Bedrohung, auf die der Staat reagieren muss.
00:02:59: Die Abblindeten werden von der Polizei abgeholt und in ein altes Verlassnis heruntergekommenes und dreckiges Sanatorium gebracht – unter ihnen der Arzt selbst jedoch auch seine Frau, die sich aber lediglich als blind ausgegeben hat, um ihren Mann nicht allein zu lassen.
00:03:15: Nach und nach treffen auch die anderen Figuren, die uns zuvor eingeführt wurden im Sanatorium ein Der erste Blinde, der Autodebe.
00:03:22: Die Frau mit Brille, der schierende Junge sowie weitere und jeden Tag kommen neue Menschen hinzu.
00:03:28: Gemeinsam versucht die Gruppe in der Nervenheileinstalt zurechtzukommen wobei die sehende Frau des Arztes sich als äußerst nützlich erweist ohne ihren Mitstreitern jedoch zu offenbaren dass sie ihr bedauungswürdiges Schicksal der Erblindung nicht teilt bis auf ihrem Mann.
00:03:41: der erfährt davon vielleicht als kleiner Einwurf noch dazu.
00:03:46: Neben den Erblindeten befindet sich noch eine andere abgeschirmte Gruppe im Sanatorium, die aus infizierten aber noch sehenden Menschen besteht.
00:03:54: Sollten Sie Ihre Seelkraft verlieren, müssen sie sich der Gruppe der Erblindeten anschließen – so jedenfalls lautet einer der Regeln, die den Insassen der Anstalt tagtäglich über einen Lautsprecher mitgeteilt werden!
00:04:05: Die vielleicht wichtigste Regel?
00:04:07: Sollton Sie das Sanatorium verlassen wollen, werden Sie augenblicklich umgebracht.
00:04:12: Nach einem sexuellen Übergriff des Autodiebes auf die Frau mit Brille setzt diese sich zur Wehr und verletzt den Übeltäter, der daraufhin eine klaffende Wunde davon trägt.
00:04:21: Alle Versuche die Wunde zu disinfizieren scheitern!
00:04:25: Verzweifelt schleppt sich der Verwundete zum Ausgang auf der Suche nach medizinischer Versorgung doch das letzte was er hört ist der Kugelhagel der seinem Leben ein Ende bereitet.
00:04:36: Wir haben gelesen, Seite einhundert bis einhundert.
00:04:39: zweiundsechzig Kapitelangaben haben wir ja nicht.
00:04:42: Deswegen haben wir uns das in halbwegs grobe sinnstiftender Abschnitte eingeteilt.
00:04:48: Also um was ging es?
00:04:51: Der verstorbene Autodieb soll nun im Hof begraben werden.
00:04:55: dafür erfragen die anderen eine Hacke da der Boden enorm hart ist.
00:05:00: Dabei erfahren wir, dass sich der Sargent ebenfalls angesteckt hatte und sich daraufhin Pflichtgetreu das Leben genommen hat.
00:05:07: Die Rationen werden nach wie vor sehr unregelmäßig abgestellt und sind für die beinahe fünfzig Blinden viel zu wenig.
00:05:15: Bei einer der Essenslieferungen durch Soldaten kommt es zu einem Zwischenfall.
00:05:19: Diese bringen das Essen in den Mittelteil des Gebäudes – der beide Flügel voneinander trennt!
00:05:25: Die Soldaten erschrecken sich vor den Blinden, die dort in den dunklen Ecken hocken und auf die Kisten warten.
00:05:31: Ohne Umschweife werden sie durch die Soldaten erschlossen.
00:05:35: Die Lebensmittelkisten werden ab sofort vor dem Eingangstor zum Mitteil abgestellt.
00:05:40: Außerdem erblindet einer der Soldaten, der an der Schießerei beteiligt war.
00:05:46: Neun Tote sind nun zu beerdigen!
00:05:49: Darunter der Taxifahrer, die beiden Polizisten und der junge Mann, der mit der Frau mit Sonnenbrille geschlafen hatte.
00:05:56: Einige andere der Toten gehören dem zweiten Schlafsaal an.
00:06:00: Mit dem haben sich die Mitglieder des ersten Schlafseils abgesprochen, dass jeder die eigenen verstorbenen Umgehend begrebt.
00:06:08: Allerdings geht dem nur Saal eins nach!
00:06:11: Die Leute aus Saal zwei lassen sich bis zum nächsten Tag Zeit.
00:06:15: Wir bemerken, eine zunehmende Spaltung nicht nur unter den Menschen sondern zwischen den Seelen und die Frage nach einer grundsätzlichen Organisation wird immer wichtiger.
00:06:26: Durch den Arzt und dessen Suche nach einer Toilette bekommen wir ein Bild von der zunehmen Verunreinigung der Klinik und gerade der sanitären Anlagen.
00:06:36: Während die einen auf das Essen warten, diskutieren die anderen über Möglichkeiten, die Lebensmittel gleichmäßig zu verteilen finden aber angesichts des allgemeinen Misstrauens untereinander keine Lösung.
00:06:49: Der Kampf ums Essen nimmt daher weitere Ausmaße an.
00:06:53: Eine Gruppe Blinder hat sich von den Anderen abgesetzt und sich mit einigen Kisten Verpflegung irgendwo zurückgezogen.
00:07:01: Bevor entschieden werden kann, was mit diesen Abtrünnigen geschieht, werden weitere Blinde mit Bussen zur Klinik gebracht.
00:07:08: Es sind etwa zweihundert weitere Internierte die wie eine Horde Schafe zusammengepfercht von den Soldaten in das Gebäude gelotzt werden.
00:07:17: Da der Mitteltrakt – der die Rechte und die Linke seit verbindet dafür nicht ausgelegt ist – zerquetscht sich die Masse selbst im Versuch zu den Infizierten aber noch Sehnen zu gelangen!
00:07:30: Diese können sich noch so lange dagegen wehren, bis die Masse an Leuten die Toten im Hinterhof bemerkt und voller Panik die noch sehenden letztendlich überrennt.
00:07:40: Und diese schließlich auch erblinden.
00:07:44: Nachdem die nun insgesamt zweihundertvierzig internierten einigermaßen zur Ruhe gekommen sind passt nun auch das Militär den Nahrungsmittelmengen an.
00:07:55: Es gibt noch keine verlässliche Möglichkeit der Gleichverteilung aber zumindest bekommen erst mal alle etwas zu essen.
00:08:02: Einer der neu hinzugekommenen ist der alte Mann mit der Augenklappe.
00:08:06: Den haben wir bereits im Wartezimmer des Augenarztes gesehen.
00:08:10: Dieser hat ein Radio dabei, was für eine kurze Zerstreuung dient und außerdem erzählt er einer kleinen Gruppe um den Arzt und dessen Frau wie es inzwischen draußen in der Welt vorgeht.
00:08:21: Um sich abzulenken schalten sie ihm Anschluss, erneut das Radio ein und die Nachrichten verkünden Es soll eine Regierung der Einheit und nationalen Erlösung gebildet werden.
00:08:34: Und damit gehen wir jetzt rein in alles, was uns aufgefallen ist.
00:08:37: Themen, Motive Beobachtungen – let's go!
00:08:40: Genau.
00:08:41: Wir können ja vielleicht mit so ein paar generellen Beobachten erstmal anfangen oder vielleicht auch erst mal unserem Gefühl, das wir beim Lesen hatten Denn ich fand es gar nicht mal so wahnsinnig einfach.
00:08:49: Ich werde später noch einen größeren Punkt bringen wo ich der Meinung bin, dass das hier auch durchaus forciert wird.
00:08:57: Aber ich habe das Gefühl, dass so eine zunehmende Unübersichtlichkeit hier der Fall ist also sowohl was Figuren angeht teilweise ist nicht so richtig klar wer jetzt gerade spricht wessen Perspektive wir jetzt eigentlich bekommen?
00:09:09: zum Teil sind die Figuren ja oder ist der Erzähler relativ nah an den Figuren sozusagen.
00:09:13: zum Teil ist er aber auch wieder ein bisschen weiter weg.
00:09:16: es gibt sehr viele kleinteilige Detailbeschreibungen hatte ich das Gefühl Elemente zum Beispiel, wenn das Essen geholt wird dann wird sehr detailliert beschrieben in welche Richtung die Soldaten den jeweiligen Leuten sagen wo sie hingehen sollen.
00:09:30: Das haben wir ja am Anfang mit dem Werkzeug und der Hacke auch.
00:09:33: Es werden immer gleiche Konflikte und Vorgänge hier zunehmend behandelt.
00:09:37: also sollen wir jetzt erst essen oder sollen wir die Leute begraben?
00:09:41: Das taucht immer wieder auf.
00:09:43: Die Beschreibung von Paraneuer bzw.
00:09:46: einem zunehmenen Misstrauen gegenüber Also von den Blinden gegenüber, den noch sehenden genauso wie andersherum aber auch unter dem blinden untereinander zum teil.
00:09:58: Gerade weil man ja nicht sehen kann was der andere macht und so zu sagen Und das beschreiben des Essenhohens ist ja auch etwas was dann immer wieder Vorkommt.
00:10:07: und ich habe auch das Gefühl dass wir es durchaus häufiger hier mit sehr abstrakten fast schon philosophischen Momenten zu tun haben die man als Zuschauer erst mal einordnen muss in diese ganze Geschichte.
00:10:18: Ja, dem kann ich nur zustimmen.
00:10:20: Ich habe mich häufiger dabei erwischt, dass ich immer mal wieder zurückgeblättert habe weil ich tatsächlich nicht unterscheiden konnte.
00:10:30: ist das jetzt die Erzählerstimme, die mir etwas in so einem... Ich nenne es mal nicht flapsigen Ton aber schon weg von dieser Normerzähler Stimme.
00:10:41: wenn man einen Roman liest erzählt ja irgendwie diese Geschichte, dieser auktoriale Erzähler und der hat so ein Stil.
00:10:52: Und manchmal hatte ich den Eindruck dieser Stil, der bricht sich hier so'n bisschen... das ist nicht mehr dieses reine Beschreibende erzählen sondern da ist schon ein bisschen Meinung drinne und es hat schon so'nen bisschen diesen ironischen Unterton was das so bedeuten könnte.
00:11:10: und das wirkt als würde ein Protagonist aus der Geschichte irgendetwas erzählen oder mit sich selber sprechen, so als Mensch.
00:11:24: Und dadurch, dass man ja auch nicht diese Unterteilung hatte zwischen Anführungsstriche unten.
00:11:29: Dann kommt die wörtliche Rede an Führungsstrichen oben.
00:11:32: Sagt er eher oder sagt der Mann?
00:11:34: Sagt ihr die Frau oder so?
00:11:35: Es gibt es ja nicht!
00:11:37: Musste ich immer mal wieder um Blättern um zu gucken... Ah ja okay das geht im Grunde fließend von der Beschreib-.
00:11:43: Also wenn jemand etwas beschreibt dann wird das Beschreibende quasi in indirekter Rede wiedergegeben.
00:11:52: und diese indirekte Rede nimmt der Erzähler auf und macht das dann zu seinem.
00:11:57: Und sagt, okay ich erkläre euch das jetzt mal ein bisschen weiter... ...und damit ist man irgendwie weg und hat so eine wilde Mischung irgendwie.
00:12:06: Dann kehrt er wieder zurück in diese klassische Erzählerstimme.
00:12:09: Genau richtig!
00:12:10: Also wir sind teilweise sehr nah an den Psychologien an den Psychen der Figuren, wenn man so will.
00:12:16: Das ist gerade am Anfang sehr deutlich, wenn es um diese ganze Geschichte geht.
00:12:20: wer holt jetzt die Hacke und wie wird das eigentlich erledigt?
00:12:23: Weil da sind wir sehr nahe an der Frau, die das dann auch durchführt, die ja dann so tut als ob sie blind ist und dass irgendwie Schauspieler muss wobei ihr trotzdem nicht hundertprozentig gelingt.
00:12:30: Das fällt einem Soldaten sogar auf, dass die sich irgendwie auffällig Grazil dann immer noch so einerermaßen bewegen kann oder relativ schnell dann verschwunden ist zumindest soweit sie das werkzeug hat.
00:12:40: und da sind wir relativ nah dran.
00:12:42: es gibt auch so psychologische verhältnisse wo wir uns fragen können Was was gibt es eigentlich so für unterschiede zwischen den figuren sage ich mal in Bezug auf liebe beispielsweise.
00:12:52: also der figur oder der erzähler?
00:12:53: figure fährt zum beispiel auch auf dass Die Liebe zwischen dem Arzt und seiner Frau immer noch sehr stark ist, während das bei den ersten Blinden und seiner Frauen nicht so ist.
00:13:02: Da kann man sich ein bisschen fragen warum es das so... Und das öffnet natürlich einen Bild dafür.
00:13:06: okay was ist mit diesen Figuren eigentlich los?
00:13:07: Ist das einfach eine ganz normale Alltagsfigur also diese erste Blinde und seine Frau die einfach nur die Funktion als Alltagspaar irgendwie wahrnehmen sollen, als so altes vielleicht verknüpftes Paar oder steckt ja irgendwie mehr dahinter oder sowas?
00:13:19: ich jetzt nicht wirklich glaube.
00:13:20: aber trotzdem fragt man sich ja ok warum gibt's da Unterschiede?
00:13:22: sag' ich mal ne Das gleiche finde finden wir auch so ein bisschen bei dem ja man kann sagen so motorsohn verhältnis zwischen der frau mit der brille und dem schielenden jungen.
00:13:34: weil das ist etwas was in der verlogen gegangenen ersten folge da hatten jetzt diese frau als jemanden etabliert der.
00:13:41: Wo ich eher das Gefühl hatte, dass sie so ein bisschen Spaß am Leben haben will eigentlich.
00:13:45: Das heißt die springt so gefühlt von Mann zu Mann und trifft sich mit Männern auf Hotelzimmern und so.
00:13:49: Das wird ja in der Hand eines Beispiels dann hier auch deutlich gemacht.
00:13:52: Und jetzt ist sie auf einmal so ganz treu sorgen extrem empathisch kümmern sich um diesen Jungen geht er da noch einmal an einer Stelle hier in der Passage, die wir jetzt gelesen haben zu der Frau des Arzes hin und versucht die so ein bisschen zu trösten, als es ja offensichtlich schlecht geht.
00:14:05: Und da wird so ein Bild aufgemacht von was ist das eigentlich für einen Mensch?
00:14:09: Da sind wir relativ nah dran uns zu fragen Was sind das hier für Figuren?
00:14:14: Was ist mit denen in der Vergangenheit passiert oder wie dem Mensch geworden, der sie jetzt sind.
00:14:19: Und dann gehen wir aber ganz weit weg plötzlich durch die Erzählerstimme und das geht so wie du schon beschrieben hast von null auf hundert in einem Moment so fließend über eigentlich, wenn man so will ohne dass wir eine wirkliche Markierung dafür bekommen.
00:14:32: Es gibt relativ kurz nachdem die Hacke geholt wurde, eine Passage da wundert sich der Erzählar auf einmal darüber, dass die Frau des Arztes sicher sehr gut bewegen kann In diesem ganzen Trauma rum und auch in dem es geht später noch um das Putzen der Saal eins ist ja dann auf einmal sauber und so.
00:14:51: Und da wird diese Figur die Frau des Arztes dafür bewundert, dass sie das so gut kann.
00:14:55: Wir denken uns ja gut aber eine Erzählerstimme müsste das ja auch schon mitbekommen haben hier weil's ist ja offensichtlich diese Frau kann ja sehen deswegen können Sie sich ja dann auch besser sozusagen darin bewegen.
00:15:06: Ich
00:15:07: hab alles gelesen
00:15:09: Ja, erzähl das mal.
00:15:10: Also
00:15:10: ich hab' das nicht gelesen als dass sich die wirklich wundert sondern das ist so eine ... ähm... Das ist so ne, so eine Ironie Ebene gewesen.
00:15:21: der Erzähler weiß schon, dass sie das nicht macht aber unterstützend weil die Frau ja nur so tut als ja nimmt diese Erzählersstimme dann so einer bewusste Rolle eines Naiven ein und beschreibt ach guck mal!
00:15:36: Die Frau kann sich ja jetzt besonders gut ...durch die bewegt.
00:15:40: Da wundert man sich ja, aber das hat so was... Ich habe jetzt keinen Begriff dafür, es hat so einen... Der weiß das schon und der würde das nur beschreiben weil es sieht sich ansonsten keiner,... ...die anderen erleben das ja nur und niemand wundert sich darüber dass das so ist.
00:15:57: Und ich glaube er nimmt in diesem Moment dieses Sichwundern... ...stellvertreten für die, die es nicht wahrnehmen und sehen können.
00:16:04: So hab' ich das gelesen!
00:16:06: Es gibt ganz, ganz spät in dieser Passage eine Stelle wo das richtig offensichtlich wird dass diese Erzähler Figur irgendwie eine eigene Figur so für sich ist die man lesen muss.
00:16:15: Und die Passage kann ich jetzt... Sie ist ja lang deswegen werde ich sie nicht komplett vorlesen.
00:16:19: Das ist als der alte Mann mit der Augenklappe dann reinkommt und da kriegen wir so ne Einordnung sozusagen von der Erzählerstimme.
00:16:27: Jetzt muss ich nur kurz gucken wo es genau anfängt.
00:16:31: Ja genau von Hunderten auf Dutzende und das veranlasste die Regierung zu der sofortigen Mitteilung, dass die Situation bei den derzeitigen Aussichten bald unter Kontrolle sein werde.
00:16:40: Von diesem Moment an abgesehen von einigen wenigen unvermeidbaren Kommentaren wird der Bericht des Alten mit der schwarzen Augenklappe nicht mehr wörtlich wiedergegeben sondern wird der mündliche Diskurs zugunsten genaue Informationen durch korrekte angemessene Begriffe ersetzt.
00:16:55: Das heißt wir Also vorher hat der alte Mann sozusagen angefangen zu sprechen, wenn man so will und jetzt wird gesagt ja wir müssen das ein bisschen zusammenfassen.
00:17:01: Ein bisschen verständlicher machen oder so ne?
00:17:03: Und ich muss dass ein bisschen einordnen sozusagen und durch Begriffe die so ein bisschen allgemein verständlich sind... ...und dann die Passage die danach aber kommt!
00:17:10: Das ist richtig krass!
00:17:13: Es ist dann die Rede von... Ich lese es einmal mal weiter vor.. Dass die Beschreibung jedweder Fakten durch die weit präziser und angemessener Begriff nur gewinnen kann.
00:17:22: Kehren wir zum Thema.
00:17:24: Kehren wir zurück zum Thema.
00:17:25: Die Regierung schloss also zunächst erwogene, die Entschuldigung, die zunächst erwogene Hypothese aus dass das Land sich unter dem Einfluss einer Epidemie befand, die es in dieser Art noch nicht gegeben hatte.
00:17:36: Hervorgerufen durch eine schädliche noch nichts identifizierte Kraft von sofortiger Wirkung ohne jegliches vorherige Anzeichen einer Inkubation oder Latenz.
00:17:45: Es musste sich nach der jüngsten wissenschaftlichen Auffassung und der daraus folgenden neuesten Auslegung der Verwaltung um ein zufälliges, unglückliches vorübergehendes Zusammenwirken von bisher nicht analysierten Umständen halten, deren patogene Entwicklung wie das Kommunik der Regierung betonte und so weiter und sofort.
00:18:01: Also Fremdwörter im Prinzip!
00:18:02: Für uns Deutsche jetzt zumindest, aber ich nehme an auch für Portugiesen.
00:18:05: Ja, ich hatte das so verstanden dass der Erzähler jetzt der Meinung war, der Alte beschreibt das zwar Aber nicht so treffend und nicht so auf den Punkt.
00:18:15: genau deswegen übernimmt jetzt der Erzähler und sagt ich benutze jetzt mal die richtigen Worte damit das ja klar ist um was es geht.
00:18:22: Und dann hat er das quasi mit dem Alten aus der Hand genommen, hat uns erklärt und später... kommt da wieder zurück, gibt er das so vom Wegen?
00:18:32: Ich hab das jetzt erklärt.
00:18:32: Jetzt bist du wieder dran!
00:18:34: Dann hat der Alte wieder das Wort und die Gruppe hört Radio.
00:18:37: Genau aber das hat für mich eine totale Ironisierung weil es sind natürlich alles... Das sind sehr komplizierte Sätze durchaus komplizierende Begriffe und die muss man dann gerade dadurch dass wir das alles durch Komma-Tage trennt haben erstmal so zusammen denken irgendwie Und es hat auch was von einem Stereotypen Regierungssprech gekommen wäre, weißt du?
00:18:56: Also es hat in so einer totale Ironisierung...
00:18:57: In Absprache mit irgendwelchen Wissenschaftlern.
00:18:59: Genau richtig ja und ich habe das Gefühl dass diese Erzählerfigur sowieso wenn auch auf eine ironische Weise doch immer ein bisschen auch Partei für die Regierung in dem Moment ergreift.
00:19:08: ne also es gibt ja zum Beispiel auch nach den Erschießungen die wir zwischendurch haben auch so zwischenzeitlich so eine Ironisierung im Sinne von Ja also gut dass die heldenhaften Soldaten eingegriffen sind so nach der Motto Weißt Du und das ganze geklärt haben wieder Ruhe reingebracht haben usw.
00:19:22: Ich glaube das ist überspitzt weil Weil das ist ja die Haltung oder diese Darunglauben, ja.
00:19:29: Die Leute erschießen oder die Befehle geben oder dass alles organisieren, dass sie da in diesem Sanatorium unterwegs sind.
00:19:35: Die glauben ja, es ist heldenhaft und auch immer Teil dieser Durchsage, die jeden Tag kommt, dass es die große Pflicht ist, dass wir euch einsperren müssen und ihr eingesperrt bleiben müsst unter dem Deckmann.
00:19:49: Leute, es geht halt gerade nicht anders.
00:19:50: Da müssen wir jetzt alle einfach erst mal durch!
00:19:52: Genau.
00:19:53: Also von daher erst mal so haben wir auf der einen Seite den Aspekt die Figuren, die wir bereits kennen diese Erzählerstimme und wir haben aber auch die Perspektive von anderen Erblindeten wenn das Essen dann geholt wird Und wir haben auch die perspektive nochmal Infizierten, wenn es zum Beispiel so Sorgen geäußert werden im Sinne von Wenn wir jetzt da rausgehen das können wir nicht machen.
00:20:12: bei dahinten sind sozusagen die Blinden und Wir können uns dürfen uns mit den Infizieren sozusagen.
00:20:16: Das haben wir auch Und dass fließt alles so ineinander über und das macht es teilweise extrem kompliziert zu lesen was ich aber sehr gut finde.
00:20:23: tatsächlich also Ich find das wirklich wirklich gut und mag diese Orientierungslosigkeit Zeit auch auf eine These eigentlich später noch habe, aber dazu komme ich dann noch.
00:20:31: Ja es unterscheidet sich ein bisschen zu den anderen Büchern die wir bis jetzt gelesen haben weil da war ganz klar abgegrenzt.
00:20:37: okay bei Serotonin ist es weiß gar nicht mehr wie der Hauptdarsteller heißt, aber dann war er's.
00:20:43: Irgendwas Labrust wars ja gut
00:20:45: alles klar und bei Elantris war es klar und Steven King war es Klar.
00:20:50: du hast immer eine ganz klare Erkennung.
00:20:55: wer ist jetzt hier?
00:20:56: Wer ist eigentlich Hauptdarställer?
00:20:58: Und hier löst sich das so ein bisschen auf, weil wir ganz viel haben.
00:21:04: Der Teller sich damit reindrängt und im Grunde auch das Ereignis an sich auch irgendwie im Mittelpunkt steht.
00:21:15: Erkennen wir oder erkenne ich die Frau des Arztes, weniger den Arzt selber sondern eher die Frau ist irgendwie so die Hauptperson.
00:21:24: Aber nicht in der Form herausgestellt wie es bei den anderen Protagonisten ist, die wir bis jetzt kennengelernt haben Sondern sie ist da auch mit drinne Die hat immer mal so ihre Screentime.
00:21:34: aber eben nicht nur Da spielen auch ganz der Wechsel halt zwischen den Räumen und zwischen den Parteien und Fraktionen und so weiter.
00:21:42: Jeder bekommt ein bisschen wenn's wichtig ist Und dann kommt er wieder zurück zur Frau.
00:21:46: Also das stimmt.
00:21:47: Wir haben dazwischenzeitlich bestimmt irgendwie, ich habe es jetzt nicht genau beziffert aber vielleicht so dreißig Seiten wo wir bei keiner spezifischen Figur tatsächlich sind.
00:21:54: also würde dich schon fragst okay geben wir jetzt vielleicht von diesen Hauptfiguren die wir eigentlich mal etabliert hatten weg und reden jetzt nur noch von oben sozusagen auf das große Ganze.
00:22:03: da ist ja dann auch die Rede davon dass wir also das dann immer mehr Menschen reinkommen Es gibt ja diese Erdrückungs-Szenen usw.
00:22:09: Und der ist ja auch dann die Rede von Menschenwalze und Menschenmasse und so, also wirklich diese Pluralisierung eigentlich Und wo wir dann auch das Bild bekommen, dass dieser Raum oder gerne also mit Raumen eigentlich jetzt dieses Sanatorium viel zu klein ist für die ganzen Menschen, die dort reinkommen.
00:22:25: Also es ist ja dann sogar soweit, dass manche Menschen sich sogar in diese Außenbereiche dann begeben müssen weil drinnen kein Platz mehr ist und das führt insgesamt... Ich finde der Roman spiegelt eigentlich diese Unübersichtlichkeit, die die Blinden jetzt haben auch auf uns Leser wunderbar rüber, weil wir auch irgendwann gar nicht mehr wissen okay Welche Menschen sind jetzt hier eigentlich in welchem Raum so richtig, wer ist jetzt ja eigentlich blind?
00:22:48: Wer ist noch sehend?
00:22:50: beziehungsweise später löst sich das ja eh dann auf.
00:22:53: Und es spiegelt ja auch diesen Aspekt den wir beim letzten mal auch schon besprochen haben dass dieser diese ganze ansteigt auch sowas Labyrinthhaftes hat sowas man weiß nicht so richtig kennt nicht die richtig richtig die Wege, die Abstände untereinander.
00:23:07: das ist ja zwischenzeitlich immer wieder Thema.
00:23:09: Es gibt jetzt zum Beispiel diese Sequenz wenn der Arzt auf Toilette geht oder diese sucht und dann merkt okay da geht noch jemand außen entlang und sucht anscheinend auch eine Toiletten und geht dann vorbei und so.
00:23:19: ne also dass es Genauso wie die Ablündeten kein Gefühl für diesen Raum haben, was jetzt noch viel schlimmer wird.
00:23:25: Weil im Prinzip es ja überall ein Hindernis, weil überall Menschen sind ist das bei uns eigentlich genauso dass wir dieses Gefühl für diese Örtlichkeit verlieren.
00:23:31: Das ist extrem aufregend finde ich so beim Leben
00:23:34: und ich dachte... dass dieser Schiff von, wir haben jetzt irgendwie Personen vorgestellt.
00:23:40: Jetzt kommen irgendwie neue Personen dazu und jetzt bleiben wir bei denen war als der Alte mit der Augenklappe vorgestellt wurde weil er wurde mit einem extra Absatz noch eingeführt und auch mit seinem Innenleben.
00:23:54: also der stand dann irgendwie da und hat das so ein bisschen mitgekriegt, die ganzen Leichen im Hinterhof sind
00:23:59: usw.,
00:24:00: ist aber jetzt gerade Hat jetzt gerade nichts gemacht, hat einfach nur gewartet bis alle sich irgendwie beruhigt haben und erst dann ist er auf den Weg gegangen und hat sich einen Platz im Saal eins gesucht.
00:24:11: Den gab es da natürlich weil ja der Autodieb der dort gelegen hat irgendwie verstorben ist.
00:24:16: Also der hatte nochmal so eine besondere Eine besondere Einführung irgendwie.
00:24:21: deswegen glaube ich keine idee von vorausblickt dass der noch mal in einer anderen andere Rolle spielen könnte, vielleicht noch mal so eine unterstützende Rolle für die Frau.
00:24:33: Die braucht ja irgendwie... Der Arzt ist mir zu passiv, der macht zu wenig.
00:24:39: Die Frau braucht glaube ich eine aktive moralische Schulterschluss mit irgendjemand anderem noch und das könnte der glaube ich irgendwie sein.
00:24:48: Neben der Frau mit Brille vielleicht, die sich auch ein bisschen, dass ihr auch eine Verbindung gibt anscheinend?
00:24:53: Und das sehe ich bei dem Mann mit der Augenklappe genauso.
00:24:55: Der wird auch so freundlich eingeführt, mit dieser höflichen Bitte ist hier noch ein Bett frei und hat ja dann auch sowas diesen Wissensvorsprung dessen was draußen passiert ist wo wir später noch ein bisschen zukommen.
00:25:06: aber es wirkt wie so einen Großvater der am Lagerfeuer zu den Menschen etwas erzählt
00:25:10: haben.
00:25:10: Genau richtig!
00:25:12: Alle
00:25:12: regen sich auf und er weiß ich brauche jetzt nur warten bis alle beruhigt haben... ...und dann finde ich das schon.
00:25:17: Ich habe jetzt keine großen Ansprüche Genau.
00:25:20: Ich kriege das schon hin, ich muss jetzt hier nicht mit rumröhlen in der Suppe!
00:25:22: Ja genau,
00:25:22: ist das... Aber abgesehen von der Orientierungslosigkeit, die hier stattfindet.
00:25:28: Wir können auch so ein bisschen generell darüber reden wie sich das Leben in diesem Sanatorium anfühlt.
00:25:32: Wir haben schon über Engel gesprochen und über die Orientierungslosigkeit des Labyrinth-hafte.
00:25:38: Du hast ja die Leichen auch erwähnt was dann quasi einen Teil des Alltags wird wenn man so will?
00:25:44: Wie nimmst du das so wahr?
00:25:46: Relativ schnell auch!
00:25:47: Also am Anfang haben wir mit einer Leiche angefangen.
00:25:51: Also, es ging ja vorher schon los.
00:25:53: Weil in diesen Regeln schon angekündigt wurde Leute wenn irgendjemand stirbt müsste dann klar kommen und das hatten wir ja schon gesagt dass das relativ schnell der Fall sein wird.
00:26:04: Und dann hatten wir erstmal nur eine Leiche und ich finde die Steigerung gut.
00:26:08: Die geht natürlich sehr sehr schnell Dass wir von einer auf neun sind die dann plötzlich irgendwie glaube ich schon gar nicht mehr begraben wurden.
00:26:18: also bis jetzt Jetzt bis aktuell, seit der Hundert und Sechzig sind die nicht begraben sondern liegen da einfach irgendwo rum.
00:26:27: Und ich fand es spannend wie unterschiedlich auch damit umgegangen wird weil das für ... also Saal Eins, wo jetzt sage ich mal unsere Hauptbezugspersonen hier befinden also die frau des arzes der arzt und so weiter da haben wir ja auch die geschichte angefangen.
00:26:44: die kümmern sich relativ schnell darum.
00:26:47: die haben auch gesagt gut wir essen zuerst und dann ist das das grundbedürfnis erstmal befriedigt und dann können wir uns darum dass kann jetzt auch noch warten und der sei zwei geht da halt ein bisschen anders mit um.
00:26:58: sie sagen ja es machen wir schon so sind jetzt nicht macht ihr doch von mir aus oder also die gehen ja so ein bisschen flaps hier mit rum wohl auch weil sie nicht voraus sehen können was das bedeutet wenn da ständig irgendwelche Toten rum liegen weil das nimmt ja irgendwann auch Ausmaße an, die wir auch schon absehen können.
00:27:17: Weil die Frau des Arztes sorgt dir auch dafür dass irgendwie das Essen beseitigt wird damit keine Fliegen kommen und damit können wir schon absehen was passiert denn jetzt eigentlich ... tendenziell mit den Leichen, wenn die jetzt keiner wegkommt.
00:27:31: Ich meine ist das schön, dass sie im Hinterhof liegen oder da, aber... Also aus dem Augen, aus dem Sinn ist es dann halt nicht!
00:27:39: Ja auch bei Blinden nicht ne?
00:27:40: Ja genau.
00:27:41: Nee gerade auch dadurch, dass... quasi auch blut und leichen teile ja quasi mit dem menschenstrom der hinein kommt auch immer weiter reingetragen werden.
00:27:49: das ist ja auch spielt ja auch dann bei dieser bei diesen vier bussen eine rolle die sicher dann rein drängen die er denn alle in des blut reintreten und dass dann auch noch quasi hinein tragen und es macht den ganzen ort ja noch viel schlimmer.
00:28:00: wir hatten ja beim letzten mal schon davon gesprochen dass es x Nee, also Ausscheidungen gibt's sozusagen.
00:28:08: Exkremente
00:28:08: war das Wort, was ich gesagt habe.
00:28:09: Vielen Dank genau!
00:28:11: Dass sich zum Beispiel der kleine Junge ja eingepinkert hat weil er es nicht mehr ertragen konnte oder aufs Klo musste und das nicht rechtzeitig geschafft hat... ... und dass ja auch Leute nach Toiletten suchen.
00:28:21: Das heißt, wir haben hier sehr viel... Es ist ja generell alles dreckig so.
00:28:24: das hatten wir schon gesagt.
00:28:25: Das war es ja vorher schon?
00:28:26: Es was vorher schon genau die Exkremente und Blut und Gedärme und sowas.
00:28:30: Und das ist ja gerade in dieser Klosequenz des Arztes noch mal so wunderbar bildlich gemacht der dann anfängt zu weinen auch weil er immer irgendwo hin fasst irgendwo hintritt und sich denkt ah jetzt ist das auch noch dreckiges sozusagen und das kriege ich natürlich nicht ab weil ich bin ja blind Ich kann das eigentlich abwaschen einfach mal so.
00:28:46: Toiletenpabil
00:28:46: gibt's auch nicht?
00:28:47: Toilettenpabil gibts nicht!
00:28:48: Es gibt keine Putzmittel auch so richtig, also es ist im Prinzip für nichts vorgesorgt was ja genau diese Absurdität mit der Schaufel oder mit der Hacke ja auch versinnbildlich.
00:28:58: Weil's ist ja quasi in den Regeln nicht festgehalten.
00:29:02: ihr müsst dann mit den Leichen umgehen sondern das ist ja ausdrücklich eine Regel dass die vergraben werden müssen und man fragt sich ja dann womit denn überhaupt?
00:29:09: Also zumindest eine Schaufelt müsste ja zumindest drin sein oder eine Hackel aber nicht mal.
00:29:12: daran haben sie gedacht.
00:29:13: Aber jetzt gerade sagst du wenn du sagst mit diesen ganzen Hygienemitteln eigentlich gibt es ja dieses Telefon Was ja da ist, um so Zeug nachzubestellen.
00:29:21: Das war jetzt aber bis jetzt noch gar kein Thema.
00:29:23: Wann
00:29:23: kein Thema?
00:29:23: Also
00:29:24: wir haben noch nicht gehört dass irgendjemand irgendwo angerufen hat und ich bin mir jetzt auch gerade nicht so sicher.
00:29:29: also wir wissen auf jeden Fall auf Toilette gibt es keinen Toilettenpapier.
00:29:33: Jetzt ist mir nicht klar Gibt's das gar nicht in dem ganzen Haus oder ist das da steht irgendwo wo?
00:29:37: keiner findet es?
00:29:39: Ja also Und das... Also darin weil du ja mit so einem Alltag angefangen hattest, bildet sich langsam eine gleichbleibende immer wiederkehrende Abläufe heraus.
00:29:58: Also wir müssen irgendwie Schlafenszeiten einhalten die Essenszeite natürlich geben irgendwie die Struktur vor mehr oder weniger wenn sie kommen Und dadurch, dass es ja nicht nur Eintoten gab sondern jetzt mehrere und Ja dann müssen wir auch mehrfach dafür sorgen.
00:30:18: Okay was machen wir jetzt?
00:30:19: Wie begraben wir den?
00:30:20: Wer macht das jetzt?
00:30:21: Ok wie essen zuerst?
00:30:22: Dann begrafen wir die.
00:30:24: Das kommt mehrfach und so ergibt sich sowas wie eine Mischung aus Überlebenskampf Gepaart mit kleineren Alltagshandlungen Und ganz viel Ungewissheit, weil ja immer noch nichts klar ist.
00:30:42: Es ist jetzt keine Routine soweit würde ich jetzt noch nicht gehen aber zumindest so annähernd sich wiederholende Abläufe
00:30:49: und quasi eine Omnipotente oder immer wieder präsente Paraneuer zwischen den einzelnen Menschen wir hatten das schon angerissen was vor allem aufgrund eben der Essenslieferung stattfindet also dass Essen sehr viel zu wenig es wird unregelmäßig geliefert und dem entsprechend weiß man nie kann ich jetzt überhaupt losgehen, das Essen zu holen.
00:31:10: Sollte ich jetzt gerade los gehen?
00:31:11: Gerade als jemand der nur infiziert ist!
00:31:13: Ich darf ja nicht in den Kontakt mit dem Blinden kommen weil sonst bestätigt die Gefahr dass sich auch blind werde, dass es sozusagen ausgelöst wird.
00:31:19: deswegen muss ich warten.
00:31:22: Solle ich jetzt schon die Leute begraben... Es ist ja gesetzt aber gleichzeitig gibt es ja auch Essen und wenn ich losgehe um die Menschen zu begraben, ist dann nicht jemand anderes meine Ration auf.
00:31:33: Und so entsteht da ein ständiges Gefühl des Misstrauens.
00:31:37: eigentlich Und ganz kurz um das noch mit anzuschließen, auch gegenüber der Regierung ja.
00:31:42: Weil man weiß ja nicht.
00:31:43: was haben die jetzt eigentlich vor?
00:31:45: Es gibt ja so Hinweise darauf... dass die Gefangenen denken, sie könnten einfach mal diese Anlage stürmen und jeden erschießen.
00:31:51: Es gibt auch diese Gedankengänge, die wir bei den Soldaten dann zumindest mitbekommen.
00:31:55: Dass einer aufgeschnappt hat, vielleicht wäre es besser, alle zu töten weil es gibt diesen Satz in einer sagt, Mit dem Tier stirbt auch das Gift!
00:32:03: Und da steht quasi die ganze Zeit diese Möglichkeit einer Massenexekution drin und es wird auch Mortlust bei den Soldaten aktiv beschrieben.
00:32:11: Das ist so eine Sequenz, wenn später das Essen geholt wird oder diese Kisten geholt werden.
00:32:16: Dass einer sagt na komm schon!
00:32:17: So nach dem Motto... diese bestimmte Linie hier übertrittst, dann habe ich sozusagen den Freifahrtschein einen Schuss zu setzen und hab sozusagen meinen Spaß.
00:32:26: Also auch dieser Entmenschlichung die wir in der letzten Folge schon abgehandelt oder besprochen hatten.
00:32:30: Ich glaube ja dass das grundlegendste ist ja Essen.
00:32:37: Das ist ja die absolute Grundlage um irgendwie am Leben zu bleiben.
00:32:42: Es geht ja ums Nackt überleben.
00:32:47: feststellen ist, dass sich gegenseitig jeder misstraut.
00:32:51: Also die blinden untereinander vielleicht nicht die frau mit dem arzt oder so.
00:32:55: das gibt vielleicht in also ich sag mal lokal ganz Unterschiede.
00:33:00: aber grundsätzlich traut jeder blinde dem anderen nicht über den weg genauso wie die blindenden infizierten nicht trauen und umgekehrt.
00:33:08: Und keiner von den beiden gruppen traut den soldaten Die gleichzeitig also die soldatentrauen auch den andern nicht.
00:33:15: und dann ist auch nicht klar Wegen welcher höheren Instanz können wir den noch trauen und auch die höhere Instanz traut der den unteren Instanzen nicht.
00:33:24: Ja, also hier ist ein riesengroßes... Hier sind riesengrosse Angst unterwegs.
00:33:28: da kann man später noch auf das Thema zu sprechen.
00:33:32: Und meine Vermutung ist selbst wenn dieses Das Thema Essen erledigt wäre Selbst wenn die kriegen jetzt alle regelmäßig genug gleichmäßig zu essen bleibt dieses Misstrauen bestehen, nur auf einer anderen Ebene und in anderen Situationen.
00:33:52: Dann geht es vielleicht um wer darf ins Bad?
00:33:55: Wer bekommt das Toilettenpapier?
00:33:57: Wer darf ins Bett?
00:33:58: Wer dürfen die Räume?
00:33:59: Wer da überhaupt ins Haus?
00:34:01: Wer bestimmt hier überhaupt?
00:34:02: Du hast ja gar nichts zu sagen!
00:34:04: Die andern machen das... Ich weiß was ich meine.
00:34:07: Es findet sich immer wieder Wege dass die Menschen hier in dem Fall eigentlich zur Zusammenarbeit gezwungen sind, um zu überleben.
00:34:17: Es aber nicht tun weil sie dem anderen nicht trauen können.
00:34:22: und das fängt beim Essen an und ich glaube das geht bis hoch.
00:34:25: also alle die ganze Bedürfnispyramide bis nach oben oder unten hier nachdem
00:34:30: Ich habe eben schon gesagt dass wir eine Hand der Soldaten schon etabliert haben das Mordlust auch in dieser Welt ein Thema ist.
00:34:37: Und man kann ja davon ausgehen, dass die Soldaten ja auch nichts anderes zu tun haben als da draußen zu gucken ob irgendjemand hingekommt oder ob jemand raus will sozusagen.
00:34:46: und ich frage mich ob diese Monotonie des Alltags nicht dann auch irgendwann so eine Art Mordlust innerhalb dieser Anstalt führen könnte.
00:34:54: denn was hier auch etabliert wird ist das wir es mit einer Form von Eigentumsverlust haben weil die ganzen Leute konnten ja Koffer sozusagen mitbringen und da waren Sachen drin immer Und wir haben ja etabliert bekommen, dass der Arzt ein Rasiermesser dabei hatte.
00:35:08: Ganz am Anfang?
00:35:09: Ja ganz am Anfang.
00:35:10: und wenn man jetzt davon ausgeht, dass diese Massen die hier reingekommen sind das durcheinander gewirbelt haben könnte man ja auch wiederum davon ausgehen, dass dieses Rasier Messer vielleicht bei irgendeiner anderen Person gelandet ist und das vielleicht dann später noch irgendwie ein Thema wird und vielleicht das auch nochmal so eine Paraneuer hervorruft sozusagen weil man nicht weiß wer dieses Rasieren Messer hat was er dann auch sich äußern könnte in so einer Lust an einfach
00:35:32: machen.
00:35:34: Die wissen ja auch nicht, wenn ich jetzt rausgehe und die Kisten hole zum Essen.
00:35:39: Die kommen hier angekündigt sind ob ich erschossen werde oder nicht?
00:35:44: Ja also sie sind gezwungen die Nahrung zu holen um zu überleben aber mit der Angst und dem Preis der Angst.
00:35:51: Also wenn die da draußen jetzt ein lockeren Finger am Abzug haben dann war es das dann komme ich hier nicht mehr rein so.
00:35:58: also Da ist im Grunde ist nichts sicher.
00:36:03: Das ist alles absolut unberechenbar zu aktuellem Zeitpunkt.
00:36:07: Wir wissen nicht, es gibt keine Regie-Mäßigkeit, selbst die Absprachen, die die untereinander halten nichts.
00:36:12: das da führt nichts dazu.
00:36:13: Dann sprich dich Saal eins mit Seil zwei ab.
00:36:15: bitte jetzt doch gleich die Leichen zu entsorgen und Seil Zwei macht's einfach nicht So.
00:36:20: was machst du dann?
00:36:21: Nicht!
00:36:22: Da gibts kein der sagt du du du jetzt musst du aber mal.
00:36:25: Nö ist halt einfach so.
00:36:26: Man isst darauf angewiesen dass man sich in manchen Punkten mindestens auf Augenhöhe ... begegnet, um zu sagen ja komm ich... wir machen es jetzt einfach mal so.
00:36:36: Zum Wohle von irgendwas höheren.
00:36:38: Ja genau.
00:36:39: Meinst du das?
00:36:40: die Leute sich noch zusammenraufen werden irgendwann?
00:36:42: Also dass vielleicht Saal Eins und Saal Zwei auch irgendwie sowas wie eine Gemeinschaft bilden könnten?
00:36:47: Nein!
00:36:47: Ich glaube nicht.
00:36:48: Also ich glaube was wir hier merken ist die anfängliche Spaltung von dem Ganzen.
00:36:52: und Wir haben ja schon gemerkt Es gibt so ne Gruppe von Abtrünniken heimlichen Blinden, die da irgendwas mitnehmen und sich irgendwo hinverziehen Und ich glaube diese Dynamik wird sich weiter vertiefen.
00:37:05: Es wird Gruppierungen geben, es wird also sich vielleicht auch konträr gegenüberstehende Gruppierung sein die irgendeinen Machtanspruch haben oder sowas.
00:37:14: Ich glaube ich
00:37:16: habe gerade darüber nachgedacht oder schon in der Vorbereitung darüber nach gedacht ob nicht die Frau des Arztes in irgendeiner Form eine einende Funktion übernehmen könnte?
00:37:26: Ich glaube das versucht sie zu werden.
00:37:30: Ja, ich glaube aber nicht dass sie es hinkriegt.
00:37:32: Es
00:37:32: gibt ein paar Anflüge zumindest davon das so etwas wie Zivilisation auch in dieser Ansteuert hier möglich wäre.
00:37:40: Das ist lustigeweise zunächst mal ironisch.
00:37:42: also wir erfahren aus der Erzählerperspektive dann diese Erzählerspektive die in dem Fall sehr nah an Erblindete gesetzt ist mit so einem ironischen Unterton dass das ja hier wie in einem Hotel ist So, da steht er wirklich da.
00:37:58: Das ist ja wie in einem Hotel und das ist viel besser als die Blinden, die draußen durch die Straßen gehen müssen.
00:38:03: Die an irgendwelche Autos rempeln usw.
00:38:05: Das denkt
00:38:06: einer von den Blinden?
00:38:07: Ja genau
00:38:08: richtig!
00:38:08: Einer im Sahel eins war das so der hat dieses Gefühl ich kriege meinen Essen und kann hier rum chillen und das alles gut.
00:38:15: Also
00:38:16: auch diese Gedanken gibt es im Gegensatz zu diesen ganzen.
00:38:18: Oh mein Gott was passiert jetzt?
00:38:19: Genau,
00:38:20: das wirkt aber noch sehr ironisch genauso wie eine Bemerkung die exakt zehn Seiten später lustigerweise kommt nämlich dass dass quasi auch die der Fakt, das so viele Menschen jetzt da sind und kein weiterer mehr reinpasst.
00:38:32: Ja so die Möglichkeit bietet, dass man sich ja auch mit den Leuten, die neben einem Sinn auch anfreunden kann.
00:38:37: früher ist es immer gewechselt sozusagen und jetzt kommt keiner mehr hier von seinem Fleck weg sozusagen.
00:38:41: Jetzt kann man auch mal eine zwischenmenschliche Beziehung aufbauen zu jemanden, der neben einem ist
00:38:45: Genau!
00:38:45: Und das war bis jetzt nicht möglich weil... Also, bis jetzt nicht möglich.
00:38:49: Wir wissen nicht, was noch als Nächstes passiert?
00:38:50: Aber es hat die Beständigkeit gefehlt!
00:38:53: Es war ja überhaupt nicht klar... Am Anfang waren's nur Arzt und Frau vom Arzt.
00:38:57: Danach kamen die nächsten fünf.
00:38:58: Und danach kam wieder welch.
00:38:59: Jetzt sind wir bei zweihundertvierzig in einem Gebäude, das für... Was weiß
00:39:05: ich?
00:39:05: ...hundertzwanzig
00:39:07: ausgelegt wurde.
00:39:10: Der Wunsch ist natürlich klar.
00:39:12: Verständlich zu sagen, gut, jetzt passen erst mal nicht mehr rein Das würde ja bedeuten, also kommen auch nicht mehr.
00:39:20: Ich glaube nicht dass dieser Wunsch so hält aber zu sagen gut dann kommen jetzt nicht mehr heißt wir ist jetzt fertig.
00:39:30: wie können wir hier erstmal ein bisschen Ruhe schaffen Ordnung schaffen Berechenbarkeit schaffen und das gibt es eine Struktur die wiederum Sicherheit gibt.
00:39:39: okay wir haben sie irgendwie unter Kontrolle.
00:39:43: Ich glaube, dieser Kontrollverlust ist das allerschlimmste dort.
00:39:47: Das scheint ja in Saal eins noch einigermaßen zu funktionieren.
00:39:49: also da ist es ja so dass der Saal dann im Verhältnis relativ sauber ist so im Großen und Ganzen.
00:39:54: du hast schon gesagt die Teller sind weggeräumt alles ist ein bisschen gereinigt worden hauptsächlich von der Frau des Arztes natürlich.
00:40:00: Wie sorgt dafür?
00:40:01: Die macht es nicht!
00:40:01: Ja genau oder die
00:40:02: wiederholt es ständig.
00:40:03: Genau
00:40:03: richtig ja also leitet die Leute auch so ein bisschen an und so weiter und sofort.
00:40:08: Und da gibt es dann auch so eine relativ lange Beschreibung auf Seite hundred forty, wo so ein Vergleich wirklich gemacht wird.
00:40:13: Der zweite Saal sieht aus wie Scheiße sozusagen.
00:40:16: und was den ersten Saal angeht, das wird richtig schön.
00:40:18: Es gibt ja dann auch dieses Credo, was die Frau in diesen ersten Saalen reinbringt, was diese Leute für sich angenommen haben, was da lautet... Wenn wir schon nicht in der Lage sind, ganz wie Menschen zu leben, sollten wir wenigstens versuchen, nicht ganz wie Tiere zu leben.
00:40:32: Und ich habe das letzte Mal schon so auf die Paralläen zu Elantris hingewiesen und hier fällt es wieder auf weil das ist ja auch so könnte auch von Raodenstamm sozusagen, ne?
00:40:39: Wir müssen sozusagen den Menschen in uns wieder entdecken.
00:40:41: Wir müssen uns eine schöne Umgebung schaffen und wir wissen ja auch nicht, wie lange das geht.
00:40:45: Das haben wir auch schon etabliert bekommen.
00:40:46: Es kann ja vierzig Jahre noch so lang gehen.
00:40:48: Wir müssten irgendwie dafür sorgen dass wir innerhalb dieser Situation ein Leben schaffen was menschenwürdig ist auf einer Art und Weise Und da sind wir relativ nah bei Elantris.
00:40:57: Ich teile diese Positivität aber auch nicht, dass wir hier wirklich zu so einem guten Aspekt kommen, sondern ich glaube der Roman an sich hat einen relativ pessimistischen Grund-Wipe und das mal sozusagen.
00:41:13: Ja!
00:41:13: Da werden schon noch die ein oder anderen Stöcker in die Speichen geworfen werden damit es nicht hinhaut, das stimmt.
00:41:18: Genau richtig
00:41:20: Was mir noch aufgefallen ist.
00:41:22: also verändert sich ja alles Und ich dachte bis dato, dass diese Ansage durch die Lautsprecher, die dort sind, jeden Tag zur selben Zeit kommt um die ganzen Neuen zu begrüßen und in die Regeln einzurbeiten.
00:41:36: Dass sie vom Band kommt, dass das so ein automatisiertes Abspielen ist... ...ist es aber gar nicht!
00:41:46: Weil auch die Leute merken, dass dieser Durchsage erstmal wächst.
00:41:51: der Sprecher Und die Stimmung des Sprechers spiegelt ein bisschen wieder, wie frustriert der so ist oder wie genervt.
00:42:02: Oder er kälter ist oder eher neutraler ist.
00:42:07: warm ist da keiner und das variiert je nachdem.
00:42:12: und habe ich mir gedacht wir müssen mal überlegen.
00:42:14: Wir wissen ja auch draußen ist die Welt noch weitergegangen.
00:42:17: Da passiert jetzt noch etwas.
00:42:18: was da jetzt passiert Da kommen wir gleich nochmal drauf, aber sagen wir das so.
00:42:24: Vorweggenommen die Blinden in dem Sanatorium sind nicht die einzigen Blinden.
00:42:28: da ist richtig was los draußen und jetzt muss man sich mal überlegen.
00:42:31: Jetzt ist draußen die Welt völlig verrückt geworden.
00:42:34: Die Soldaten und die Soldaten bewachen einen Sanatorium wo auch Blinde sind ja um die ich sehe die sowieso zwischen zwei so zwei Feldern.
00:42:47: Ja sie könnten wenn ihr nach vorne gucken Bildlich gesprochen, sehen die auf Sanatorium.
00:42:51: Da sind die Blinden und wenn sie sich umdrehen würden und gucken in die Stadt, dann sind auch irgendwie noch Blinde.
00:42:56: Und ihr könnt ja mal fragen was machen wir jetzt hier eigentlich?
00:43:00: Ja also warum tun wir das jetzt noch?
00:43:03: womit wir eigentlich mit dem Befehl, warum wir jetzt eigentlich hergeschickt wurden?
00:43:07: weil es hat sich ein bisschen was geändert.
00:43:10: Was natürlich auch zu Angst führt.
00:43:12: so man könnte auch sagen gut denn dann müssen die jetzt unbedingt drinnen halten weil dann sind weniger.
00:43:17: Also verstehst du die Situation, in der die Soldaten stecken und sich dann auch selber noch anstecken weiß ja auch nicht woher.
00:43:25: Und dann nehmen sie sich das Leben.
00:43:29: Auch bei denen ist überhaupt nichts klar!
00:43:32: Die suggerieren eine feste Struktur mit.
00:43:37: wir bewachen euch hier kommt keiner raus und wir haben hier feste Regen und wie?
00:43:41: Keiner hat die Regen ein.
00:43:43: aber am Ende sind genauso ängstlich verunsichert und in so einer Unberechenbarkeit, vielleicht auch in einem Kontrollverlust gefangen den sie aber noch nicht wahrhaben wollen.
00:43:56: Und deswegen klammern die sich umso mehr an ihre Knarren um diesen Gefühl der Kontrolle wieder irgendwie her zu werden.
00:44:03: Das ist interessant, wenn man ja auch davon ausgehen könnte dass die... Ich habe schon gesagt diese Mordlust in sich rumrind tragen sozusagen.
00:44:10: Was ja sozusagen aus der Langeweile heraus passieren könnte
00:44:13: oder der Angst?
00:44:14: Oder der Angst genau?
00:44:15: aber das ist ja was wo wir quasi als Leser auch innerhalb dieses Romans ein bisschen drauf getrimmt werden, dass scheinbar böse Sachen die Menschen machen auch auf eine Art und Weise entschuldbar sind irgendwie.
00:44:27: Das passiert ja auch quasi innerhalb der Ansteigerung sozusagen vor allem anhand Frau mit der Brille.
00:44:35: Die macht sich ja selber Schuldzuwürfnisse, weil dieser Autodeep ... Umgebracht worden ist.
00:44:44: Und sie gibt sich ja selber die Schuld, weil sie hat ihr sozusagen ihn verletzt was zu der Verletzung geführt hat und so weiter und sofort... ...und das ist ja schon irgendwie ein Punkt nach einem sexuellen Übergriff auf Sie, der ganz schön krass ist irgendwie ne?
00:44:56: Ich finde dass der Roman eine ganze Reihe von philosophischen Fragestellungen hat wo eigentlich auf den ersten Blick die Antwort irgendwie scheinbar klar ist.
00:45:03: aber dann doch nochmal die Frage aufgeworfen wird ja steckt da nicht viel mehr dahinter?
00:45:07: steckt nicht hinter dieser menschlichen Aktion irgendwie sowas eigenes, eine Persönlichkeit irgendwie einzelne Aspekte von Persönlichkeit die dafür sorgen dass das entschuldigt werden kann.
00:45:19: Es wird die Frage aufgeworfen ja hat dieser Mensch in seinem Leben quasi nur böse Sachen gemacht weil er ist auch ein Autodieb?
00:45:26: oder verteilen sich gute und schlechte Taten nicht über ein ganzes Leben hinweg sozusagen?
00:45:30: Es führt ja dann sogar noch zu der Tatsache, dass das was mit Erinnerung zu tun hat an diese Menschen und das nicht dieser Erinnerungen vielleicht ein Bestandteil von Unsterblichkeit ist sozusagen.
00:45:40: Also Unsterbligkeit sozusagen als sozusagen zum einen die Erinnerungs aber auch bezogen auf das Führen nicht die Taten den Menschen tun zu Ereignissen, die in der Zukunft eine Rolle spielen.
00:45:54: Und ist das nicht ne Form von Unstärblichkeit?
00:45:56: Die dann vielleicht nicht mal auf diesen einzelnen Menschen zurück... ...geführt werden kann, so eine Art Butterfly Effekt in die Zukunft wenn man sie will eigentlich.
00:46:02: Und das spielt hier eine große Rolle... dass quasi auch noch in den schlimmsten Taten irgendwie ne Form von Empathie... gefördert wird, bei uns zu sehen oder zu Lesern sozusagen.
00:46:15: Ich hatte jetzt zum Beispiel gar nicht mal so viel Empathie mit den Soldaten tatsächlich selbst geführt.
00:46:19: aber du zeigst mir gerade dass das trotzdem irgendwie geht und dass ich da vielleicht irgendwas übersehen habe in einer Form.
00:46:26: Also übersehen weiß ich jetzt nicht, aber man kann ja grundsätzlich davon ausgehen wenn wir es hier mit Menschen zu tun haben, dass jetzt keiner von denen böseböse ist wie der große böse Magier der Boßhaftigkeit oder so.
00:46:44: Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass alle von denen einen guten Grund haben etwas irgendwie zu tun.
00:46:49: Die machen das ja nicht einfach so.
00:46:51: Da stellt sich kein Soldat in die erste Reihe und sagt ich hab Bock jemanden zu erschießen bitte nehmt mich!
00:46:55: Sondern die halt vielleicht einfach Angst oder was weiß ich seine Sicherheit verteidigen?
00:46:59: Oder was auch immer genauso wie seit zwei.
00:47:02: Das sind zwar gerade erstmal ein paar Arschgegen aber auch diese die haben ja gerade irgendeine Not, der sie irgendwie versuchen herzuerwerden.
00:47:12: Und das machen die nicht über, nennen wir es mal vielleicht Nähe und Empathie sondern die machen das über.
00:47:19: ich gebe hier Befehle weil wenn ich dir die Befehlung gebe habe ich die Kontrolle und damit mindere ich dieses Gefühl des Kontrollverlusts.
00:47:27: Das stößt natürlich nicht so richtig gut an bei den Leuten aus Saal Eins.
00:47:31: Und das macht ja dann die Konflikte aus, ja?
00:47:34: Und selbst diese Abtrünnungen, die da sind... Ja!
00:47:36: Das kann man ja aus Sicht sagen wir der Leute aus Saale Eins ist es natürlich furchtbar weil da fehlt Essen.
00:47:43: Wie können die es wagen?
00:47:44: Die müssen noch daran denken wie hängen das hier zusammen bla bla bla das ganze Ding.
00:47:49: aber aus deren Sicht ist es deren Strategie für sich zu sorgen und wenn's ums Essen geht das Grundlegen ist, habe ich schon gesagt.
00:47:58: Dann macht man alles was notwendig ist da geht es erstmal nur um mich und wenn ich versorgt bin dann kann ich mich um andere kümmern.
00:48:06: also quasi dass menschliche Grundbedürfnis des erstens oder nach Ernährung überleben.
00:48:11: genau richtig ja das kann ich wirklich verstehen.
00:48:15: was aber sehr schwer zu verstehen ist und ich kenne auch andere Medien in denen das genauso kontrovers bearbeitet wurde in einem sexuellen Übergriff der jetzt hier in dem Fall ein Touchen an die Brust sozusagen war.
00:48:28: Man kann sich das schon relativ schnell vorstellen, wenn die beiden mal allein wären und in Anführungsstrichen ungesehen, sag ich jetzt nur so, aber es passt natürlich besonders gut dass dann auch sowas wie eine Vergewaltigung tatsächlich eine Rolle spielen könnte.
00:48:38: Das
00:48:38: wurde ganz klar angedeutet?
00:48:40: Genau richtig!
00:48:43: Und da steckt ja dann trotzdem irgendwie so diese Frage drin, ist dieser Mensch dann auch irgendwie und ich sage das wirklich in Anführungsstrichen nicht nur gefangener seiner eigenen Triebe.
00:48:53: Im Prinzip hat man in so einer Situation, in der auch sozusagen Sexualität ein sexuelles Leben was er auch im elementare Bestandteil des menschlichen Lebens ist, ist es dann nicht soweit weg dass auch so eine Handlung dann entschuldbar wird vor dem Hintergrund dass dieser Menschen auf Grund sozusagen der Wehrhaftigkeit der Frau dann im Nachhinein erschossen wurde oder umgebracht wurden.
00:49:13: Also entschuldigt nicht, der Mord an dieser Figur im nachhineinen nicht diese Wehrhaftigkeit sogar auf eine bestimmte Art und Weise.
00:49:19: Und das ist ja eine Frage die die Frau selbst stellt!
00:49:23: Das finde ich ganz schön... Das ist erstens für so ne Figur auch schon oder für jeden Menschen eigentlich ein ganz schön krasser Schritt den man nicht erwarten würde.
00:49:30: Es ist aber auch einen Schritt bei dem man als Leser erstmal vor so einem Unverständnis steht, finde
00:49:38: ich?
00:49:38: Ich würde glaube ich Ursache und Bewertung trennen.
00:49:45: Gerade in dem Fall, also das was der getan hat wir bewerten dass ganz klar als schlecht Ganz klar negativ, ja?
00:49:55: Und das war einfach übergriffig.
00:49:57: Er ist über die Grenzen der Frau rübergegangen und sie hat sich zur Wehr gesetzt.
00:50:02: Sie musste sich zur weh setzen.
00:50:04: Das nach sehr kurzer Zeit, würde ich noch sagen.
00:50:05: Das war so gefühlt Tag einstag zwei oder so.
00:50:07: Genau!
00:50:09: Selbst da könnte man jetzt gucken... Man könnte ihn jetzt unterstellen.
00:50:14: auch dieser Mann ist nicht grundsätzlich böse auch weil er eine Sache gemacht hat, die schlecht war oder als Böse bewertet wird.
00:50:21: Ganz klar!
00:50:23: Auch der hat vielleicht einen Umgang mit Frauen gelernt in dem Macht und Erniedrigung eine Rolle spielt, wenn ich natürlich andere erniedrige, in dem Fall die Frau erhöhe ich mich damit automatisch ohne selbst irgendwas zu tun für mich und fühle mich damit besser.
00:50:46: Also, es gibt offensichtlich gab vielleicht Frauen oder es gibt gab eine Strategie.
00:50:52: Damit ist er irgendwie durchgekommen ja?
00:50:55: Oder auch nicht und hat nichts anderes gefunden.
00:50:58: und in dem Fall greift der ebenfalls auf diese Strategie zu um einfach ein vielleicht ein Gefühl von Macht wiederzuhaben.
00:51:06: Kontrolle da sind wir wieder Ja Und das endet halt einfach in diesem sexuellen Übergriff.
00:51:15: Und das, das möchte ich jetzt ganz klar machen da hier kommt die Trennung was ist nicht entschuldigt?
00:51:19: Das macht es nicht weniger schlecht nur weil vielleicht die Gründe dahinter nicht rein böswillig waren.
00:51:28: Ich glaube ich habe mich klar ausgedrückt.
00:51:30: Ja hast du auf jeden Fall.
00:51:31: aber ich finde das trotzdem ganz spannend wozu uns dieser Roman her eigentlich bringt Weil ich find dass es eine Riesenleistung dass wir im Prinzip in so einer Situation in der Ich sag mal, Ninzig Prozent der Menschen als eine klar ablehnenswerter... Erhandlung empfinden, dass wir trotzdem sozusagen in die Situation gebracht werden.
00:51:47: Dass wir über diese Figur, die das getan hat nachdenken, psychologisieren und irgendwie eine Form von Erklärung für dieses Verhalten suchen.
00:51:54: Ich finde es ziemlich, ziemlich spannend ehrlich gesagt weil ich glaube das ist im wahren Leben trifft man nicht so häufig auf Menschen, die genau das machen würden sozusagen.
00:52:00: Ja naja das ist sonst.
00:52:03: also wir können uns ja jetzt hier die Zeit nehmen und ich sag mal die Informationen sind jetzt auch begrenzt.
00:52:08: sagen wir's mal ne?
00:52:08: Wir haben ja noch ein Buch das ist das jetzt beschrieben.
00:52:12: vor uns liegen.
00:52:16: Und es ist natürlich leicht, das macht's natürlich auch leicht, also auch Joseh macht es uns leicht die Leute nach ihrem Aussehen zu beurteilen weil sie ja keine Namen haben, die für etwas stehen sondern die haben die Beschreibungen wie Sie aussehen oder Berufe denen sie nachgegangen sind und das fördert natürlich diese Oberflächlichkeit.
00:52:39: Ja, weil der Autodeab das ist ja schon die Beschreibung.
00:52:42: Weil als den kennen wir ihn also ist er der Autodieb so fertig mehr als diese Dimension gibt es dann nicht.
00:52:50: oder Die frau des dass was im anfang gesagt haben die fraudes arztes isst die frau von So aber stellt sich raus.
00:52:57: ne damit kommt man nicht weit nur mit dem blick auf die aufs außen oder auf das was sie nur einmal getan oder zweimal getan haben, sondern das ist halt alles ein bisschen... Mehrdimensionaler.
00:53:11: Absolut ja und ich würde sogar sagen gerade diese Begrenzung der Informationen über die Figuren fördert noch den Interpretationsdruck, dem man auf sie hat.
00:53:18: also nochmal drüber nachzudenken was steckt eigentlich für Mensch dahinter?
00:53:21: Und gerade auch der Fakt dass so Figuren die zwar nur kurz mal vorgekommen sind die ansonsten nicht viel screen time in anfangen Strichen hatten Die jetzt aber weg sind da ist es auch ein bisschen schade finde ich das die jetzt weg sind.
00:53:32: Also nicht schade im Sinne von Ich find das schlimm Dass die jetzt hier entfernt wurden aus dem roman sondern ich hätte gern mehr über diese Figuren sozusagen erfahren und spüre die sozusagen kennenlernen wollte.
00:53:42: Der Taxifahrer,
00:53:43: die zwei
00:53:44: Polizisten und ich glaube noch irgendeine Figur war dabei.
00:53:46: Das waren vier insgesamt.
00:53:48: Der Mann mit der jungen Frau geschlafen?
00:53:49: Genau richtig ja!
00:53:51: Die sind jetzt einfach weg.
00:53:52: und das sind aber Figuren, die uns sehr explizit nochmal herausgezogen wurden aus dieser Masse sozusagen einfach.
00:53:59: Und das ist spannend dass man jetzt selbst merkt, schade.
00:54:02: Was auch heißen könnte nicht nur weil sie jetzt gut screen time bekommen heißt es, dass die bis zum Ende durchhalten.
00:54:11: Also auch die könnten uns ja weggenommen werden.
00:54:15: Ich finde das noch... ich hatte gerade einen guten Punkt da war eine super Überleitung habe ich jetzt vergessen.
00:54:22: einfach wir waren jetzt bei Oberflächigkeit Tiefe genau und wir lesen sehr viel Tiefe hier rein und holen uns das raus was wir so haben.
00:54:32: und gleichzeitig Werden die Leute, die wir diese blinden.
00:54:38: Die dort sind in mehreren also gerade mit Sprache und Ausdruck immer wieder entmenschlicht.
00:54:45: ja das sind Die blinden, die griechen wie Schweine.
00:54:50: Die blöken wie Schafe in der infizierte Wunde.
00:54:54: Es ist ein tollwütiger Fuchs.
00:54:58: Das Gift geht mit dem Tier oder was du vorhin gesagt hattest?
00:55:00: Genau richtig!
00:55:01: Es sind auch die Regierungsbeamten oder die Soldaten beschreiben dann auch die Blinden, die das Essen holen als Krebse, die so ein bisschen seichlich laufen.
00:55:10: und die Leute, diese Menschenmasse, die dann nochmal reingetrieben wird, wird auch als Schafe bezeichnet.
00:55:16: getrieben werden.
00:55:16: Genau und das ist ja irgendwie aus Sicht dieser internierten... Ist das klar, ein Kampf ums Essen und überleben?
00:55:26: Aber irgendwie habe ich das Gefühl als drückt diese Entmenschlichung wie so eine einstürzende Wand auf die.
00:55:33: Und die versuchen mit aller Macht fern zu halten oder auch zu spüren wir sind noch Menschen, wir sind da!
00:55:41: Wir haben einander, wir können uns lieben oder auch unterschiedliche lieben.
00:55:46: Es hatten ja übrigens zwei Sex dort.
00:55:50: Wir können miteinander streiten, aber irgendwie auch miteinander kooperieren.
00:55:53: Irgendwie... wir haben nicht mal mehr unsere Namen, das haben wir schon abgelegt.
00:55:58: Aber irgendwie habe ich das Gefühl als drücken die so gegen diese Drohne in Menschlichung und wenn sie diesen Kampf aufgeben ist Feierabend.
00:56:08: Dann sind es Tiere und deswegen finde ich diesen Satz so gut von dieser Frau mit dem Arzt, dass sie sagt wir müssen nicht wie Menschen leben.
00:56:15: Es ist kein Hotel oder was auch immer sondern dürfen wir hier nicht wie Tiere leben.
00:56:21: weil wenn das der Fall ist dann ist diese Decke der Entmenschlichung eingebrochen über die zusammengefallen und dann war es Feieramt.
00:56:29: Dann fressen Sie sich gegenseitig!
00:56:32: Und da gibt es ja auch positive Aspekte sozusagen.
00:56:35: Also zum Beispiel, dass das Sehen wegfällt führt hier auch dazu... Ich bin mir gar nicht sicher ob ich's in der verlorengegangenen ersten Folge oder in unserer regulären ersten Folge... Also quasi also in der zweiten Folge aber in unserer jetzt regulären Ersten Folge gesagt habe, ...der Verlust des Sehens bis zu einem gewissen Grad geht mit super vielen negativen Punkten einher.
00:56:58: Aber dass das ja auch in gewisser Weise eine Befreiung ist davon quasi Menschen zu sehen, beziehungsweise die Konstruktion von Menschen zu sein.
00:57:06: Also es ist ja so dass wir uns alle auf eine bestimmte Art und Weise konstruieren über Geschlechter sozusagen, über die Kleidung die wir tragen, über das Geld was wir ausgeben Die Zugehörigkeit zu bestimmten Subkulturen usw.
00:57:19: Das spielt dann eine große Rolle.
00:57:21: Und es gibt hier auch einen Aspekt wo das nochmal herausgearbeitet wird nämlich Die Frau mit der Brille hat ja quasi so eine Art Fehler an ihrem Auge, weswegen sie überhaupt ne Brille getragen hat.
00:57:33: Und die Frau des Arztes überlegt ja dann ob sie ihr tatsächlich sagt dass das Ding ja so gut wie verheilt ist irgendwie.
00:57:40: Ja und sagt dann noch so oder denkt dann Sie hätte sich bestimmt gefreut hinterfragt aber gleichzeitig diesen Punkt weil es ja irgendwie absurd ist Weil er sowieso niemand sie sehen kann sozusagen.
00:57:53: Also es fällt ja sowieso weg.
00:57:54: Das heißt sie hinterfragte im Prinzip die Absurdität dass die Frau sich freuen würde, obwohl ihre neu gewonnene Schönheit jetzt ... Ich übertreibe es ein bisschen.
00:58:02: Ja klar!
00:58:02: Aber das ja nicht gesehen wird und das ist schon interessant, dass auch quasi eine Befreiung ist und so eine Art auch Befreiungen von bestimmten Klassenzugehörigkeiten oder anderen Zugehörigkeiten vorurteilen wenn man so will, die sich über das Rhein äußere definieren.
00:58:18: Obwohl ich glauben würde, darüber freuen würde zu hören, dass es besser geworden ist auch wenn sie's nicht mehr sehen kann oder nicht mehr merkt.
00:58:27: Weil das ist ja ein Prozess gewesen den Sie ja verfolgt hat diese Augentropfen genommen bei einem Arzt und einer Apotheke usw.
00:58:37: Und selbst wenn sie das jetzt faktisch nicht bräuchte... würde es, glaube ich für die junge Frau wichtig sein das zu wissen dass es das ist und sich irgendwas zum Guten wendet.
00:58:52: Ich bin wieder ein Stückchen gesünder als ich vorher war und jetzt bin ich wie vorher vor dieser Augenerkrankung sondern ich bin jetzt wieder so ein bisschen hergestellter obwohl dieses weiße Zeug dann noch mit auf meinen Augen gelegt.
00:59:08: Ganz genau, aber gerade auch dadurch das Zivilisation und dass menschliche Leben ja überweite teilen zumindest bei den allermeisten Menschen ja auch sehr visuell geprägt ist.
00:59:16: also es kommt aus so einer gewissen Art und Weise von Gewöhnung, Routine, dass man sehen kann, dass das halt eine elementare Fähigkeit ist die wir als Menschen haben und daher kommt ihr überhaupt erst mal dieser Punkt dass das überhaupt so diese Wichtigkeit erlangen kann Die jetzt eigentlich nicht mehr wirklich wichtig ist Aber aus dieser Prägung heraus dann wieder wichtig werden könnte für die Personen.
00:59:33: Also dass sie sagt okay das ist wieder weg
00:59:35: Nur fürs Gefühl
00:59:36: für
00:59:36: das eigene Wohlbefinden.
00:59:38: Genau, aber es wäre ja quasi dann wahrscheinlich weniger wichtig ... wenn Sie von Anfang an, vom Lebensbeginn sozusagen nicht hätte sehen können?
00:59:47: Das weiß ich nicht!
00:59:48: Aber das muss man ja immer gucken weil für die Frau was für den einen wichtig ist und für den anderen nicht so wichtig.
00:59:56: Wenn man ein Wohl befinden spürt, dann macht das einen stärker gegen diese Ent- ... diese feinde Wand der Entmenschlichung.
01:00:06: Das hilft dagegen, einfach zu spüren... Ich bin nicht verloren!
01:00:10: Ich bin kein Tier, ich bin nicht am
01:00:11: Ende.".
01:00:12: Ja genau, richtig.
01:00:13: Und das ist vielleicht noch als Abschluss für diesen Punkt für mich zumindest so?
01:00:17: Du kannst ja gerne noch was dazu sagen.
01:00:19: Das ist halt was generell die ganzen philosophischen Fragestellungen über die wir jetzt ein bisschen diskutiert haben,... ... es hat etwas, die hier immer wieder irgendwie eine Rolle spielen.
01:00:26: Also es gibt dann zum Beispiel auch noch die Person, die für... Kation dieser Blindheit generell als ein böser Geist, der herumschwört.
01:00:34: Der sozusagen mit dem Tod auch befreit wird und so.
01:00:36: Und dann kann man ja wieder drüber denken ist das irgendwie eine Person oder ist es irgendwie... Ist vielleicht der Gedanke auch daran schon irgendwie etwas Böses was natürlich eindringt sozusagen?
01:00:46: Was für Angst sorgt, was er dann auch im Thema wird noch bei uns irgendwie.
01:00:51: Das spielt ja gerade zum Ende dieser Passagen Riesenrolle Und das finde ich auch nochmal ganz spannend.
01:00:56: Aber
01:00:56: es ist interessant, weil das passt so dazu wie sich Menschen schon seit Uhrzeiten über natürliche Sachen erklären.
01:01:04: Die geben dem einfach eine Person ja?
01:01:07: Dann ist es nicht also hier die Sonne und so weiter.
01:01:10: aber dann ist es vielleicht was weiß ich irgendeinen Sonnengott der dafür sorgt dass.
01:01:15: oder es ist Gaia als Mutter Erde die dafür sorgt das.
01:01:19: Oder es ist Zeus, Hera und Apollo Diese ganze... Pantheon an römischen und griechischen Göttern, die für alles irgendwie stehen.
01:01:29: Oder es ist was weiß ich der Wille Gottes.
01:01:32: oder ja?
01:01:34: Ich wollte gerade sagen gerade in einer christlichen Kultur ist ja auch also in anderen wahrscheinlich auch.
01:01:38: Ich bin jetzt nicht so etwas andere Gottheiten Kulturen und so angeht so wahnsinnig fesenfest sicher.
01:01:43: aber gerade in der christlichen kultur wird ja sozusagen auch werden ja gute und böse taten auch moralisch sozusagen in die Richtung Gottes oder das Teufel sozusagen interpretiert sozusagen.
01:01:52: Also man hat was Böses getan der Teufel ist in dich gefahren und hat dafür gesorgt, dass du das tust sozusagen um dich in die Hölle zu ziehen.
01:02:00: Ja
01:02:01: oder es kommt irgendwas und der Herr testet oder was auch immer.
01:02:06: also dem wird eine Bedeutung beigemessen um das irgendwie fassbarer zu machen.
01:02:11: Das ist glaube ich schwer auszuhalten einfach so große Also viel, viel größere Ereignisse einfach so hinzunehmen.
01:02:23: Wenn man sie nicht irgendwie erklären kann und oder nicht wissenschaftlich erklären kann, weil das gibt es nicht.
01:02:28: Wir wissen, wir können's wissenschaftliche nicht erklären noch nicht.
01:02:31: Woher die Blindheit kommt ist wegen... Das kann ich einfach so stehen bleiben.
01:02:35: dass ergibt so eine Spannung, die nicht auszuhalten ist.
01:02:38: Ja genau!
01:02:38: Und im Prinzip ist das ja besteht ja das, was wir jetzt hier gelesen haben diese Passage aus mehr oder weniger diesen Polen sozusagen.
01:02:46: Wir haben so einzelne Elemente der Handlung oder vonhandelung tatsächlich die immer wiederholt werden und das holen es erstens, die Diskussionen über was machen wir uns weiter?
01:02:55: Und dann immer wieder diese kleinen Einwürfe, diese Gleichnisse, Parabeln
01:02:58: usw.,
01:02:59: die dann wiederum für so einen Interpretationsdruck bei uns sorgen also Bezug auf bestimmte Aspekte oder auf bestimmten Menschen Und die Fragestellung, mit den Handlungen und so weiter einhergehen.
01:03:08: Das ist schon ganz schön stark.
01:03:10: Erstaunlicherweise kann man das Buch auch gut lesen wenn man jetzt nicht Bock auf Interpretation hat.
01:03:17: Weil dann geht es trotzdem runter weil da passiert genug und man kriegt trotzdem einen Bild... Es wird ein Bild vermittelt, wie es dort aussieht.
01:03:25: Wie es durchzugeht und den Leuten geht.
01:03:27: Ganz klassisch Roman halt!
01:03:29: Auch das lässt sich gut lesen.
01:03:30: also nur damit man so einen Gefühl dafür bekommt dass jetzt nicht jeder Absatz irgendwie in der allertiefste irgendwie durchinterpretiert werden müsste.
01:03:40: wir machen das einfach wenn wir's gerne machen und weil das Teil des Podcasts ist fertig.
01:03:45: aber man kann das Ding auch einfach gut weglesen und trotzdem erschüttert sein
01:03:50: Genau.
01:03:50: Also es hat auch diese, ich sag mal so Elantris Wipes zwischenzeitlich drin.
01:03:54: Einfach
01:03:55: ganz normaler Roman ist halt auch da.
01:03:57: Ja genau.
01:03:57: Das ist völlig super.
01:04:00: Ich würde jetzt gerne im nächsten Punkt würde ich jetzt darauf eingehen was ist in der Welt los?
01:04:06: und zwar ja gut und zwar erfahren wir das tatsächlich.
01:04:11: Wir sind jetzt.
01:04:12: wieviel Tage sind wir hier drinnen?
01:04:13: Drei vier Fünf, ne Woche?
01:04:15: Irgendwie sowas ja.
01:04:16: Ich glaub zwischenzeitlich wird mal drei gesagt aber dann vergeht schon wieder ein bisschen Zeit also ungefähr drei vier würd ich sagen schätzen
01:04:21: jetzt Ja so...woche plus minus.
01:04:24: es ist ja generell auch ein Thema das auch das Gefühl für zeitlichkeit so'n bisschen verloren geht dadurch dass man ja keine funktionierende Uhr hat die wir jetzt wieder bekommen und so und deswegen kann man das so n bisschen schwer sagen.
01:04:32: aber wir sagen meine Woche grob gut
01:04:35: Jedenfalls kommt dieser alte mit der Augenklappereien hat nicht nur sein radio dabei sondern auch Informationen weil er eben zu spät erst dazugekommen ist unten waches Kerlchen war und hat so ein bisschen beobachtet was los war.
01:04:48: Und das erzählt er diesen Leuten, und es ist im Grunde die Passage die du am Anfang vorgelegen hast wo wir das als Beispiel genommen haben.
01:04:55: da löst sich der Erzähler quasi vom vom also der auktoriale Erzählar vom alten Mann.
01:05:03: Also was ist passiert?
01:05:04: In den ersten vierundzwanzig Stunden gibt's hunderte neue Erblindete.
01:05:10: Am zweiten Tag gar nicht mehr so viele.
01:05:14: Und die Regierung hat so recht hoffnungsfroh gedacht, naja das ist jetzt alles ein bisschen zu fällig.
01:05:20: Wir sind unglücklich gelaufen aber die Kurve im Grunde fällt ab und das müssen wir kurz aussetzen und dann ist es bald vorbei.
01:05:30: Die Infektion läuft aber weiter ... langsamer als vielleicht am Tag eins, aber sehr stetig.
01:05:40: Das wurde beschrieben mit, als würde so in einem überschwemmten Land plötzlich aus dem Boden ganz viele kleine Flüsschen rauskommen und man weiß gar nicht wo das jetzt herkommt... Und so war diese Wahrnehmung davon dass plötzlich alle erblindet sind.
01:05:53: Es gibt eine Reihe an Kolokwien Seminaren und Diskussionsrunden zu denen sich Experten zusammengefunden haben um herauszufinden was man jetzt eigentlich machen könnte.
01:06:02: Das Problem ist es die auch relativ schnell aufgelöst wurden weil dort die Leute einfach erblindet sind, teilweise auf dem Podium während ihrer Rede am Mikrofon.
01:06:11: Die Regierung weiß selber nicht so richtig was jetzt zu tun ist und das merkt man daran dass sie mehrmals ihre Strategie gewechselt haben.
01:06:18: erst wollte man eigentlich nur diese Internierung fortführen also das was wir jetzt erlebt haben oder dann hat man noch überlegt naja man könnte auch die Blinden bei den Familien zu Hause lassen, aber dann erblinden die ja auch und dann ist ein völliges Chaos weiter.
01:06:33: Irgendwie keiner so richtig weiß... Also es wuchert dann so!
01:06:38: Und seit zwei Tagen hat man sich überlegt, man könnte doch Zeltlage erschaffen was auch eine andere Form der Enternierung ist und selbst dort gab's am Anfang freiwillige D-Ding geholfen hat.
01:06:51: wir machen das sauber und wir sorgen alle dafür aber auch diesen alle erblindet und deswegen Gehen wir jetzt mal davon aus, dass das mit den Zeltlagern eher so eine schnelle vorübergehende Idee war die vielleicht gar nicht so einen großen Halt hat.
01:07:08: Der nächste Punkt ist der Verkehr.
01:07:10: Der öffentliche Verkehr ist ein Chaos gewesen und ist mittlerweile eingestellt denn die Busfahrer sind erblindet Und das wurde so durch diesen Erzähler beschrieben mit, naja besser der Busfahrer ist er blinde als defekte Bremsleitung.
01:07:26: Weil dann können wir ja die Schuld auf diese Erblindung schieben und dann kann uns keiner an den Karren pissen.
01:07:34: Tatsächlich hat man später als andere Busse verunglückt sind weiter eben eine defekste Bremslaltung war... blindheit vorgeschoben und gesagt hat naja der busfahrer ist ja blinded deswegen können wir dafür jetzt auch nichts.
01:07:50: also verantwortung wird dann nicht übernommen und letztendlich fährt keiner mehr mit den bussen.
01:07:57: die piloten der flugzeuge die er blinden natürlich auch und also sind natürlich auch mehrere flugzäuger abgestürzt sodass auch die leute nicht mehr fliegen weil warum auch und das zieht sich weiter bis ins kleinste bis zum fahrrad im grunde fährt keiner irgendetwas.
01:08:14: Es gibt kein Fahrrad, es gibt keine Autos.
01:08:17: Keine Busse, nichts davon!
01:08:19: Alle sind irgendwie zu Fuß unterwegs und stolpern mehr oder weniger durch die Stadt... ...und gehen sich auch irgendwie aus dem Weg.
01:08:28: Es gibt nur noch so ein paar Sehende und wenn die im Blinden sehen, suchen sie das Weite.
01:08:33: Also auch die Blinden in dieser Stadt laufen da mit... Ich stelle mir vor mit so aufgesprungenen Schienenbeinen vor alles was da irgendwie so im Weg steht und sind völlig hilflos.
01:08:46: Am Ende konnte dieses weiße Übel nicht eingedämmt werden und es sprießt wild in dieser Welt, was natürlich die Situation unserer Internierten noch viel viel absurder macht.
01:09:00: Ich habe nur eine Ergänzung dazu ist auch noch die Rede von dem medialen Umgang damit also dass so auch von den Medien quasi ein Gemeinwesen beschwert wird genauso wie von der Politik.
01:09:12: Ja, lächerlich anmutende Optimismus Verbreitung durch so Phrasen und Sprichwörter und sowas gibt.
01:09:16: Also nach dem Motto ja Glück vergeht unglück auch.
01:09:20: So gefährd ist das ein bisschen Paraphasiert.
01:09:23: Kein Glück ist ewig oder kein Unglück dauert ewig genau.
01:09:27: Du musst nur abwarten.
01:09:28: Und dass auch hier eine Rolle von oder Sensations-Donalismus eine Rolle spielt.
01:09:33: also man könnte ja meinen okay in einer... funktionierende Mediengesellschaft würde sozusagen relativ pragmatisch darüber berichtet werden und so.
01:09:39: Und das ist ja, man versucht irgendwie die Menschen ruhig zu halten und so.
01:09:43: und tatsächlich wird es hier so ein bisschen wie in Deutschland bei der Zeitung mit den vier Buchstaben sozusagen dass man da losgeht und sozusagen Sensation schon wieder einen Bus gegen einen Posten gefahren oder sowas?
01:09:55: Ist die Blind halt dran schuld ungefähr?
01:09:58: Hat jemand den blinden Podiumsprecher gefilmt wie er gerade blind geworden ist und schreit ich bin blind!
01:10:04: Und wir hatten ja vor ein paar Jahren jetzt erst so eine Pandemie sozusagen und da fühlt man sich natürlich zwangsläufig auch so ein bisschen daran erinnert.
01:10:11: Also ich finde jetzt nicht so wahnsinnig... Krass natürlich, es gab natürlich so Quarantäneverordnung und so weiter und sofort.
01:10:17: Aber die Planlosigkeit hier sozusagen vonstatten geht übersteigt das natürlich nochmal deutlich gerade vom politischer Seite.
01:10:24: Du hast ja schon gesagt zunächst diese Quarantine-Sammlung in den Gebäuden, die Zeltlager
01:10:27: usw.,
01:10:28: Die Begründung dafür finde ich auch schön warum dann oder die Blinden bei ihren Verwandten zu Hause bleiben sollen zum einen wegen der zu hohen Kosten für die Politik.
01:10:37: Ah ja genau!
01:10:39: Bei der Verkehr gestört würde und war ja auch die Befindlichkeit draußen in der Welt gestört werden könnte, weil die ja Angst davor haben und das kann man den Leuten ja nicht zumuten sozusagen.
01:10:48: Und gerade die hohen Kosten... Es hat mich so ein bisschen in Deutschland an die Diskussion um unsere Pflegeeinrichtungen erinnert tatsächlich nach dem Motto also wir investieren weniger in die Pflege, weil sie verwandten können es auch machen und so.
01:11:00: Die haben ja dann noch Freizeit sozusagen wo sie das auch noch runter kriegen.
01:11:04: Also man fühlt sich auch da irgendwie zwangsläufig so an seine eigene Realität irgendwie zurückerinnert oder zurückgeworfen habe ich den Eindruck?
01:11:10: Ja das macht sich mal schön.
01:11:13: Also für mich persönlich sind diese Bücher immer so ein bisschen Eskapismus noch, dass man irgendwie rausgeht und sagt ja wir kennen das alle jetzt.
01:11:24: Ich verleihe die Augen oder guckst mir gar nicht an wenn man so Sachen sieht in denen die Pandemie irgendwie wie wir hatten Thema war da sind die Leute mit Masken oder es wird als Thema aufgehört ist gut jetzt reicht mir jetzt und jetzt kommt's halt wieder.
01:11:41: Es verankert das noch mal so ein bisschen bei uns in dieser Welt.
01:11:45: Was es noch irgendwie unangenehmer, vielleicht auch ein bisschen nervig macht aber irgendwie auch unangenem macht?
01:11:51: Ich kann mich noch daran erinnern ich habe früher sehr viel Tilillon geschaut Und da gab es natürlich auch zu der Pandemie verschiedene politische Diskussionen.
01:11:58: Ich habe dann mal so eine Zusammenfassung gesehen und da hat er immer die Leute gefragt, welches Buch würden sie aktuell denn lesen?
01:12:04: Und quasi durch die Bank haben alle irgendwie gesagt ja Albert Camus, die Pest muss man jetzt lesen sozusagen.
01:12:09: Da gibt's natürlich auch sehr viele Räministenzen daran.
01:12:11: Ich hab das mal angefangen glaube ich nicht zu Ende gelesen.
01:12:14: Das war glaube ich genau in dieser Phase irgendwie.
01:12:17: Es gibt aber auch hier ganz starke Bezüge.
01:12:18: also dass ist mit Pandemie planlose Politik und so die Gesellschaft bricht zusammen und so weiter und sofort.
01:12:22: Und da gibt es glaube ich schon relativ stark auch einen Bezug dazu, dass man in solchen Situationen auch zu Medien irgendwie greift oder dass sie wieder populär werden die eben genauso ein Thema haben.
01:12:35: Ich kann mich zum Beispiel ganz kurz nur im Filmbereich daran erinnern das während der Pandemie dann so Filme wie Outbreak von Wolfgang Petersen eine Rolle gespielt hat wo's auch um so ne Pandemie geht.
01:12:45: und es gab dann auch noch so nen anderen Film auf den Namen komme ich grad nicht die dann auf einmal hochgeschossen sind.
01:12:50: Und ich kann mich noch daran erinnern, dass ich zu einem dieser Filme meine Kritik geschrieben habe und der Kommentar da... und hab das auch bezogen auf die Pandemie warum das hochkommt und so... ...und einer der Kommentarkometatoren darunter hat geschrieben, ja das ist jetzt aber quatscht, das so auf unsere Pandemie zu beziehen usw.
01:13:03: Ich hab dann nur drunter geschrieben was denkst du?
01:13:05: Warum das gerade jetzt irgendwie Thema ist oder warum gerade jetzt eine neue DVD veröffentlicht wird in diesem Film?
01:13:11: Ja gerade deswegen!
01:13:12: Deswegen es ist vielleicht manchmal ein bisschen nervig, aber man kann's glaube nicht verhindern, dass die Menschen dann in solchen Medien So was sehen, was mit ihrer eigenen Situation gerade etwas zu tun hat.
01:13:21: Ne klar und auch ich meine wir haben es jetzt vorhin gemacht wie überstrapazieren das jetzt mal so ein bisschen?
01:13:27: Auch die versuchen ja mit dieser... Mit diesem Kontrollverlust umzugehen jeder auf seine Art und Weise.
01:13:33: Wir haben hier nicht die einzelne Nachendspecheren sondern eher so die Institutionen Nachrichtensender oder die Institution, was weiß ich.
01:13:41: Irgendwelche Ämter, Finanzämter oder Finanz-Dinger.
01:13:43: ja auch die versuchen damit irgendwie umzugehen und die machen das halt wie sie es machen.
01:13:48: Also die können jetzt nicht klar.
01:13:51: also wenn die Leute ganz... Wenn die entscheiden wo die Gelder hingehen dann ist deren Hammer für das Problem Nagel einfach die Gelde hin und her zu schieben oder so Ja?
01:14:02: Oder für den Nachrichtsender ist es dann halt einfach zu berichten, ob das jetzt gut oder schlecht ist.
01:14:08: Aber irgendwie ist es eine Form damit umzugehen und dass das nicht hilft, ist erst mal ne andere Geschichte aber die Machenheit irgendwie...
01:14:16: Genau!
01:14:16: Und das passiert natürlich auch dann aus einer gewissen Gewohnheit heraus weil eigentlich macht das ja keinen Sinn mehr auf so eine sensationelle Art und Weise zu berichten kompletten Ausnahmezustand.
01:14:25: Alltag ist ja sehr schwer herzustellen sozusagen.
01:14:27: und trotzdem aus der Gewohnheit daraus, weil wir es vorher schon immer so gemacht haben machen das jetzt natürlich auch als ob sie überhaupt keine andere Möglichkeit so gefühlt gibt.
01:14:34: Ja oder es ist halt einfach so ein Umgang mit einer Absurdität.
01:14:39: wenn wir jetzt auf die Straße gehen würden und ich sehe etwas völlig abgefahrenes dann zeige ich da ja auch hin guck doch mal da und vielleicht ist es mit diesen Nachrichten auch so Leute guckt euch das mal an.
01:14:49: Das ist völlig warnwitzig was hier passiert
01:14:53: Genau, aber ich glaube der erste Schritt ist genau das.
01:14:56: Und der nächste Schritt wäre ja dann aber okay.
01:14:58: wie gehen wir jetzt damit um mit dem was wir sehen?
01:15:00: Was da passiert?
01:15:01: Warum läuft ein Alien lang?
01:15:02: Sollen wir uns irgendwie verstecken?
01:15:03: Sollten wir in unsere Häuser fliehen?
01:15:05: Solleben wir das viel konfrontieren oder was weiß ich?
01:15:08: Und es
01:15:09: gibt's ja hier nicht.
01:15:11: Du kannst
01:15:11: dir nichts konfrontieren, das ist der große Unterschied.
01:15:15: Du
01:15:15: hast nichts dem du irgendwas zuschieben kannst den Russen, den Nazis oder irgendwem... Das gibt es ja nicht!
01:15:22: Es weht das Ziel, wo der Stress und wo diese Wut und Frust und dieser Hilflosigkeit hin muss.
01:15:30: Genau
01:15:31: ich würde es anders formulieren vielleicht Lösungsorientierung wäre hier der Ansatz?
01:15:34: Und das ist etwas was in dieser medialen Berichterstattung wir sehen jetzt keine Zeitungsartikel oder Fernsehberichte oder sowas.
01:15:39: aber was hier erstmal keine Rolle zu spielen scheint so wirklich sondern das ist eher so dieses A da ist ein Bus gegen einen Dings gefahren hat sowas mit der Blindheit zu tun ohne dass man recherchiert hat sozusagen sondern man nimmt das erst mal an und vielleicht käme dann in der nächsten Ausgabe noch irgendwie wie eine Einordnung, eine Richtigstellung oder sowas.
01:15:55: Aber erst mal...
01:15:56: Aber in der Lösungsorientierung würde ja voraussetzen dass ich fähig bin einen klaren Gedanken zu fassen.
01:16:03: Oder drei oder vier am Stück.
01:16:06: aber wenn die Situation so eine dermaßen Ausnahmesituation ist bist du ja nicht im Kopf und setzt dich hin.
01:16:13: okay jetzt haben wir ein niedergewesendes irgendwas.
01:16:17: Wir machen meine Liste was jetzt weißt du so?
01:16:19: ne so ne ganz vernunft basierte Liste.
01:16:22: Weil das ist ja erst der nächste Schritt, weil vorher kicken die Emotionen noch.
01:16:27: Die sind alle völlig aufgelöst und panisch oder freuen sich oder irgendwas.
01:16:32: Also sie sind in dieser Aufregung drinne und deswegen würde ich sagen braucht es auch in diesem Sanatorium diese Beruhigung, damit die sich runterfahren um dann zu überlegen.
01:16:48: Wie kann es denn jetzt eigentlich weitergehen?
01:16:49: Und die Frau des Arzes ist da vielleicht einfach schon ein bisschen weiter weil sie eben sehen kann Die hat den Überblick, die kann das einschätzen.
01:16:57: Die ist da vielleicht schon und alle anderen einfach noch nicht.
01:17:00: Die sind in der Hilflosigkeit.
01:17:01: Zwei Ergänzungen dazu... Also mir ist gerade aufgefallen es gibt ja diesen Versuch, Lösungsorientier zu denken.
01:17:07: trotzdem aber ich glaube aufgrund der Unerfahrenheit funktioniert das einfach nicht.
01:17:11: Das sind diese Diskussionsrunden und diese Debatten von denen dann hier die Rede ist, die aber als unfruchtbar beschrieben werden.
01:17:17: Und der zweite Zusatz noch weil jetzt mir eben eingefallen ist Contagion von Steven Soderberg war der Film.
01:17:23: Alles
01:17:23: klar, gut.
01:17:28: Also es ist viel los und ich finde das macht auch spannend.
01:17:33: was würde jetzt als nächstes passieren?
01:17:35: Weil die Frage könnte ja sein dann lassen wir die jetzt frei oder halten wir als Soldaten immer noch daran fest die der dritte fest zu halten oder versuchen die internierten aus dem Sanatorium jetzt irgendwie rauszukommen?
01:17:48: weil draußen ist es vielleicht Nicht nicht so dreckig wie hier aber die Welt ist halt viel viel viel größer weil ich hier drinnen haben wir es ein bisschen schon übersichtlich.
01:17:59: Im ja, wir kennen noch nicht alles.
01:18:00: Aber das ist übersichtlicher als draußen in der ganzen Stadt.
01:18:03: dass Die fragen.
01:18:06: Es wäre spannend wie jetzt damit umgegangen wird.
01:18:08: also was macht Jetzt die Gruppe die das gehört hat mit diesem Wissen vom alten mit der augenklappen?
01:18:14: Es ist auch spannend zu gucken Wie entwickeln sich dahingehend dann generell auch die Dynamiken im Sanatorium?
01:18:20: Also wir haben jetzt zwar diesen Konflikt quasi aus der Welt geschafft, mit dem... ...die Infizierten müssen Angst davor haben zu erblinden.
01:18:26: Weil jetzt sind alle blind!
01:18:28: Das Thema ist durch
01:18:28: jetzt.
01:18:29: Jetzt müssen sie sich quasi nur noch einigen und es muss mal irgendwie gucken wie wir mit der Außenwelt sozusagen umgehen ob wir nach draußen kommen.
01:18:36: das was du gerade gesagt hast.
01:18:37: Ja
01:18:37: genau.
01:18:37: Ich habe noch eine Sache.
01:18:41: Und zwar ist es die eine der letzteren Szenen und zwar ist das, nennen wir es mal die Gemäldeszene.
01:18:50: Genau, die habe ich auch.
01:18:52: Ich leite dir mal kurz ein damit wir wissen wo wir stehen und dann gehen wir da mal rein.
01:18:56: also Es ist... Der alte ist da Und Sie haben jetzt so'n bisschen Radio gehört und irgendwie kommen sie auf so'ne tauschen sich so ein bisschen aus, der alte fragt glaub ich.
01:19:08: Was habt ihr denn als letztes gehört was ihr gesehen habt?
01:19:11: Und dann fangen die an und die Frau des Arzt sagt naja ich hab hier was Notarzt gesessen oder in der Ambulanz gesessen da im Auto und habe den Helfer gesehen, den Krankenpfleger und da bin ich erblindet.
01:19:25: das natürlich nicht stimmt aber es passt zur Geschichte.
01:19:28: Die anderen erzählen so ein bischen was da passiert ist und dann kommt ein Mann Der nimmt an dem Gespräch teil, den kennen wir noch gar nicht und wir wissen auch nicht was das so ist.
01:19:41: Also wie der klingt?
01:19:42: Was der für ein Job hat?
01:19:43: Wie der aussieht?
01:19:44: Was auch immer gar nichts davon ist einfach nur die Stimme, die da so redet und die unterhält sich mit dem Alten.
01:19:49: und der Mann beschreibt dass er in einem Museum unterwegs war und sich einen Gemälde angeguckt hat und er beschreibt nach und nach Teile dieses Gemäldes, was er da sieht auf diesem Gemäle.
01:20:03: Und das wird... ... kommentiert, ist für so ein Hin und Her von... Ich glaube dem Alten bzw.
01:20:10: von allen anderen die da mit in einer kleinen Runde sitzen.
01:20:13: also der erzählt da irgendwas.
01:20:16: auf dem Gemälde hat er einen Feld mit Raben und zu Bressen gesehen.
01:20:20: Du
01:20:20: kannst mal durchgehen.
01:20:21: tatsächlich würde ich sagen?
01:20:22: Ja das
01:20:22: war jetzt das erste genau.
01:20:23: Achso!
01:20:24: Genau.
01:20:25: Und dann sagt er der eine naja es klingt nach einem Holländer weil der Typ der das Gemäle gesehen hat der wusste nicht so richtig vom wem das Bild jetzt ist.
01:20:35: Es könnte ein Holländer gewesen sein, die malen so irgendwie.
01:20:40: Und dann gab es irgendwie einen Hund, der versankt und schon halb begraben war.
01:20:45: Das war auch irgendwas.
01:20:48: Das
01:20:48: waren Spanier?
01:20:50: Dann gab's ein Wagen mit Heu... Aber das ist so diese ganze Landschaftsmalerei aus England, Großbritannien usw.
01:20:57: Es kennt man auch irgendwie.
01:20:59: Dann gab es eine Frau mit einem Kind auf dem Schoß.
01:21:02: Ich habe gesagt ja, das ist hier von irgendeinem Italiener oder Madonna-Bild oder irgendetwas.
01:21:07: Nee bei der Frau mit dem Kind auf den Scho... haben wir tatsächlich keine Nationalität, sondern da wird nur gesagt es gibt ja in der Kunstgeschichte sehr viele Gemälde die genau das zeigen.
01:21:16: Ja
01:21:16: okay also auch ein gängiges Bild irgendwie was benutzt wird.
01:21:18: dann gibts dreizehn Männer die zusammen gegessen haben und gegessen habe.
01:21:25: Dann gab's eine nackte Frau mit blonden Haar in einer Muschel.
01:21:28: Das war ein Italiener glaube ich.
01:21:31: Das waren Italienern?
01:21:32: Da gab's ne Schlacht Tote und Verwundete und ein ängstliches Pferd Und dann war Feierabend, dann ist er erblindet.
01:21:41: So und das was wir jetzt aufgezählt haben Das sind alles Versatzstücke aus unterschiedlichen Gemälden.
01:21:49: ich muss das Google nicht wusste Ich habe es sicherkannt.
01:21:51: also ich wusste dass da irgendwas schräg ist an dieser Szene.
01:21:54: deswegen musste habe ich danach geguckt.
01:21:56: Und zwar sind das alle versatzstücke Aus unterschiedlichen gemälden der menschheit ... über der westlichen Welt, sagen wir es mal so.
01:22:04: Ja?
01:22:05: Also... Wir haben das Feld mit Raben und zu pressen ist irgendein Bild von Winzen van.
01:22:10: Gogh.
01:22:11: Beziehungsweise das ist eine lustige Weise eine Mischung aus zwei Bildern.
01:22:14: Es gibt Weizenfeld mit Zipressen vom Winzen Van Gogh,... ...und es gibt das Kornfeld mit Rabem von Wincen van.
01:22:20: Goghh.
01:22:20: Also eine Mische aus zwei Van Goghh gemeldet.
01:22:22: Hauptsache
01:22:23: der Holländer.
01:22:24: Dann haben wir den Hund, der versankt und schon halb begraben war.
01:22:27: Das ist der Hund von Francisco Goya.
01:22:31: Die Bilder kann man sich gut angucken also die irgendwie kennt man die dann auch.
01:22:34: Also wenn ich sie gesehen habe dachte ja das hab ich schon mal
01:22:37: gesehen.
01:22:37: Also ich kann sagen ... zu meiner Schande, ich habe ja mal Kunstgeschichte für ein paar Semester studiert.
01:22:43: Ich kannte einige tatsächlich von denen also so drei... ... hätte ich jetzt gesagt?
01:22:47: Also der Hund, der versankt den Kantig,... ... dann das was als nächstes kommt, der von dem Engländer, der Heuwagen,... ... der von Pferden gezogen wird ist von der Heuwagen von John Constable.
01:22:57: Und die Frau mit dem Kind auf den Schoß ist ja relativ, sag ich mal, diffus.
01:23:01: Da gibt es tatsächlich sehr viele gemädeltes.
01:23:03: Das kannte ich jetzt selber nicht.
01:23:04: das muss sich auch googeln.
01:23:05: da gibt's ein Bild von Rembrandt.
01:23:06: Es gibt einen Bild von Hans Brümer und es gibt auch ein Bild vom Vincent van Gogh lustigerweise.
01:23:11: Das was natürlich irgendwie jeder kennt dass sie dreizehn Männer die arsen.
01:23:15: Das ist das letzte Abendmal von Davinci... ...und das was ich noch kannte das ist das Letzte sozusagen ist die nackte frau mit blonden Haar.
01:23:22: Das is die Geburt der Venus von Sandro Botticelli
01:23:24: Genau.
01:23:25: Und zum Schluss die Schlacht und das ängstliche Pferd
01:23:27: usw.,
01:23:28: das könnte auf Guernica von Pablo Picasso hindeuten?
01:23:33: Richtig,
01:23:33: genau!
01:23:33: Das ist beziehungsweise ein bisschen diffus, also die Schlachten... Das ist nicht ganz klar ob die Schlachts sozusagen noch mal gesondert zu betrachten ist vom Pferde weil so Schlachtzählen gibt es natürlich auch ewig.
01:23:46: viele sag ich mal Ich musste da an den Krieg von Otto Dix denken weil ich dann direkt davor gestanden habe in Leipzig lustiger Weise und Guernicca genau für Pablo Picasso.
01:23:53: Es gibt dann auch noch so ein Bild Pferd von einem Löwen erschreckt, von George Stubbs aus Großbritannien dann wiederum.
01:23:59: Was auch so ähnlich ist und es gibt... Da kann man wieder beides zusammendenken!
01:24:04: Es gibt allgemählte was sozusagen beide Aspekte vereint also sowohl die Schlacht als auch das Pferde Und das ist Goodbye Old Man Fortunino Matania, man kann jetzt anhand meines dessen wie ich den Namen vorgelesen habe erahnen dass sich das auch ergugeln musste mir.
01:24:20: Da ist im Prinzip eine Szene zu sehen von Soldaten die so einen Weg lang gehen und im Vordergrund ist ein Soldat der sein Sterben des Pferd im Arm hält und es tröstet und das Pferde hat auch soweit aufgerissene Augen.
01:24:31: also das kann man sozusagen denken aber genauso in großem Ganzen eigentlich eingemälde aber da drin sind Versatzstücke von grünten Gemälden die eigentlich Einzelwerke sind.
01:24:40: So Und dann ist die Frage, was machen wir jetzt damit?
01:24:47: Hast du eine These?
01:24:48: Ich habe eine.
01:24:49: Hau mal raus!
01:24:50: Also ich hab diese Szene gelesen und wusste das ist irgendwas.
01:24:55: Die hat so rausgestochen... ...und sie war auch verhältnismäßig lang.
01:25:00: Das wirkte wie Leuchtpfeile, die darauf zeigen, dass es etwas wichtig ist.
01:25:05: Aber wir müssen jetzt mal ein bisschen frei assoziieren, wo uns das hinführt.
01:25:11: Denn so richtig erschlossen hat es mir gerade nicht.
01:25:15: Es wird hier noch in den Zusammenhang gebracht bevor du jetzt einsteigst.
01:25:20: Das Thema Angst und zwar fällt der Satz ich glaube von der jungen Frau mit der Brille dass wir waren schon blind im Augenblick indem wir erblindet sind.
01:25:32: die Angst wird uns auch weiter blind sein lassen.
01:25:35: In diesem Zusammenhang findet diese Szene statt Und der Mann, der das Gemälde beschreibt, was es natürlich nicht gibt wird blind nachdem er das ängstliche Pferd gesehen hat.
01:25:51: Dann war Feierabend!
01:25:52: Da würde ich irgendwie gleich einsteigen, aber fangt du noch mal an.
01:25:55: Zu diesem Angstaspekt müsste ich mir auch was rausleiern, spontan
01:25:58: muss ich ganz ehrlich sagen... Du wehlern nicht!
01:26:00: Ich graben aus.
01:26:01: Ja genau
01:26:02: da habe ich das nicht im Zusammenhang gebracht.
01:26:05: Ich hab' auch meine Schwierigkeiten gehabt die einzelnen Themen und Motive dieser Bilder zusammenzudenken tatsächlich sondern ich habe das erstmal betrachtet als eine interkulturelle Vereinigung von verschiedenen Kunstwerken zu einem, was es ja in dem Fall ist.
01:26:18: also wir haben ja gemälde aus verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Kulturen.
01:26:21: Das wird ja auch gesagt... oder wird ja gesagt das eine ist von dem Italiener und das andere vom Engländer.
01:26:26: dann haben wir einen Franzosen dabei, wir haben Niederlander dabei, gut Franzose wird jetzt nicht genannt ehrlich gesagt aber man könnte sich den auch vorstellen sozusagen in Spanier dabei.
01:26:34: und ich habe mich gefragt ob das nicht so eine Art Leseanleitung für die Stadt der Blinden weil es bestimmte Aspekte gibt oder meiner Meinung nach die Lesweise gibt, dass auch in die Stadt der Blinden verschiedene Werke aus der Literaturgeschichte drinstecken könnten.
01:26:50: Wo ich allerdings und das muss ich auch zugeben nicht das literaturwissenschaftliche oder literaturhistorische Wissen habe um all diese Aspechte irgendwie rauszufinden.
01:26:58: aber ich hab schon gesagt Die Pest von Albert Camus ist ja etwas was hier in die Städterblinden auch schon so drin steckt.
01:27:04: also wo's ja auch um die Pest im Ort in Algerien geht Und auch um das Versagen der ganzen Regierungsorganisation und wie die Leute damit umgehen.
01:27:13: Es gibt dann auch so Quarantäne, Verordnung usw.. Das ist so wie in der Stadt der Blinden im Endeffekt.
01:27:17: Gleichzeitig ließ sich das für mich so ein bisschen... Auch wie ein Kafka-Roman hier generell!
01:27:23: Und das hat auch was damit zu tun mit gerade auch der Art und Weise wie immer wieder diese Durchsage durchgereicht wird wie die regierungsverantwortlichen miteinander sprechen auf diese unempatische Art und Weise um zu sagen, wie mit den Menschen umzugehen ist.
01:27:37: Und dass es im Prinzip nicht so wirklich ein Ausweg gibt.
01:27:40: Und mich erinnert auch diese Unübersichtlichkeit dessen wer gerade spricht wo wir uns gerade befinden dieser fließende Übergang zwischen verschiedenen Aspekten Auch sehr stark daran wie seine beiden großen Werke der Prozess- und das Schloss geschrieben sind weil da findest du diese Unüber Sichtlichkeit auch Und es ist super schwer da durchzukommen und er hat auch diese ganz langen verschachteten Sätze, wo man sich so durchwühlen muss.
01:28:03: Und Schwierigkeiten hat sozusagen den Überblick zu halten.
01:28:08: Ansonsten erinnert mich die ganze Einsperrungssituation sehr stark an... Konzentrationslager Situation so in Großen und Ganzen.
01:28:18: Und da musste ich denken an den Roman eines Schicksals-Losen von Imre Kertes, wo es darum geht dass ein kleiner Junge in einen Konzentrationslager gesperrt wird auch.
01:28:27: Und sozusagen all diese Verordnungen, diese Taten die dort drin vorkommen als Teil von dem natürlichen Alltag wahrnimmt ohne das heißt als eine Ausnahmesituation wahrnimm dies ja in dieser historischen Verordnung dann auch ist Und das ist auch etwas, was wir hier irgendwie haben.
01:28:42: Dass es irgendwie so ein Zwang daran gibt sich an einen Alltag zu gewöhnen und das, was sozusagen von außen reingetragen wird in Informationen oder Essenslieferungen
01:28:51: usw.,
01:28:53: als natürlich ein Teil einfach wahrzunehmen dessen.
01:28:56: Ja, ich bin so als Film-Mensch so The Craziest habe ich irgendwann in der letzten Folge schon mal gesagt dass mich das daran erinnert.
01:29:02: Das hat generell sehr viel Bildern aus so Zombiefilm irgendwie, wenn man sich vorstellt dass die Menschen mit den Händen vorne weg quasi durch Gänge schleichen und so oder durch gänge gehen Orientierungslos auf der Suche nach Essen.
01:29:16: Nach Bedürfnisbefriedigung usw.
01:29:18: Bin mir sicher das es da auch Literaturgeschichtlich irgendwas gibt was in diese Richtung geht.
01:29:22: Da fehlt so ein bisschen das Wissen vielleicht mir zumindest, um da vielleicht tiefer reinzugehen.
01:29:27: Aber ich kann mir vorstellen dass das jetzt ab so einem Punkt eine Leseranleitung ist wie man diesen Roman generell lesen muss als eine Zusammensetzung von verschiedenen Ideen Einflüssen die auf José Saramago eingeflossen sind aus der er dann in Rekombination dieses Werk hier geschaffen hat.
01:29:43: Das war so die Lesung die ich hier drin habe.
01:29:46: Ich hatte noch überlegt Wofür stehen denn diese Mädchen?
01:29:54: Also irgendeine Bedeutung haben die ja.
01:29:56: Wir müssen jetzt nicht in irgendeiner kunstkritische Auseinandersetzung über jedes einzelne Gemälde gehen, aber wofür steht das jetzt?
01:30:04: Ja also gutes Abendmahl!
01:30:05: Das steht für Religion und Glaube oder sowas... Die Madonna mit dem Kind ist vielleicht so etwas wie für Wärme, Liebe, Nähe, Familie.
01:30:17: Was sagen wir noch?
01:30:19: Diese Venus ist ja irgendwie so eine Verbildlichung von Schönheit, Ästhetik.
01:30:26: Dann haben wir hier den Heuwagen und diese Krähen und so Raum... Was ist denn die Natur?
01:30:34: Naturverbundenheit, der unser Platz in der Welt.
01:30:38: Und dann haben wir die Schlacht und die Toten usw.
01:30:44: Das ist im Grunde sowas wie Krieg-Auseinandersetzung, Angst... Vielleicht ist es so eine Art Schnelldurchlauf oder Abriss über das was uns als Menschen ausmacht.
01:30:57: Weißt du, irgendwie haben wir von allem was und jedem ist irgendwas unterschiedliches wichtig.
01:31:02: Und alles ist irgendwie Teil des Lebens – ob wir das jetzt wollen oder nicht?
01:31:05: Ob wir es haben oder
01:31:05: nicht?!
01:31:06: Aber irgendwie sind das wir!
01:31:09: Und vielleicht ist das so eine Essenz... Als letzter... Das hat der Mann gesehen… Als letztes Essens hat er sich daran erinnert dieses Gemäde, was es nicht gibt.
01:31:18: Das sind wie als Menschen.
01:31:20: Und letztendlich trüpfet das alles durch die Angst.
01:31:24: zur angst die uns dann blind werden lässt.
01:31:26: und dann steht auch diese junge frau die frage wie viel blinde braucht es denn um damit alle damit blindheit stattfindet?
01:31:33: oder so war das noch kurz aufgeschrieben um wie viele blinde sind notwendig um blind halt hervorzurufen?
01:31:39: und letztendlich bin ich dazu zu gekommen zur frage na gut wenn's angst ist angst vor was Und was geht es denn jetzt hier eigentlich?
01:31:48: Weil die Angst muss ja vorher da gewesen sein.
01:31:50: und diese Frage mit, wie viel Blinde sind notwendig um Blindheit.
01:31:54: Also das weiße... also wie viele Angst ist notwendig damit dass eine andere Form nimmt annimmt?
01:32:02: und ich lese das irgendwie so als hätte die Angst der Menschen einer sowas wie eine Art kritische Masse erreicht.
01:32:11: und dann gibt's wie so ein Wechsel, wie Aggregatzzustandswechsel.
01:32:19: Wenn du Wasser ganz doll zusammen drückst dann wird irgendwann Plasmad raus oder so eine Nummer.
01:32:27: und vielleicht ist hier die Angst einfach so präsent schon da dass die eine andere Form angenommen hat weil es einfach so ist ja wie man kennt das manchmal gerade irgendwie so aus Witcher und ich glaube das war auch bei Ghostbusters oder so, dass die...das Leid von irgendwelchen Leuten so groß ist.
01:32:48: Dass sich daraus Gespenster, Poltergeister oder irgendein so ein Kram.
01:32:53: also diese Form kennen wir Und vielleicht ist es hier in der Form einfach dieser Angst in der Welt Was auch rummer, das wissen wir nicht So groß und so stark geworden ist, dass sie sich jetzt quasi manifestiert.
01:33:10: Ich weiß was du meinst, ich habe mich gerade während du das erzählt hast gefragt ob nicht in all diesen Gemälden bis zu einem gewissen Punkt auch schon Angst drinsteckt genauso wie eigentlich in allen unseren alltäglichen Lebenserfahrungen wenn man so will.
01:33:22: Das erklärt jetzt nicht warum es hier ausgerechnet diese Pandemie ausgebrochen ist aber ich finde die Allgegenwertigkeit von Angst schon irgendwie interessant.
01:33:28: also... Bei zwei Sachen ist es total klar.
01:33:30: Das ist die Schlacht, die Toten und Verwundeten Angst vor Krieg, Zerstörung
01:33:34: usw.,
01:33:34: die Angst vor das ängstliche Pferd sozusagen.
01:33:37: Es ist auch klar... gerade wenn man das in Verbindung mit dem Krieg bringt.
01:33:41: aber ich frage mich ob nicht zum Beispiel auch die Raben auf einem Cornfield, wenn man zusammen denkt?
01:33:47: Ob nicht Raben sind ja auch so ein Symbol für Verderbnis irgendwie, für das Böse, für den Tod irgendwie, dass da nicht Die Verschandelung sozusagen einer idyllischen Weizenlandschaft sozusagen drin steckt in der gewissen Weise.
01:34:01: Der Hund, der versinkt ist natürlich auch ganz klar genauso wie beim Krieg also die Angst davor zu verschwinden, zu sterben nicht atmen zu können und so weiter Auch bei der Frau mit dem Kind auf den Schoß, das ist ja erst mal ein relativ idyllisches Bild.
01:34:14: Aber da steckt auch irgendwo die Angst vor Verlust drin also sozusagen der Wille etwas festzuhalten was man verlieren könnte.
01:34:21: Was jetzt in diesem Augenblick schön ist so zu sagen dass ein Kind irgendwann rauswächst oder dass man irgendwie Angst davor hat, dass es verloren geht und so weiter und sofort... Die dreizehn Männer, die arsen dieser christliche Bezug hat natürlich auch was mit der Angst vor der Hölle zu tun.
01:34:33: deswegen verhält man sich fromm wenn man so will ne?
01:34:36: ... bei der nackten Frau mit dem londenden Hand und der Musche, also bei der Geburt der Venus tue ich mich grad so ein bisschen schwer.
01:34:43: Aber vielleicht findet man da auch irgendwas?
01:34:44: Also... Ich gehe jetzt mal noch eine Metaebene höher!
01:34:47: Ja?!
01:34:47: Du hast ja jetzt beschrieben, dass man im Grunde in alles Angst reinlesen kann oder aus allem irgendwie vor etwas Angst haben kann oder vor dem Verlust Angst haben können.
01:35:01: Also irgendwie kann man alles darauf mündsen.
01:35:03: Die Venus könnte mal sagen, ich habe jetzt Angst meine Schönheit zu verlieren oder was weiß ich hässlich zu sein?
01:35:08: Genau also die Schönheit, die wir im Leben haben dass die vergeht auf eine gewisse Art und Weise.
01:35:12: Okay gut
01:35:13: mein Punkt den ich jetzt machen möchte ist vielleicht geht es ja nicht darum vor was wir genau angst haben wie er im Sinne von die Menschen dort in buch sondern vielleicht geht Es darum das die angst zu sehr im fokus ist.
01:35:29: Man konzentriert sich nicht mehr auf das Gute.
01:35:32: Man sieht nicht mehr, dass was eigentlich da ist und hat vielleicht keinen wohl gemeinnenden Blick wie wir es jetzt gerade gemacht haben mit.
01:35:40: Wir nehmen einen guten Grund hinter jedem Verhalten sondern alles ist mit Angst besetzt.
01:35:46: Angst vor Verlust oder Angst vor den anderen Angst vor Gefahr Angst mein Job zu verlieren Angst dass mein Auto geklaut wird Angst dass meine Frau mich verlässt Angst, dass ich mein Leben so nicht leben kann wie ich das gerne möchte.
01:35:58: Die junge Frau mit den Dings... ähm die Angst vor Verlust des Augenlichts der alte Mitte-Augenklappe und dem grauen Starr, ja?
01:36:08: Also das ist jetzt wahllos Beispiel, wir wissen noch nicht wo für der Alte... also es geht mir um darum, dass die Angst zu sehr Präsenz eine Präzenz hat mit der die Leute einfach leben.
01:36:19: Die leben grundsätzlich mit so einer Grundangst und nehmen das hin.
01:36:23: So.
01:36:25: Der Punkt ist, das war jetzt zu viel.
01:36:28: Jetzt was zu viel dafür?
01:36:29: Jetzt ist gut!
01:36:30: Jetzt müssen wir... jetzt machen wir die... Was weiß ich hören nicht des Universums oder sowas.
01:36:35: Jetzt machen wir euch mal richtig Angst und gucken mal was passiert.
01:36:38: Oder es ist wie so eine Art Naturgesetz dass wenn.... Ich hab's eben erklärt.
01:36:42: Mal genauer machen.
01:36:43: Absolut ja.
01:36:44: Und ähm Genau, also dass es da irgendwo einen Auslöser gegeben haben muss vielleicht oder das ist einfach zu viel geworden als du gerade gesagt hast.
01:36:51: Und gleichzeitig sorgt ja gerade die Erblindungswelle, die dadurch oder die Beche, die durch den Gang geworfen wurden dafür, dass sich das noch mal potenziert.
01:37:00: Also diese ganzen Ängste mit Erblindung einhergehen.
01:37:03: und dann aber hier auch noch die Sachen, die wir speziell nochmal in der... ... in dieser Anstalt hier haben.
01:37:08: Also die Angst vor Enge, die Angst davor dass zu viele Menschen reinkommen sozusagen... ...die Angst dvor mich nicht mehr bewegen zu können,... ..."Die Angst vor mich nicht mal ernähren zu können"... ...sozusagen Die Angst vor Krankheit und so weiter.
01:37:18: Und das obwohl wir keinen Auslöser haben für diese Krankheit sind die Ängste die jetzt da sind wesentlich greifbarer und wahrhaftiger als sagen wir eine Angst in einem Jahr keinen Job mehr zu haben oder so.
01:37:38: Jetzt das ist Angst, Freunde!
01:37:41: Das fühlt sich das an.
01:37:42: Angst nicht mehr zu essen zu bekommen, Angst nicht sehen und überleben zu können... Du weißt was ich meine?
01:37:50: Und genauso wie im realen Leben auch, besteht ja auch in jedem Kunstwerk sozusagen.
01:37:55: In jedem Roman und in jedem Gemälde stecken irgendwie so gewisse Assoziationen drin die ich gerade beschrieben habe wo man ja auch Angst reininterpretieren kann.
01:38:05: Genauso ist das bei literarischen Werken, nämlich genau bei den genannten Beispielen aus denen sich meiner Meinung zumindest mit diesem sehr oberflächlichen Blick die Stadt der Blinden zusammensetzt.
01:38:16: Also die Pest bei Franz Kafka ist der Prozess dieser dieser Konflikt nicht zu einem Ziel zukommen, sich ständig im Kreis zu drehen.
01:38:23: Irgendwie dass man gefressen wird von der Apparatur des Beamtentums und so weiter und sofort natürlich die Angst sowas zu erleben wie den Holocaust auch und sowas hat das später hier auch über eine Rolle.
01:38:33: und daher ist Angst etwas was uns tatsächlich ein Leben in der realen Welt entgegen kommt aber uns auch ständig irgendwie medial in irgendeiner Form zurückgespielt wird und das könnte dann im Endeffekt ja auch zu einer Potenzierung dessen getroffen gekommen oder dazu Führen sozusagen und damit ja auch gleich wiederum der Punkt.
01:38:52: All diese Angst, die sozusagen hier sich in diesem Roman dann auch sammelt ist ja auch etwas was auf uns wieder zurückgeworfen wird.
01:38:58: Genauso wie wir jetzt währenddessen lesen dass es um Erblindete geht in diese schreckliche Situation in der Anstalt dann kommen.
01:39:05: genauso haben wir ja auch irgendwie Angst vor sowas wie Erblindung vor Enge und so weiter davor davor das wir uns nicht mehr waschen können und sodass wir nicht mehr essen können usw.
01:39:14: Das sollte auf uns zurückgespielt und potenziert sicher dann auch bei uns in einer gewissen Form irgendwie.
01:39:17: Nicht im Sinne von ... krank werden bei irgendeine so eine übernatürliche Macht und Splintheit aufzwenkt, aber dass all diese Aspekte die damit einhergehen irgendwie uns auch dann doch im wahren Leben irgendwie treffen könnten.
01:39:27: Ja
01:39:27: genau!
01:39:28: Und ich glaube die Frage ist wie gehen wir da mit um?
01:39:31: Spülen wir die Angst und lassen das zu?
01:39:34: oder sagen mal so ein simuliertes Gefühl der Angst während wir es lesen... ...und wenn wir es nicht lesen ist okay, dann kann ich einfach ganz normal mein Weg gehen... ...oder Ich lebe mein Leben in Angst.
01:39:48: Genau Auch was ich auch noch mal ganz kurz sagen will, dass die Angst vor der eigenen Entfremdung, vor dem eigenen Tier im Inneren irgendwie.
01:39:56: Dass man jegliche Zivilisation irgendwie ablegt und so.
01:39:59: Das werden wir ja nochmal kurz ergänzen weil das hier ein wichtiger Punkt war in unserer Besprechung.
01:40:03: Und meine letzte Frage damit bin ich durch für heute ist denn jetzt wenn mir das als Schlussfolgerungen da aussehen.
01:40:12: Was unterscheidet denn nun die Frau des Arztes von all den anderen, weil sie ja noch sehen kann?
01:40:22: Denn wir haben ja erlebt als die Blinden zu den Infizierten rein sind, die natürlich... es sind die gleich erblindet im Grunde sofort!
01:40:31: Aber die Frau hockt da jetzt seit einer Woche drinnen und er blindet nicht.
01:40:35: Warum
01:40:36: nicht?!
01:40:38: Ja ich habe da keine gute Antwort drauf.
01:40:43: Wir müssen das jetzt auch nicht beantworten.
01:40:47: Du lassen die jetzt einfach mal offen, ich weiß es nämlich auch nicht.
01:40:51: Ich mein zumindest was man ja sagen kann... Also ich kann jetzt nichts zu sagen warum sie nicht erblendet.
01:40:56: aber zumindest ist ja das auch wiederum ein wichtiger Punkt dahingehend was wir zu Beginn irgendwann dieser Folge gesagt haben dass ja auch das wiederum einen Interpretationsdruck bei uns hervorruft weil wir's nicht wissen Und deswegen können wir uns unendlich viele Gedanken machen, ne?
01:41:11: Wir können sagen okay es wurde ja auch zum Beispiel mit der Frau die Brille hat.
01:41:15: Wurde mal gesagt sie ist sich sehr sicher dass sie erblindet ist weil sie sich nicht christlich verhalten hat irgendwie weil sie was Böses getan hat.
01:41:23: man kann da reinterpretieren vielleicht isst die frau des arzes einfach so eine reine Seele sozusagen So eine Übermensch dalengehend das das gar nichts sein kann dass sie ablindet dass sie vielleicht wissen wir nicht.
01:41:34: Ja genau, das ist ja generateter Punkt!
01:41:35: Das wissen wir ja nicht und das fördert den Interpretationsdruck dabei.
01:41:38: Ich habe einen Vorschlag Wir lassen die Frage jetzt einfach mal unbeantwortet Was denn da uns jetzt nichts zurecht.
01:41:46: was unterscheidet?
01:41:47: Die frau des arztes von den anderen?
01:41:49: Und ich würde sagen das ne.
01:41:51: die frage nehmen wir mal mit und gucken Mal ob sich das in den nächsten seiten klärt.
01:41:56: okay
01:41:57: also das war eine volle volle folge mit sehr viel Interpretationen und Gedankenketten.
01:42:06: Wenn ihr ein bisschen durchgehalten habt, vielen Dank dafür!
01:42:10: Und was lesen wir denn als Nächstes?
01:42:13: Wir lesen als nächstes die Seiten onehundertdreiundsechzig bis onhundertsechsundneinzig.
01:42:18: Alles klar!
01:42:19: Dann euch eine schöne Zeit, viel Spaß beim Lesen oder warten.
01:42:23: und bis zum nächsten Mal!
01:42:26: Ciao!
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